Porträt

laut.de-Biographie

Mad Sin

Was macht man, wenn man von der Schule fliegt, nicht weiß, wie seine eigene Zukunft aussieht und man nur irgendwie die Zeit bis zum nächsten Bierkonsum totschlagen möchte? Man könnte Sozialhilfe beantragen oder zum Arbeitsamt gehen. Man kann aber auch, wie der Berliner Köfte, eine Band gründen und mit Auftritten als Straßenmusiker oder in Kneipen seinen täglichen Alkoholbedarf decken.

Mad Sin - Burn And Rise
Mad Sin Burn And Rise
Wie Phönix aus der Asche: Stärker als je zuvor.
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So geschehen 1987, als der Mann zum Mikro greift und gemeinsam mit Gitarrist Stein und Bassist Holly Mad Sin gründet. Der Posten des Schlagzeugers bleibt einem ständigen Wechsel unterzogen.

Wie der Zufall will, bekommt 1988 ein Mitarbeiter des Indie-Plattenlabels Maybe Crazy Records von Mad Sin Wind und wedelt ihnen sogleich mit einem Vertrag unter der Nase herum. Zwar hat sich die Band bis dato noch keine ernsthaften Gedanken über das Musikbusiness gemacht, aber der Lockruf des Ru(h)ms ist größer als jegliche Bedenken.

So unterschreibt man, mit glänzenden Augen. Noch im selben Jahr erscheint das erste Produkt dieser Zusammenarbeit: Das Debütalbum "Chills & Thrills In A Drama Of Mad Sin & Mystery", mit dem Mad Sin den Grundstein für eine bevorstehende Karriere als eine der bekanntesten Psychobilly-Kapellen legen.

Nach vier weiteren Alben, die die Band fast im Jahrestakt veröffentlicht, machen Mad Sin während einer Holland-Tour Bekanntschaft mit Count Orlok Records. Dort erscheint ihr 1996er Album "God Save The Sin", mit dem sie mit ihrem Mix aus Punk Rock, Hardcore und Rockabilly ihren Bekanntheitsstatus ausweiten.

Es folgen Tourneen als Support-Act von Gwar, Suicidal Tendencies oder Faith No More. Zwangsläufig werden so noch mehr Menschen Zeugen ihrer feurigen Konzerte.

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So viel Zaster, wie anfangs erhofft, steckt den Mad Sin-Mitgliedern zu jenem Zeitpunkt allerdings noch immer nicht in der Tasche. Darum werfen sie alle Zweifel über Bord, als Polydor mit ihnen um einen Plattendeal verhandelt, und unterschreiben flugs beim Major.

Das Ergebnis "Sweet And Innocent? ... Loud And Dirty!" erscheint 1998. Polydor, wo man daraufhin bemerkt, dass Mad Sin irgendwie doch nicht in ihr Mainstream-Programm passen, zeigen sich mit dem Album nicht gänzlich zufrieden und zahlen der Band eine Abfindung, um sie wieder los zu werden. Die Berliner nehmen dankend an.

In der Folgezeit liegen Mad Sin dafür zunächst auf Eis, die Bandmitglieder wenden sich Nebenbeschäftigungen zu. Vier Jahre soll es dauern, bis 2002, verstärkt vom zweiten Gitarristen Tex Morton und Backgroundsänger Hellvis, das neue Album "Survival Of The Sickest" erscheint.

Damit beweisen Mad Sin, dass man nach fast 15 Jahren Bandgeschichte noch so frisch klingen kann, wie ein kühles helles Fasspils. Ende 2002 steigt Basser Holly aus privaten Gründen bei Mad Sin aus, aber in Valle finden sie schnell Ersatz.

Nach beeindruckenden 140 Shows bis Ende 2003, sowohl in den USA oder Japan, verkriechen sie sich für neue Schandtaten zurück ins Studio. Während der Aufnahmeprozess länger und länger andauert, wechseln Mad Sin erneut das Label und fühlen sich nun bei People Like You Records heimisch.

Bevor das neue Werk "Babylon Reloaded" erscheint, ziehen die Berliner Anfang 2005 mit Lars Frederiksen durch Englands Clubs, im März und April rauschen sie auf der People Like You-Labeltournee 'Where The Bad Boys Rock' auch hierzulande ein. Es pflügen mit: Deadline (UK), The Generators, The Deep Eynde (USA), die U.S. Bombs samt Skateboard-Legende Duane Peters am Mikrofon und die Bochumer von District. Knüppel aus dem Sack!

