Porträt

laut.de-Biographie

Josh Wink

Rund um Philadelphias South Street schlägt das popkulturelle Herz der gemütlichen Ostküstenmetropole. Entlang weniger Straßenzüge kann man seinen Kleiderschrank mit trendigen Stücken versehen, in Second Hand-Shops nach Schnäppchen stöbern, den neuesten Platten ein Ohr schenken oder sich in Jim's Diner von der lokalen Spezialität, einem Cheese-Steak, den Gaumen kitzeln lassen.

Hier, wo man sich beinahe ein wenig wie in den Niederlanden fühlt, wohnt der DJ und Produzent Josh Wink, eine Institution in Sachen elektronischer Musik auf dem amerikanischen Kontinent. Früh reist er als Discjockey durch die Lande und bringt die Menschen mit House und Techno in Berührung, kommt 1995 mit seinem Stück "Don't Laugh" zu höchsten Chartehren und beweist immer wieder auf's neue, dass alten Geräten weit mehr als altmodische Musik entlockt werden kann.

Wie ein roter Faden zieht sich die Vorliebe Joshua Winkelmans für Acid-Sounds durch seine Veröffentlichungen. Doch bewahrt er sich bei aller Markenprägung stets die Neugier für Experimente. Wie auf seinem '98er Album "HereHear", auf dem neben Nine Inch Nails-Kopf Trent Reznor und Caroline Crawley von This Mortal Coil auch der Dichter Ursula Rucker zu hören ist. Letztgenannten verbinden wiederum Kollaborationen mit Terranova und The Roots.

Josh Wink macht sich in seiner Heimatstadt schon früh einen Namen als Discjockey. Mit 13 tingelt er durch die Nachbarschaft und beschallt mit seiner mobilen Anlage die verschiedensten Anlässe. Einige Jahre später heißen seine Favoriten Acid House und Techno. Wink kauft sich bald eigenes Equipment und produziert erste Tracks. Mit der Nummer "Tribal Confusion", unter dem Pseudonym E-Culture veröffentlicht, stellt Wink sich beim legendären New Yorker House-Label Strictly Rhythm vor.

Mit Ovum Recordings verschafft er sich 1994 sein eigenes Standbein, das in den folgenden Jahren deepe House-Tunes von Boo Williams presst, minimale Tech-House-Funker von Steve Bug verlegt oder experimentelle Ambient-Tracks von Wink selbst releast. Wandlungsfähig wie seine Musik gibt sich Josh auch optisch. Mal mit zotteliger Rasta-Mähne, dann wieder mit seriösem Kurzhaarschnitt.

1995 kommt für Josh Wink oder Winx, wie er sich zu jener Zeit nennt, der internationale Durchbruch. Mit den drei Hitparaden-Smashern "Higher State Of Consciousness", "Don't Laugh" und "I'm Ready" ist er der Technosuperstar des Jahres 1995. In seinen Sets bringt Wink alte Chicago Tracks von Frankie Knuckles mit dem sphärischen Klangnebel Swayzaks zusammen, verbindet drückend mechanische Grooves von Gaetano Parisio mit selbstkomponierten Acid-Monstern à la "Evil Acid". Lange nicht an Remixaufträgen interessiert, hat Wink unter anderem Ladytron, Dave Clarke, Depeche Mode, Paul Oakenfold und seinen Kumpel Steve Bug auf Acid getrimmt.

Ein typisches Statement des stets dem Underground die Stange haltenden Produzenten aus Philadelphia ist sein 2003er Album "20 To 20". Während sich alle Welt an den neuesten Produktionsgeräten erfreut, packt Wink sein altes Zeug aus, lässt Sequenzer und Groovebox laufen, bis sie heißglühen und bastelt mit diesen wenigen Zutaten wuchtige Tracks wie "516 Acid" zusammen, die mühelos jede Tanzfläche einnehmen. "Oakish", "Evil Acid" und "How's Your Evening So Far", eine Adaption des Lil Louis-Klassikers "French Kiss" mit Gast-Vocals von Ann Saunderson zählen zu den bekanntesten Nummern auf "20 To 20".

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