Porträt

laut.de-Biographie

Frankie Knuckles

Seine Diskographie nimmt sich im Vergleich zu manch anderem Act der House-Szene bescheiden aus. Trotzdem zählt Frankie Knuckles zu den absoluten Größen des Genres und wird nicht selten, als der "Godfather Of House" betitelt. Ein Titel den er sich allenfalls mit seinem Freund Larry Levan teilen muß, dessen Künste an den Turntables ihm ebenfalls den Ruf eingebracht haben, die Wurzeln moderner Clubmusik wesentlich mit entwickelt zu haben. Sowohl das Warehouse in Chicago, wo Knuckles die Platten dreht und das bei der Namensgebung von House Pate stand, als auch das Paradise Garage in New York, wo Levan jedes Wochenende hunderte Tanzwütige mit seinen Beats in Ekstase versetzt, gehören inzwischen zu den Gründungsmythen elektronischer Tanzmusik.

Erste Gehversuche am Plattenteller unternimmt Knuckles 1971 in seiner Heimatstadt New York, wo er am 18. Januar 1955 als Frankie Warren Knuckles Jr. zur Welt kam. Gesegnet mit der großen Plattensammlung seiner Schwester hört Knuckles in seiner Jugend hauptsächlich Jazz, bevor er seinen Horizont auf Soul, R'n'B und Disco erweitert und damit erste Erfolge feiert. Zusammen mit Jugendfreund Levan spielt er in verschiedenen New Yorker Clubs zum Tanz auf. Als dieser 1977 auf der Höhe des Discohypes das Angebot erhält Resident DJ in einem Club in Chicago zu werden, lehnt er ab und schlägt statt dessen seinen Freund Frankie Knuckles vor. Der überlegt nicht lange und geht nach Chicago, wo das Warehouse seine neue Residency wird.

Knuckles rockt die Crowd mit alten Disco- und Michael Jackson-Stücken, denen er durch zusätzlich hineingemixte Drumparts mehr Schmiss verleiht. House ist geboren und das Warehouse avanciert schnell zu seinem populärsten Aushängeschild. Als der Club schließt öffnet die ebenfalls legendäre Music Box, die aber auch nur einen kurzen Frühling erlebt, bevor Knuckles 1983 seinen eigenen Club Power Plant eröffnet. Hier drücken die Houseproduzenten der zweiten Generation, wie Marshall Jefferson oder Larry Heard die Schulbank. Eine Lektion, die sich lohnt. Mit Beginn des Housefiebers Mitte der 80er finden sich sowohl Jefferson, als auch Heard an der Spitze der Charts wider.

Und auch Knuckles versucht sich nach 15 Jahren an den Turntables jetzt auch als Produzent. Auf dem legendären Chicagoer Label Trax Records veröffentlicht er einige 12", wie "Your Love" oder "Angel", eine Kooperation mit Jamie Principle. 1987 zieht Knuckles zurück in den Big Apple, wo sein Ruf inzwischen bis in die Chefetagen der Plattenfirmen vorgedrungen ist. Remixaufträge für jazz und Diana Ross bringen Knuckles endlich auch die verdiente finanzielle Belohnung. Erst 1991 unterschreibt Frankie Knuckles einen Major-Label-Vertrag bei Virgin und veröffentlicht seinen ersten Longplayer "Beyond The Mix". Ende des Jahrtausends eröffnen einige Compilations den jungen Clubgängern einen Zugang zu Knuckles' Frühwerk. 2002 folgt mit "Motivation" sogar ein neues Album des legendären DJs.

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