Porträt

laut.de-Biographie

Marc Ribot

Ob Jazz, Punk, Hip Hop, Latin, Soul, No-Wave, Avantgarde, Hardrock, Reggae, Ambient, Pop oder Noise. Marc Ribot ist der Gott für Geschnetzeltes.

Die New York Times bescheinigt ihm ein "vielgestaltiges, ominöses, krudes, dorniges und durchtriebenes" Rock'n'Roll-Verständnis. Ralf Dombrowski, der renommierte Jazzthing-Autor, spricht von ihm als "respektlosem Gitarristen, der sich ohne Rücksicht auf ästhetische Verluste über das Tonmaterial der improvisierenden Musiktraditionen hermacht."

Doch Marc Ribot kann auch normal. Also nicht völlig durchgeknallt, skurril, abstrus und bizarr. Seine Liebe zur Latin-Musik lebt er beispielsweise mit seiner Band Los Cubanos Postizos aus. Sein Kooperations-Katalog reicht von Tom Waits, Cassandra Wilson, John Zorn, Bill Frisell und Chuck Berry bis zu Elvis Costello, Caetano Veloso und Madeleine Peyroux. 2007 profitiert das Gespann Robert Plant / Alison Krauss von seiner Kunst. Der Erfolg des Grammy-geehrten Albums "Raising Sand" ist auch der Kreativität Ribots zu verdanken.

Sein Handwerk lernt er von John Lurie, bei dessen Lounge Lizards er von 1984 bis 1989 als festes Mitglied fungiert. Seitdem verläuft seine Karriere steil nach oben. Auch wenn der Leumund, Avantgarde-Musiker zu sein, nicht nur Vorteile mit sich bringt, greift die Musikszene gerne auf seine Fähigkeiten zurück, wenn ein schöpferischer Geist gefragt ist. Insider oder Geheimtipp nennt man diesen Status.

Als einen "Trip ins Unerforschte" beschreibt Dombrowski 2008 das Erlebnis, Marc Ribot's Ceramic Dog live erleben zu dürfen, denn "Ceramic Dog ist eine Droge, ein Energiepaket, das die Menschen mitnimmt auf einen Trip, der in unerforschte Stilgefilde vorstößt. Mit dem Trio geht Ribot noch einen Schritt weiter als bisher".

Geht das? Das geht!

Mit "Party Intellectuals" stellt Ribot die zur Musik gewordene Chaostheorie in die Plattenläden. Die CD ist anstrengend und unberechenbar. "Mehrmals wird man sich wünschen, sie auszumachen und etwas weniger Aufwühlendes zu hören. Sie ist voll von kreativer Dreistigkeit und man muss schon bereit sein, sich auf diese durchgeknallte Reizüberflutung einzulassen", fasst Tristan Osterfeld (alternativmusik.de) zusammen.

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