Porträt

laut.de-Biographie

Glen Anthony Henry

Nach ihren Einflüssen befragt schmücken sich Soul-Künstler gerne mit den schillerndsten Namen: Von Marvin Gaye liest man allenthalben, hier und da Leroy Hutson, Curtis Mayfield fehlt zumeist auch nicht. Nur in den seltensten Fällen sind solche Einflüsse tatsächlich direkt hör- und spürbar. So ist es bei Glen Anthony Henry, dessen Musik an allen Ecken und Enden den Geist der goldenen Soul-Ära atmet.

Im Frühling 2008 erscheint sein Debüt "Relax & Love" auf Unique Records, einem kleinen Indielabel aus Düsseldorf. Der Weg, den der Exil-Madrilene bis hierhin nimmt, gleicht so vielen anderen: Die Mutter ist Gospelsängerin, der Vater musikbegeisterter Amateurschlagzeuger und der Sohnemann hat eigentlich gar kein Lust zu singen.

Damals noch in Los Angeles lebend will er viel lieber Hip Hop machen und rappen, ist beinahe beleidigt, als er in seiner Jugendband zum Singen der Hooks abkommandiert wird. Mit seinen 15 Lenzen ist er selbst nicht von seinem Talent überzeugt.

Um diese Überzeugung zu erlangen, bedarf es der Begegnung mit der Freundin eines guten Freundes: Eine gewisse Erykah Badu lädt ihn Ende der 1990er ein, mit ihr zu singen. Bereits nach wenigen Takten ist sie zwar von seinem Talent überzeugt, schickt ihn mit dem Rat, er solle an seiner Technik feilen jedoch wieder nach Hause.

Das ist die Initialzünding, die Glen Anthony Henry braucht, er arbeitet an seiner Stimme und seiner Technik, bis es sich schließlich auszahlt. Neben einigen Kollaborationen mit eben jener Erykah Badu und einer Deutschland-Tour mit Samy Deluxe als Backing Vocalist für KC Da Rookee, steuert er die Lyrics und den Backgroundgesang für "Let's Get High" auf Dr. Dres "The Chronic 2001" bei.

Neben zahlreichen Kollaborationen mit Wagon Cookin' bekommt er das Angebot, nach Mallorca zu gehen und im Rahmen einer Motown Revue Show jeden Abend aufzutreten. "Jede Nacht singen zu dürfen – und dafür noch bezahlt zu werden, das war die beste Schule", verrät er der Zeitschrift "Jazz Thing."

Bei einem Live-Auftritt mit Wagon Cookin' auf einem spanischen Festival wird schließlich Carlo Coupé auf ihn aufmerksam. Der Funkorama-Labelchef, Komponist, Arrangeur und Produzent, der wie nebenbei auch noch das Mastermind der Sweet Vandals und der Gründer der ersten instrumentalen spanischen Funkband, Funxplosion, ist, zeigt sich auf Anhieb von Glens Fähigkeiten überzeugt und fängt im Frühjahr 2007 an, ihm Songideen zukommen zu lassen und eine Zusammenarbeit anzuregen.

Glen Anthony Henry überlegt nicht lange und sagt zu. Schon wenige Monate später, im September 2007, steht mit "Hope" die erste Single in den Läden, im April des folgenden Jahres das eingangs erwähnte Debüt – aufgenommen mit Original-Equipement aus den 1960ern und 1970ern und einer 16-köpfigen Band, die sich aus Musikern der Bands Speak Low, The Sweet Vandals und Funxplosion zusammensetzt.

Seinen Jugendtraum vergisst er darüber allerdings nicht. Als Aqeel rappt er zwar nicht selbst, veröffentlicht jedoch mehrere Mixtapes die deutlich mehr in Richtung Hip Hop gehen als sein Output als Glen Anthony Henry.

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