Porträt

laut.de-Biographie

Kataklysm

Im Herbst 1991 wird's im kanadischen Wald ganz schön laut. Das liegt weniger daran, dass die Kodiakbären zu der Zeit alles knattern, was nicht bei drei auf der nächsten Tanne ist (das machen die nämlich im Frühling, ihr Nixblicker), sondern eher daran, dass Brüllwürfel Sylvain Houde, Gitarrist Jean-Francois Dagenais, Basser Maurizio Iacono und Drummer Ariel Saide die Death Metal Band Kataklysm gründen.

Kataklysm - Waiting For The End To Come
Kataklysm Waiting For The End To Come
Die Blastbeat-Veteranen finden zurück in die Spur.
Alle Alben anzeigen

Schon ein Jahr später halten sie ihr erstes Demo in der Hand und reichen dieses an Nuclear Blast weiter, welche sofort das Talent der Band entdecken und sie vom Fleck weg unter Vertrag nehmen. Ihren Einstand geben die Kanadier mit der EP "The Mystical Gate Of Reincarnation", die aus den Songs des Demos und einem neuen besteht. Hinter den Kesseln sitzt inzwischen Max Duhamel.

Für Aufregung sorgen sie damit und auch mit ihrem ersten Full-Lenght-Player "Sorcery" zumindest in Europa nicht gerade. Zwar tauchen einige Vergleiche mit Suffocation auf, im Großen und Ganzen ist der Sound von Kataklysm jedoch noch nicht wirklich außergewöhnlich - dafür aber höllisch schnell. Zusammen mit Deicide, Cathedral, Brutal Truth, Sinister und Fleshcrawl zeigen sie den europäischen Fans, was 'ne Harke ist, und äschern so manche Bühne ein.

Im Line-Up hat sich aber einges verändert, denn Sylvain scheint irgendeine religiöse Offenbarung erlebt zu haben und kann sich nicht mehr mit der Band identifizieren. Da Basser Mauizio ebenfalls gut bei Stimme ist, klemmt sich einfach er hinters Mikro und seinen alten Job übernimmt mit der Zeit Stephane Barbe. Auch Drummer Max muss wegen Knieproblemen zwischenzeitlich aufhören, weswegen Nick Miller kurzfristig übernimmt. Zwar scheiden sich auch am nächsten, technisch sehr komplexen Werk "Temple Of Knowledge" noch die Geister, jedoch erschließt sich mit dem Album die Möglichkeit einer ersten Headlinertour, welche zur Popularität der Cannucks deutlich beiträgt.

1998 stehen insgesamt sogar drei Veröffentlichungen aus dem Hause Kataklysm an, jedoch nur eine über Nuclear Blast, da sich die Wege des Labels und der Band erst mal getrennt haben. Neben dem Re-Release der EP und des Debütalbums auf einer CD (Nuclear Blast) erscheint das nächste Studioalbum "Victims Of This Fallen World" und eine Live-Scheibe namens "Northern Hyperblast", die sie während der Europatour mitschneiden. Beide erscheinen über das kanadische Label Hypnotic International. Auf dem Studioalbum zeigen sich die Holzfäller experimentell wie nie, legen aber auf komplexe Arrangements immer noch mehr wert, als auf nachvollziehbare Songs.

Das ändert sich dann spätestens mit der Veröffentlichung von "The Prophecy", denn die Songstruktur tritt immer weiter in den Vordergrund, ohne dabei den technisch Anspruch außer Acht zu lassen. Das Album erscheint wieder bei Nuclear Blast, mit denen man die alten Probleme aus dem Weg geräumt hat. Auf Tour verbringen sie in diesem Jahr nur wenig Zeit, sonder konzentrieren sich schnell wieder aufs Songwriting, weshalb "Epic (The Poetry Of War)" auch schon ein Jahr später in den Läden steht und den guten Eindruck von "The Prophecy" absolut bestätigt.