Um die Wartezeit auf "Babylon Reloaded" zu verkürzen, schiebt das Label Ende Mai 2005 die Best-Of "Young, Dumb & Snotty" in die Regale. Darauf gibt es 24 Nummern zu hören, die die Jahre 1988-1993 abdecken. Scheinbar hat sich das neue Label sämtliche Rechte am alten Material der Berliner gesichert.

Im selben Jahr legen Mad Sin mit einem neuen Studioalbum nach, "Dead Moon's Calling". Noch bevor die Scheibe in den Regalen steht sind die Berliner aber schon mit den Turbo AC's und Smoke Blow unterwegs und rocken auch in Wiesbaden.

Kurze Zeit später nimmt Tex Morton Hut und Gitarre, um sich mehr auf seine anderen beiden Bands Nitro 17 and Sunny Domestosz zu konzentrieren. Fortan ist der ehemalige Nekromantix-Klampfer Neckropete an der zweiten Gitarre zu bestaunen, der inzwischen auf den schönen Namen Mad Pete 1 hört. Ende April 2006 geht es mit ihm erst mal ab in die Staaten, wo Mad Sin bis Ende Mai unterwegs sind.

Im November 2007 hält die Crew kurz inne und lässt 20 Jahre Bandgeschichte Revue passieren. Die Doppel-CD "20 Years In Sin Sin" beinhaltet 14 Hits aus der Bandkarriere sowie ein Livealbum, "Live In Hollywood". Im Juni 2008 wird "God Save The Sin" von People Like You Records auch als Colored Vinyl neu aufgelegt.

Doch so rosig geht es für die Band nicht weiter. Vor allem 2009 warten jede Menge Schicksalsschläge auf die Berliner. Mehrere Leute aus ihrem näheren Umfeld versterben frühzeitig, und als sie in den Staaten auf Tour sind, erkrankt Köfte an einer Blutvergiftung, die ihn beinahe das Leben kostet. Auch nach der Genesung zollt sein Körper den jahrelangen Ausschweifungen Tribut. Sein Arzt lässt ihm die Wahl: entweder einen radikalen Lebenswandel-Wandel - oder direkt mal den Grabstein aussuchen.

Beerdigungen sind teuer. So trennt sich der Sänger nicht nur von diversen schlechten Eigenschaften, sondern auch von einem knappen Drittel seines Körpergewichtes. Nachdem auch Andy und Hellvis mit ihren privaten Problemen wieder im Reinen sind, machen sie sich mit Matt V, der bereits seit 2008 die zweite Klampfe schwingt, an die Arbeiten zum neuen Album. "Burn And Rise" erscheint Ende April 2010.

Im selben Jahr spielen sie auch eine Show in Berlin, welche passend zum 25-jährigen Jubiläum der Band im Oktober 2012 unter dem Titel "25 Years - Still Mad" erscheint.

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Nine Lives (OFFICIAL VIDEO)

Fotogalerien

Summer Breeze 2008 Auch als Außenseiter auf dem Festival ne Bank.

Auch als Außenseiter auf dem Festival ne Bank., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: Thomas Kohl) Auch als Außenseiter auf dem Festival ne Bank., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: Thomas Kohl) Auch als Außenseiter auf dem Festival ne Bank., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: Thomas Kohl) Auch als Außenseiter auf dem Festival ne Bank., Summer Breeze 2008 | © laut.de (Fotograf: Thomas Kohl)

Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt.

Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Mad Sin sind inzwischen das einzig Sinnvolle, das aus Berlin stammt., Mad Sin Live im Schlachthof, Wiesbaden | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele)

Mad Sin Die Berliner Psychos rocken den Lindauer Club Vaudeville.

Die Berliner Psychos rocken den Lindauer Club Vaudeville., Mad Sin | © LAUT AG (Fotograf: Daniel Straub) Die Berliner Psychos rocken den Lindauer Club Vaudeville., Mad Sin | © LAUT AG (Fotograf: Daniel Straub) Die Berliner Psychos rocken den Lindauer Club Vaudeville., Mad Sin | © LAUT AG (Fotograf: Daniel Straub) Die Berliner Psychos rocken den Lindauer Club Vaudeville., Mad Sin | © LAUT AG (Fotograf: Daniel Straub) Die Berliner Psychos rocken den Lindauer Club Vaudeville., Mad Sin | © LAUT AG (Fotograf: Daniel Straub)

Termine

Do 02.10.2014 Weinheim (Café Central)
  • Mad Sin

    Stilsicher und mit einem Haufen toller Totenköpfchen.

    http://www.madsin.com
  • Mad Sin@MySpace

    Lick my feet, it's MySpace.

    http://www.myspace.com/madsin

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