Porträt

laut.de-Biographie

Kaycee

Einstmals nannten die Bremer Stadtmusikanten die Hansestadt ihre Heimat. Auch um die Jahrtausendwende tummeln sich dort wieder jede Menge Musiker. Die Technourgesteine Jens Mahlstedt und Thomas "Elektrochemie LK" Schumacher lenken Mitte der 90er Jahre mit ihren Produktionen erstmals die Blicke der Musikwelt auf Bremen. Den Ruf der Stadt als Hochburg elektronischer Musik bauen Oliver Huntemann und Stephan Bodzin aka Kaycee weiter aus. Als Duo noch der trancigen Abfahrt auf dem Dancefloor verpflichtet, stößt 2002 Sängerin Jette von Roth zur Band, die sich fortan melancholischen Elektro-Pop auf die Fahnen schreibt.

Davon hört man auf den ersten Releases aus dem Jahr 1998 wie "Love Stimulation" oder "Escape" freilich noch nichts. Gerade drücken die Beats nach vorne, luftig laden Tranceflächen zum Abflug auf den Dancefloor ein. Das Gepür für groovige Beats bringt den Kaycees reichlich Remixaufträge ein, wie für den 1993er Technoklassiker "Meltdown" von Lunatic Asylum oder den System F feat. Marc Almond-Track "Soul On Soul", dem sich auch Thomas Schumacher im Remix annimmt.

Das Album "Beg 4 More", die erste Produktion mit Sängerin Jette von Roth, bedeutet gleichzeitig eine sanfte Abkehr von der Tanzfläche. Songstrukturen dominieren den Longplayer der neuen Kaycee, die sich im Elektro-Pop-Gewand gut gefallen und an melancholisch schönen Melodien erfreuen. Die neu erwachte Liebe an Songs bringt auch die Coverversion des New Wave-Klassikers "Love Will Tear Us Apart" von Joy Division zum Ausdruck.

Reichlich Gelegenheit ihr Debütalbum "Beg 4 More" zu promoten erhalten die Kaycees schon kurz nach der Veröffentlichung im Spätsommer 2003. Im Vorprogramm der wiederbelebten Synthie-Pop-Band Camouflage geht das Trio erstmals auf Deutschlandtournee und kommt bestens an, wenn man dem Tourtagebuch von Kaycee glauben schenken darf. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt indes nicht. Kaum daheim klopfen Client und Andy Fletcher an und nehmen Kaycee ins Vorprogramm ihrer Clubtournee, bei der die Band um die blaublütige Sängerin Jette von Roth sich in punkto Abgehfaktor nicht vor den hochkarätigen Headlinern verstecken muss.

So richtig wuppt das Projekt aber nicht, so dass sich alle Beteiligten wieder anderen Betätigunsfeldern widmen. Jette singt bei Schiller, Stephan produziert mit Marc Romboy, Thomas Schumacher und Oliver fleißig Tracks.

Alben

Noch keine Kommentare