Porträt

laut.de-Biographie

Hal

Schon mal aufgefallen, dass in Irland die Wiesen wirklich saftiger und grüner aussehen als hierzulande? Na dann nichts wie hin, und am besten gleich ein paar Guinness in Dublin schlürfen. Vielleicht hat man ja Glück und trifft die Brüder Dave und Paul Allen (Gesang, Gitarre und Bass) sowie Stephen O'Brien (Keyboards) in einem gemütlichen Pub an der Ecke. Hal, die etwas andere Retroband, berieseln mit 60s-West-Coast-Pop.

Hal haben sich nach dem bösen Bordcomputer aus Stanley Kubrick's "2001 – Odyssee im Weltraum" benannt. Keine schlechte Idee. Allerdings scheinen sie bei weitem nicht so bösartig zu sein wie ihr superschlauer Namensgeber. Im Gegenteil, mit ihrer wuscheligen Pilz-Mähne auf dem Kopf und dem verträumten Bubigesicht sehen die Brüder Allen aus wie die Unschuld vom Lande.

2003 erleben die Plattenfirmen-Bosse das erste intime Hal-Meeresrauschen in einem Showcase in Papa Allens Zuhause. Dicht zusammen gedrängt, nur in Hosen und Socken, lauschen sie dem charmanten Quartett, das damals noch mit Schlagzeuger Steve Hogan auftritt. Die dürftige Bekleidung resultiert daraus, dass die fleißigen Reporter auf dem Weg zum Interview ein paar Tropfen irischen Regen abbekommen und somit ihr Oberteile erst mal zum Trocknen über den hauseigenen Radiator legen. Eigentlich das ideale Outfit für die harmonischen Strandjungs-Klänge in einem feucht-warmen Raum.

Ihre Musik klingt auch nach Strandparty, Sonnenbrand und kühlen Getränken. Eine Nostalgie, die an die großen B-Künstler erinnert, Beach Boys, Byrds und Beatles. Eine Beziehung zum Ozean haben die jungen Iren tatsächlich. Ihr Proberaum liegt direkt am Strand von Kiliney (bei Dublin). Hier weht der Wind zwar etwas kühler übers Land, aber dennoch ist ihr Debüt "Hal" (2005) sonnenverwöhnt und neben Handtuch, Sonnencreme und Badeanzug das notwendige Utensil für jeden Jahrhundertsommer.

Neben den sagenhaften B-Favoriten lieben Paul, Dave und Stephen auch die Musik von Bob Dylan, Van Morrison, Donovan, Buffalo Springfield, Phil Spector und Jefferson Airplane, was man hemmungslos auf ihrer ersten Platte hören kann. Die erste Single "Play The Hits" begeistert nicht nur die Inselbewohner, wo die Sommerhymne im Radio als "Pick Of The Week" gelistet ist. Mitverantwortlich dafür ist wohl auch Co-Produzent Edwyn Collins, den man nicht nur durch seinen Hit "A Girl Like You" (1995) kennt, sondern vor allem durch seine Band Orange Juice.

Für die restliche Hal-Produktion ist Ian Stanley verantwortlich, den man auch mit Lloyd Cole, Tori Amos oder Tears For Fears in einem Atemzug nennt. Der Küstenkenner dürfte das Trio bereits seit 2004 kennen, als die Single "Worry About The Wind" (ein Tribute an den Siebziger-Folk-Rock-Gott Rick Danko von The Band) einen wirbelnden Vorgeschmack auf das komplette Sommerpaket gibt (u.a. im NME "Single Of The Week").

Im selben Jahr spielen Hal vor Doves, The Delays, The Thrills, Starsailor, Grandaddy oder Brendan Benson, und natürlich darf ein Ausflug aufs gemütliche Haldern Festival nicht fehlen. Im Sommer 2005 sind die Iren ebenfalls viel an der frischen Luft. Im Vorprogramm von Adam Green beglücken sie mit ihre wunderbaren Harmonien auch die Anti-Folk Liebhaber auf einigen Festivals und Open Airs.

Alben

Hal - Hal: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2005 Hal

Kritik von Jasmin Lütz

Da schmeckt das Guinness nach Sex On The Beach. (0 Kommentare)

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