Porträt

laut.de-Biographie

Jah Shaka

Jah Shaka zählt zu den wichtigsten Dub- und Roots Reggae-Künstlern der 70er-, 80er- und 90er-Jahre. Das Erbe des auch danach noch aktiven gebürtigen Jamaikaners hallt weltweit in Soundsystems und Roots-Happenings nach, aber auch im Postpunk, wo Public Image Ltd und The Slits den Sound adaptierten. Jah Shaka ist Deejay, Musiker und Sänger, Mixer, Produzent und Labelbesitzer in einem.

Noch im Grundschulalter kommt er 1956 mit der Familie von Jamaika nach London. 1962 startet er mit Schulfreunden eine erste Reggae-Combo. Inspiriert von der Rastafari-Bewegung und ihren Ikonen Haile Selassie und Marcus Garvey, steigt Shaka, den man fortan auch Zulu Warrior ruft, in ein Londoner Soundsystem ein. Bis er in den 1970ern sein eigenes hochfährt.

Der Warrior, dessen Name sich aus dem Rasta-Ausdruck für Gott und Zulu-König Shaka ableitet, wird in der Mitte jenes Jahrzehnts in der ganzen britischen Reggaeszene bekannt und populär. Aufsehen erregt er vor allem mit seinem höchst unkonventionellen Soundsystem-Setup: Jah Shaka übernimmt die Aufgaben als Deejay, Selector und Tänzer in Personalunion.

Seine Dubs legt er auf einem einzelnen Plattenspieler auf. Oft mit dem Rücken zum Publikum stehend, mischt er auch in den Nullerjahren den Sound noch über ein uraltes Effektgerät ab und nutzt die Musikpausen beim Vinylwechseln, um tanzend Gott zu preisen.

Diese Art der Performance widersetzt sich dem Trend zu digitalen Sounds im Dancehall in den 1980ern und sorgt auch etwa beim Summerjam-Festival in Köln für offenstehende Münder: Drei Tage lang lädt der Rastafari dort zur Massenhypnose im Zelt ein. Regelmäßig gleichen die basslastigen Auftritte eher religiösen Happenings denn klassischen Konzerten.

Oder wie Shaka sagt: "Als Jugendlicher wuchs ich in der Kirche auf, was der Grund dafür sein könnte, dass unsere Musik manchmal mit Gospel verglichen wird. Immerhin gibt es jede Menge Referenzen an den Allmächtigen, um die Menschen Gott näher zu bringen. Wenn wir beim Auflegen pro Nacht eine Seele retten können, haben wir einen guten Job gemacht."

Seit den frühen 1980er-Jahren veröffentlicht Jah seine Rastafari-Lobpreisungen auch via eigener Plattenfirma. Seither kooperiert er als Labelboss wie als Künstler mit Größen wie Horace Andy, Max Romeo, Aswad und Mad Professor. Darüber hinaus produziert er Platten in King Tubbys legendärem Studio in Waterhouse auf Jamaika.

Neben der Musik engagiert sich Jah Shaka, dessen bürgerlichen Namen bis heute kaum jemand kennt, in Jamaika und Ghana in diversen sozialen Projekten.

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