Porträt

laut.de-Biographie

Electronicat

Hinter Electronicat verbirgt sich ein sympathischer Mensch, der in der tiefsten französischen Pampa aufwächst, genauer gesagt im Westen der Grande Nation gelegenen Laval: Fred Bigot. Mit zehn Jahren bekommt er seine erste Gitarre geschenkt. Jahre später spielt Fred Gitarre in einer, laut Selbsteinschätzung, arty Psycho-Pop Band. Deren Sound beschreibt er als Mischung aus Electric Prunes, T Rex, Prince und Nirvana. Nach unzähligen Gigs und Studioaufenthalten steht die Band vor der Unterschrift eines Vertrages mit der Plattenfirma Polygram, dennoch verlässt Bigot seine Mitstreiter.

Stattdessen kauft er sich sein erstes Heimstudio und macht einen Umzug nach Paris. Dort beginnt Bigot Kollaborationen mit verschiedenen Choreographen und experimentiert mit Live-Improvisationen und elektrischer Akustik. Zu Beginn der neunziger Jahre steht er auf Komponisten wie Monte Young oder auf Lil' Louis, My Bloody Valentine oder Suicide. Seine während dieser Zeit entstandenen Stücke sind allesamt Aufnahmen von Live Aufführungen, harren aber noch ihrer Veröffentlichung. Gleichzeitig ist Fred Bigot Gitarrist bei "Sleaze Art", einem Noise Gitarren-Orchester unter der Leitung von Kasper Toeplitz.

1997 beginnt er damit, die Klänge seiner Gitarre zu samplen und geht als Electronicat mit jeder Menge Wah Wahs und psychedelischen Klängen an den Start. Sein selbstbetiteltes Debut kommt 1998 bei Noise Museum heraus. Damit nicht genug, geht Bigot mit der Multimedia Künstlerin Cécile Babiole eine Zusammenarbeit ein, deren Ergebnis auch aus mehreren Gigs mit dem Sound von Electronicat und den Computergrafiken von Babiole bestehen. 2001 fragen Depeche Mode bei ihm wegen eines Remixes für ihr Stück "Dead of Night" an. Mittlerweile besitzt Fred Bigot einen Zweitwohnsitz in Wien, wo er auch z.T. das im Mai 2003 bei Disko B erscheinende Album "21st Century Toy" mit Gerhard Potuznik produziert. Für die Zukunft stehen u.a. eine DVD mit Babiole, ein Projekt mit Mike Ladd sowie eines mit Khan und Jill Mingo Namens Cat & Cow an.

"Voodoo Man" (2005) erweist sich als Sache aus einem Guss, geht vollkommen in der erdigen Electro-Blues-Ästhetik von Electronicat auf. Im assoziativen Begriff Voodoo schwingen bereits einige Stimmungen mit, die Electronicat hier immer wieder aufs Neue beschwört und zu schaurigem Leben erweckt. Eine 60-minütige Energie-Show, die auf die Bühne gehört.

Alben

Electronicat - Voodoo Man: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2005 Voodoo Man

Kritik von Daniel Straub

Geisterbeschwörung im Rhythmus der Galeerensklaven. (0 Kommentare)

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