Zwar folgt auf die Scheibe eine ausgedehnte Headlinertour durch insgesamt 19 Länder, doch schon im Herbst 2002 steht mit "Shadows And Dust" der nächste Nackenbrecher von Kataklysm in den Regalen. Darauf scheinen die Kanadier ihren Stil endgültig gefunden zu haben, denn die Mischung aus Blastbeat, technischer Finesse und eingängigen Songstrukturen geht richtig auf. Das sehen Fans und Presse genauso und zücken überall die Höchstnoten. Gitarrist Jean-Francois Degenais hat sich inzwischen auch zu einem gefragten Produzenten gemausert, den unter anderem Malevolent Creation gerne für ihre Alben hätten, jedoch gibt es immer wieder Probleme mit den amerikanischen Behörden und einer Einreisegenehmigung.

Also geht es einfach mit The Haunted und Skinless auf Tour und danach macht sich der Kerl lieber wieder an die eigenen Songs: im März 2004 kommt aus den kanadischen Wäldern wieder jede Menge Lärm (diesmal sind's zum Teil wirklich die Bären) aber Kataklysm melden sich auch mit "Serenity In Fire" zurück und lassen wieder einige Ohren kräftig schallern.

Inzwischen sitzt Martin Maurais an den Drums und gibt auf der 'No More Serenity'-Tour den Takt an. In Europa lassen sie sich mit Crowbar sehen, bevor sie im Studio ihr Debüt "Victims Of The Fallen World" nochmal komplett neu einspielen. Nach weiteren Touren u.a. mit Danzig, Trivium und Napalm Death machen sie sich an die Arbeit an neuem Material. Irgendwie scheinen sie ihren alten Drummer aber nicht loszuwerden, denn Max fordert seinen Platz wieder ein und ist tatsächlich auf "In The Arms Of Devastation" zu hören.

Auf dem Album röhrt auch Kitties Morgan Lander ins Mikro und zwei Jungs von Into Eternity geben ein Gastspiel ab. "In The Arms Of Devastation" erscheint Mitte Februar '06 und im April steht die nächste Bigpack Tour mit Finntroll, Cannibal Corpse und Legion Of The Damned an.

Auch in den USA geht der Tourreigen fröhlich weiter, ehe Anfang 2007 über Nuclear Blast die DVD/CD "Live In Deutschland (The Devastation Begins)" erscheint. Stilistisch haben sich die Kanadier mittlerweile fest in der Szene etabliert und geben im zwei-Jahres-Rhythmus immer wieder ein Beispiel ab, wie technisch anspruchsvoller, melodischer Death Metal zu klingen hat. Da es Shouter Maurizio Iacono zwischen "Prevail" und "Heaven's Venom" gerne mal ein wenig epischer hätte, gründet er noch ein Nebenprojekt namens Ex Deo.

Dort ist die komplette Besetzung von Kataklysm ebenfalls am Start, plus Keyboarder Jonathan Lefrancois-Leduc. Mit beiden Bands sind die Herren eifrig auf Tour und veröffentlichen auch mit Ex Deo zwei hochgelobte Alben. So stellen sie 2012 mit "Iron Will – 20 Years Determined" erst mal eine Doppel-CD/DVD in die Regale, um das doppelte Bandjubiläum gebührend zu feiern. Darauf befinden sich über sechs Stunden Material, von den Anfangstagen bis heute. Danach bleiben keine Fragen mehr offen.

Zumindest Drummer Max Duhamel wird die Doppelbelastung mit Kataklysm und Ex Deo auf Dauer zu viel. Da der Alkoholkonsum bei ihm ständig angestiegen ist, nimmt er sich nach der Ex Deo-Tour Anfang 2013 erst einmal eine Auszeit, um wieder fit zu werden. Entsprechend spielt er auch das nächste Album "Waiting For The End To Come" nicht ein, das Ende des Jahres fertig sein soll.

Alben

Videos

Elevate
Push The Venom
Iron Will
At The Edge Of The World

Noch keine Kommentare