Porträt

laut.de-Biographie

Finale

Im Hip Hop der Post-Dilla-Ära stellen Fans die Stadt Detroit gerne mal auf die gleiche Stufe mit Compton und New York. Historisch ist das - trotz Motown und 8 Mile - natürlich nicht ganz korrekt. Dennoch bringt die Motorstadt im Bundesstaat Michigan immer wieder ungeahnte Talente zum Vorschein. Im Jahr 2009 ist es der Rapper Finale, der mit Skills, Delivery und Knowledge die Heads aufhorchen lässt.

Als Sohn Detroits muss es den jungen Herren doch erst einmal in den Süden des Landes - auf das Morehouse College in Atlanta - verschlagen, um seine Liebe und sein Talent für die Musik zu finden. Nach drei Jahren auf der Universität kehrt Finale ohne Abschluss wieder zurück in die Heimat und beginnt einen 9-to-5-Job in der Produktion von Chrysler Motoren. Den Rest des Tages verbringt er damit, der neu gewonnenen Zuneigung zum Hip Hop zu frönen.

Seine Liebe zur Poesie und Prosa, die er als Student entwickelt hat, avanciert schnell zu einem unbestreitbaren Rap-Talent. Finale taucht in die köchelnde Hip Hop-Szene Motowns ein, die zur gleichen Zeit von einem gewissen Eminem auf globalem Level durch seinen semi-biografischen Blockbuster "8 Mile" etwas verzerrt dargestellt wird.

Zwischen den noch gänzlich unbekannten Guilty Simpson, Black Milk, One.Be.Lo und Invincible steht Finale auf den Bühnen der darbenden Metropole und feilt an seiner Live-Präsenz. Obwohl die Szene Detroits groß und alles andere als kohärent ist, hat Finale Kontakt zu verschiedenen Camps.

Nach arbeitsreichen Jahren überzeugt er sogar Slum Village-Produzent J Dilla von seinen Skills. Erneut zieht es Finale aber weg von Detroit. Seine ersten Veröffentlichungen sind eine Kollaboration mit dem Schotten Stereotype und die Zusammenarbeit mit den britischen Produzenten Ghost auf "Alien Invasion".

Von Erfolg kann zwar keine Rede sein, Finale bleibt als Maschinenbauer bei Chrysler tätig. Die künstlerischen Ambitionen treiben den Rapper jedoch weiter voran. Nach fünf Jahren harter Arbeit und noch härter verdienter Kontakte veröffentlicht Finale schließlich auf dem Independent-Weg sein Debüt, das er passend "A Pipe Dream And A Promise" betitelt.

Die Szene horcht auf einmal auf, weil nicht nur namhafte Produzenten wie Nottz, Dilla, Flying Lotus, Black Milk und Oddisee das Projekt musikalisch unterstützen, sondern weil Finale mit seinem jahrelang geschulten Reim-Talent und tiefgehenden Inhalten zum Hip Hop der ausgehenden Nullerjahre qualitativ Handfestes zu bieten hat.

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