Porträt

laut.de-Biographie

The Thrills

In einer Zeit, in der sich alle Garagenbands einen "The"-Namen zulegen, sorgen The Thrills für eine Überraschung. Sie machen nämlich gar keinen Garagen-Sound, sondern 60s-California geprägten Pop der allersüßesten Sorte. Daniel Ryan (Gitarre, Bass, Banjo) und Sänger Conor Deasy wachsen als Nachbarn in Dublin auf. Sie sind seit ihrer Kindheit Freunde. Entdecken gemeinsam ihre Liebe zum Fußball ... und zur Musik.

Mit zehn Jahren bekommen beide ihre erste Gitarre geschenkt. Fünf Jahre später beschließen sie, eine Band zu gründen. Keyboarder Kevin Horan ging mit Conor zur Schule, Ben Carrigan (Drums) und Conor trafen sich in der Musikschule. Padraic McMahon (Bass, Gitarre, Gesang) stößt etwas später dazu. Seitdem, also ca. seit 1996, folgt keine Umbesetzung mehr.

1999 sind die Jungs mit der Schule fertig. Einfach nur rumhängen ist ihnen aber zu blöd. So gehen sie mit ein paar Freunden nach Kalifornien, wo sie sie in einer Strandhütte leben. Wenn die Jungs nicht am Beach abhängen, fläzen sie sich auf den großen Sofas der Hütte. Diese Stimmung nehmen sie nach vier Monaten mit zurück nach Irland.

Dort sieht es so aus, als würde die erträumte Musikerkarriere losgehen, als das lokale Label Supremo bei den fünf Dublinern anklopft. The Thrills bekommen 2001 ihren ersten Plattenvertrag. Doch der bringt ihnen statt Ruhm gerade mal ein wenig Erfahrung: Schon bevor auch nur ein Song der Band veröffentlicht wird, ist der Vertrag wieder aufgelöst. Den Eltern erzählen sie immer noch, sie würden bald groß rauskommen. Gegenseitig schwören sich die Mitglieder, von dem Drop erst zu erzählen, wenn sie einen neuen Vertrag an Land gezogen haben.

Sie suchen sich einen neuen Manager, bringen ihren West Coast-Vibe auf die neuen Demos, und plötzlich scheint sich die gesamte Plattenindustrie um die Band zu schlagen. Doch bevor ein Deal an Land gezogen wird, passiert etwas Unglaubliches: Morrissey persönlich schaut kurz im Proberaum vorbei und äußert den Wunsch, die Thrills als Vorband für seine US-Tour zu verpflichten. Ohne Vertrag können die Jungs das allerdings nicht finanzieren.

Nachdem Virgin schließlich als Sieger aus dem Labelrennen geht, wendet sich Morrissey erneut an die Band: Ob sie denn nun für ihn die Konzerte in der Royal Albert Hall eröffnen wollen. Sicher: Im September 2002 stehen The Thrills dann als Vorband des Ex-Smiths-Frontmanns auf der riesigen Bühne.

Endlich darf die Band ein ganzes Album aufnehmen. Dafür fliegt das Label die fünf Jungs nach Amerika, wo sie mit Beck-Producer Tony Hoffer ihr Debüt "So Much For The City" einspielen. Bei solch einer Geschichte nimmt man der Band folgendes Zitat gerne ab: "Wir haben das Ziel, so groß wie irgend möglich zu werden."

Da der Erfolg der ersten Platte für sich spricht (die New York Times kürt das Album zum zweitbesten des Jahres, in vielen Ländern Platin- und Goldauszeichnungen), arbeiten The Thrills 2004 in Hollywood mit Johnny Cash-Produzent Dave Sardy an einem neuen Release, der ein Jahr später unter dem Titel "Let's Bottle Bohemia" erscheint. Darauf erzählen die Jungs ihre Bandgeschichte von Beginn an. Mittlerweile haben die Thrills 170 Gigs auf dem Buckel.

Im Vorfeld der Veröffentlichung munkelt man, dass der neue Release bei weitem nicht so soft daher kommen soll wie der Vorgänger. "Wenn eine Band an ihrem zweiten Album arbeitet, überlegt sie sich, ob die neuen Songs auch auf dem ersten Album einen Platz gefunden hätten. Wenn nicht, dann weißt du, dass du ein gutes Album gemacht hast. Es sollte immer einen Schritt nach vorne sein", so Gitarrist Ryan.

Nach der anschließenden Tour wird es ruhig um die Thrills, bevor sich der Fünfer allmählich auf das dritte Albumprojekt konzentriert. Ob es an den eher mäßigen Verkaufszahlen des zweiten Albums oder an einer konzeptionellen Rückbesinnung lag, die Band entscheidet sich jedenfalls dafür, wieder mit Tony Hoffer als Produzenten zusammen zu arbeiten. Statt nach Kalifornien zieht es die Band 2006 aber ins kanadische Vancouver.

Dort entsteht das dritte Album "Teenager", das wieder die Melodien in den Vordergrund stellt, fein säuberlich arrangiert ist und von feedbackfreien Gitarren- sowie Pianoklängen dominiert wird. Hierzulande erscheint das Werk im Spätsommer 2007. Im Oktober bricht das Quintett zu einer UK-Tour auf und betritt die Bühne allabendlich zu Morrisseys Klassiker "Everyday Is Like Sunday".

Alben

The Thrills - Teenager: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2007 Teenager

Kritik von Daniela Reichert

Die Iren wenden sich wieder ihren Debütklängen zu. (0 Kommentare)

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