Porträt

laut.de-Biographie

The Busters

"Wer diesen Abend miterlebt hat, wird keine Zweifel daran haben, dass die Busters auch weiterhin für volle Häuser sorgen werden", prophezeite im Frühjahr 1987 die Wieslocher Lokalpresse, ohne freilich zu ahnen, dass sie a) Recht hatte, weil sie b) gerade über einen legendären Auftritt berichtete. Die Euphorie hatte Gründe: Beim allerersten Auftritt am 24. Mai 1987 sorgten die Busters im Jugendhaus der badischen Weinstadt für ein mittleres Chaos. Sogar aus Karlsruhe sollen Fans gekommen sein, heißt es im legendären Zeitungsartikel.

The Busters - Waking The Dead
The Busters Waking The Dead
Davon erwacht sicher kein Karo-Tänzer zum Leben.
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Was war passiert? Eigentlich wollten 13 Jugendliche aus der Umgebung Wieslochs ihrem Ska-verrückten Kumpel Thomas Scholz nur ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk machen, an eine beispiellose Bandkarriere dachte selbstverständlich keiner der Truppe. Denn der Ska, dessen Ursprünge bis weit in die 60er Jahre auf Jamaica zurück datieren, ist im Deutschland des Jahres 1987 wahrlich (noch) nicht angesagt.

Die letzte Hochphase durfte das Genre um 1980 herum feiern, als die englischen Bands Madness und The Specials die Hitparaden stürmten. Aus Mangel an deutschen Ska-Bands, die man für Scholz hätte organisieren können, spielen die Wieslocher Kumpels kurzerhand selbst ein paar Ska-Nummern ein (u.a. den Prince Buster-Kracher "One Step Beyond" in der Madness-Partyversion) und verwandeln das Jugend- in ein Tollhaus.

Nach diesem Überraschungscoup spielen die Herren Gunther Hecker (dr), Mäx Grittner (bass), Markus Schramhauser (organ), Stephan Keller (synth), Martin Keller (guit), Jan Brahms (trombone), Jens Günther (perc), Hardy Appich (trumpet), Peter Quintern (alto sax), Hans-Jörg Fischer (sax) und Klaus Huber (voc) einen nicht weniger legendären Gig im Heidelberger Schwimmbad Club, ebenfalls ausverkauft. Der beschenkte Thomas Scholz verdingt sich von nun an am Mikro.

Im Dezember desselben Jahres steigt mit dem selbst organisierten "Off Beat Defense" in der Wieslocher Stadthalle das wahrscheinlich erste Ska-Festival Deutschlands, an dem auch die schwäbischen No Sports und die bayerischen Skaos teilnehmen. Ungefähr zur selben Zeit findet auch in Neuss ein Ska-Fest mit Skaos und Blue Beat statt und auch die Braces aus Krefeld dürfen in der Liste der ersten deutschen Ska-Musikanten nicht fehlen. So wundert es wenig, dass beinahe alle Acts auf dem "Licensed To Skank"-Sampler auftauchen, der 1988 in die Läden kommt.

Die Busters hatten zwischenzeitlich Kontakte zum Weserlabel geknüpft, bei dem die Single "Keen On Games" sowie 1988 das in zwei Wochen eingespielte Debütalbum "Ruder Than Rude" erscheint. Die Platte wird vom englischen Ska&Reggae-Label Unicorn vertrieben und macht somit auch das Ausland auf die Wieslocher aufmerksam. Urplötzlich liegt der zarte Duft eines Ska Revivals in der Luft, der im Dezember 1988 zum ersten Londoner Ska-Festival führt, an dem Prince Buster, The Trojans, Bim Skala Bim und die Braces teilnehmen. Bei der zweiten Auflage im Summer of '89 sind dann auch die Busters dabei.

Für eine weitere Single nimmt sich die Truppe Bobby Mc Ferrins Sommerhit "Don't Worry Be Happy" zur karierten Brust und unterlegt ihn mit treibenden Ska-Rhythmen. Die B-Seite "Mickey Mouse In Moscow" entwickelt sich in ebenso kurzer Zeit zum Klassiker. Aus dem einstigen Partygag hat sich innerhalb kürzester Zeit ein ernsthafter Act entwickelt, der wie selbstverständlich zusammen mit den Ska-Stars Laurel Aitken und Bad Manners auf Tour geht.

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Selbst Amerika ist nicht mehr von den Wieslochern sicher, die 1991 ein neues Party-Motto skandieren: "Are you dead or alive? The Busters rock this town tonight". Nach kleinem Besetzungswechsel, für Hecker und Brahms steigen Robert Göhring (trombone) und Stefan Breuer (drums) ein, rollt der Ska-Train mit Neu-Gitarrist Jochen Seiterle weiter erfolgreich durch die Lande. Außerdem unterstützen die Busters mit ihren Konzerten die "Ska Against Racism"-Kampagne gegen Fremdenhass, ihre T-Shirts mit entsprechenden Slogans sind Kult. Ein Höhepunkt der Bandgeschichte ist der Auftritt beim renommierten Montreux Jazz Festival 1995.

Pünktlich zur Offbeat Overkill Tour '95 und dem Labelwechsel zu Sony Music steigt Sänger Markus Sprengler bei den Busters ein, während die Gründungsmitglieder Thomas Scholz und Martin Keller aus familiären Gründen abspringen. Das Album "Stompede" verkauft sich zwar ordentlich, dennoch erkaltet die Liebe zur Ska-Combo von Sony-Seite rasch. Nach der Best Of-Scheibe "Boost Best" ist 1997 Schluss und die Busters veröffentlichen auf ihrem eigenen Label Dogsteady.

"Make A Move!" produzieren sie 1998 in Eigen-Regie, singen erstmals auch auf französisch, italienisch, spanisch und russisch und dürfen zur Belohnung die Open Air-Tour der Ärzte supporten. Zeitgleich ersetzt Alex Lützke den Gitarristen Seiterle, zwei Jahre später quittieren Grittner und Huber den Party-Dienst, die "Welcome To Busterland" noch mit einpielten. Für sie kommen Sänger Richie und Basser Rolf. Im Mai 2002 feiert die Band ihr 15-jähriges Jubiläum mit einem Open Air in Wiesloch. Als Gaststar ist Farin Urlaub mit dabei, der mittlerweile zum engen Freund der Band geworden ist.

Zusammen spielten sie im Sommer 2000 den Busters-Song "Liebe Ist Blind" ein, 2002 lädt Urlaub die Bläser-Sektion der Band für sein Soloalbum "Endlich Urlaub" ins Studio ein. Im selben Jahr verlässt Sänger Markus Sprengler die Band und tritt 2004 eine Stelle als Gastdozent an der Popakademie Mannheim an. Seine Ex-Band ist derweil weiter umtriebig und veröffentlicht stets neue Studioalben.

Alben

Termine

Sa 27.12.2014 Übach (Rockfabrik)
So 28.12.2014 Bremen (Schlachthof)
Mo 29.12.2014 Bielefeld (Forum)
Di 30.12.2014 Köln (Live Music Hall)
Mi 31.12.2014 Mannheim (Feuerwache)
  • Busterland

    Wandert durch das virtuelle Busterland.

    http://www.busterland.de/
  • Allska

    Ausführliche Diskographie bei Allska.

    http://www.allska.de/The_Busters/body_the_busters.html
  • Vielklang

    Die Band beim Vielklang-Ableger Pork Pie.

    http://www.vielklang.de/labels/porkpie/index.de.html

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