Porträt

laut.de-Biographie

Health

Es hat schon selbstironische Züge, seine Band Health zu nennen. Noch dazu, wenn man sich auf brutal anmutenden, experimentellen Noiserock spezialisiert hat. Mit Gesundheit wird Rock'n'Roll ja schließlich eigentlich nicht so gerne assoziiert. Bassist John Famiglietti hätte die Band auch lieber Medicine genannt, wie er in einem der ersten Interviews bekennt. Nur war dieser Name bereits an eine Band aus L.A. vergeben.

Health - Get Color Aktuelles Album
Health Get Color
Hauchzarter Gesang im lärmenden Mahlstrom.

Auch Health stammen aus Los Angeles, existieren seit dem Jahr 2006 und machen sich in der dortigen Szene schnellen mit einem einfachen, aber geradezu genialen Trick einen Namen: Sie spielen einfach umsonst. Nahezu jeden Tag und in möglichst jeder Location der Stadt. Immer mehr Anfragen von Bookern trudeln bei dem Quartett ob ihrer eruptiven Shows ein, bis sich die Möglichkeit auftut, in den frühen Morgenstunden im Kultclub The Smell günstig ein Album einzuspielen.

Das selbstbetitelte Debüt offenbart einiges an Talent, dass einen nach elf Songs in 30 Minuten atemlos zurücklässt: bombastischen Lärm wie bei den Boredoms, die irrlichternden Songstrukturen von Deerhoof, den komplexen Tribal-Trommelwirbel der Liars und stampfende, bisweilen hypnotisierende Synthesizer wie bei Black Dice. Damit passen Health als Kaliforniens "Kings Of Noise" wunderbar in die aufkommende DIY-Szene der Stadt um Bands wie No Age, The Mae Shi oder die Crystal Antlers. Am häufigsten verglichen wird die Band allerdings mit den Noise-Weirdos von Lightning Bolt.

Eine ganz besondere Arbeitsbeziehung gehen Benjamin Jared Miller, Jake Duzsik, John Famiglietti und Jupiter Keyes allerdings zu einem kanadischen Duo ein: Mit den Crystal Castles aus Toronto, die mit ihren Atari-Frickeleien zu dieser Zeit ebenfalls kurz vor dem Durchbruch stehen, veröffentlichten Health zwei Split-7'', wobei sie dabei auch den späteren CC-Hit "Crimewave" als Noise-Rock-Stück interpretieren. Von da an geht es auch dank Hyperventilation in der Blogosphäre schnell nach oben: 2008 supportet man bereits Of Montreal und die Nine Inch Nails, mit "HEALTH//DISCO" wird gleich ein Remixalbum mit bretternden Mash-Ups für die Tanzfläche nachgeschoben.

Ihr zweites Album "Get Color" erscheint im Herbst 2009 und wird in Europa vom Berliner Label City Slang veröffentlicht. Dabei haben Health ihren Sound noch stärker ausdifferenziert, die Single "Die Slow" bedient sich Industrial-Sounds, ist mit ihrem betörenden Groove sogar tanzbar und atmet ob ihres durchschimmernden Harmonie-Gesangs gar den Geist von My Bloody Valentine.

Überhaupt paaren sich auf "Get Color" berstende Arrangements maschinellen Noise-Rocks mit dem verhallten, hochgepitschten Gesang von Benjamin Jared Miller. Sound gegen Song wird so zu einem ständigen Kampf von David gegen Goliath, den man sich unbedingt live ansehen sollte.

Alben

Health - Get Color: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Get Color

Kritik von Christoph Dorner

Hauchzarter Gesang im lärmenden Mahlstrom. (0 Kommentare)

Videos

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HEALTH at The FADER Sideshow - 10/17/2007
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An Interview with HEALTH
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