Porträt

laut.de-Biographie

Lou Barlow

Wenn man als musikalische Stationen Dinosaur Jr, Sebadoh und die Folk Implosion vorweisen kann, darf man sich wohl zu den ganz Großen im Indie-Geschäft zählen. Indie-Rocker nennen ihn ehrfurchtsvoll in einem Atemzug mit Thurston Moore, Stephen Malkmus oder seinem Weggefährten J Mascis.

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Lou Barlow disst Black Sabbaths "13", Helge disst Hoeneß, Motörhead, Hot Chip, NIN, Arctic Monkeys, QOTSA, 5 Fragen an Jimmy Eat World etc.

Der am 17.July 1966 in Dayton, Ohio, geborene Barlow wächst in Amherst, Massachusetts, auf. Mit seinem High School-Kumpel Scott Hell gründet er dort die Hardcore-Band Deep Wound, für die sie als Drummer den gleichaltrigen J Mascis engagieren. Bis auf eine EP bleibt das Trio relativ folgenlos und löst sich schnell wieder auf.

Nach dem Split gründet Barlow mit Mascis die Band Dinosaur, die später als Dinosaur Jr. in die Geschichtsbücher des Rock eingehen sollte. Obwohl Dinosaur Jr.s Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, ist das Verhältnis zwischen Mascis und Barlow nicht gerade das Beste. Angewidert von der Mascis-Diktatur, die kaum andere Songs oder Meinungen zulässt, verlässt Lou nach der Veröffentlichung des Albums "Bug" 1988 die Band. Fortan kümmert er sich um sein Seitenprojekt Sebadoh, dass er bereits seit einem Jahr mit Eric Gaffney betreibt, das aber bislang nur eine Homerecording-Kassette vorweisen kann. Nach Barlows zornigen Abgang bei Dinosaur Jr. spuckt das Duo aber mehr und mehr Songs aus. Mit Jason Lowenstein als Drummer spielt sich das Trio in den folgenden Jahren zum Indie-Super-Act hoch.

Eine Band kann den barlowschen Song-Output natürlich wieder nicht fassen. Auf Solo-Wegen releast er unter dem Namen Sentridoh im Laufe der Jahre unzählige LoFi-Folk-Songs in bester Home-Recording-Manier auf den verschiedensten Formaten (besonders beliebt: die gute alte Kassette), über die wohl nur er selbst den Überblick behält. Glücklicherweise fasst er diese Song-Flut gelegentlich auf CDs zusammen.

Lou Barlow - Goodnight Unknown
Lou Barlow Goodnight Unknown
Der Dinosaur Jr.-Bassist hat die Hose gestrichen voll.
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1994, inmitten Sebadohs Karriere-Höhepunkt, gründet Barlow mit John Davis das Songwriter-Duo Folk Implosion. Wie üblich ist auch die Folk Implosion ein Home-Recording-Produkt, das sich eigenbrötlerisch wenig um Trends schert. Mit "Natural One", dem Beitrag der Folk Implosion zum Soundtrack von Larry Clarks Skandal-Film "Kids", gelingt ihnen aber trotzdem ein amerikanischer Top 40 Hit.

Nach dem Ende von Sebadoh im Jahr 2000 schreibt Barlow munter weiter Songs. Unter anderem teilt er sich mit Rudy Trouvé (dEUS, Dead Man Ray) die Split-Platte "Subsonic 6" und veröffentlicht regelmäßig auf seiner Homepage neue MP3s, um seine Songschreiber-Wut auch in Zeiten des Internets völlig auszuleben.

Nach eigenen Angaben am Rande des finanziellen Ruins veröffentlicht er Anfang 2005 mit "Emoh" das erste Album unter eigenem Namen. Die ausnahmsweise mal auch soundtechnisch hochwertigen Stücke entstehen, unter Mithilfe von Mike Nevers (Lambchop), weitgehend im eigenen Heim.

Im selben Jahr versöhnt sich der Songwriter mit dem alten Kumpel J. Mascis, man nimmt gemeinsam in Originalbesitzung mit Ur-Drummer Murph das neue Dinosaur Jr.-Album "Beyond" auf und tourt um die Welt. Als 2007 zwei aucch noch alte Sebadoh-Alben wiederveröffentlicht werden, reanimiert er auch seine eigene alte Spielwiese für 35 Konzerte in Amerika.

Seitdem hat Barlow das, was man getrost einen
Lauf nennen kann: Dinosaur Jr. erleben ihren zweiten Frühling, legen 2009 mit "Farm" eine
weitere Perle von Album nach und sind live präsenter denn je. Und wenn das leicht betagte Trio doch mal eine Pause benötigt, tüftelt Lou eben in seinem "Earknife"-Heimstudio in Los Angeles an weiterem Solomaterial. Auch "Goodnight Unknown" beweist eindrucksvoll, dass der Output dieser Indie-Ikone schier grenzenlos ist.

News

Alben

Lou Barlow - Emoh: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2005 Emoh

Kritik von Giuliano Benassi

Schönes Folk-Album vom ehemaligen Sebadoh-Chef. (0 Kommentare)

Videos

The Right
SXSW Interview 2009
Too Much Freedom
Take Advantage
  • Loobiecore

    Offizielle Seite. Sehr lohnenswert, mit vielen MP3s, Filmen über Lou etc.

    http://www.loobiecore.com/

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