Porträt

laut.de-Biographie

Da'Ville

"Für mich begann alles damit, dass ich ein Mitglied des Highschool-Chores wurde und beim Morgengottesdienst vor einem großen Schulpublikum sang", erinnert sich Da'Ville. "Etwas Besseres gab es für mich nicht. Im Schulchor zu singen, damit ging mein erster Traum in Erfüllung." Es soll nicht der einzige bleiben.

Orville Thomas kommt am 24. Januar 1978 als ältestes von sieben Kindern in Kingston, Jamaika zur Welt. Obwohl er weitgehend von seiner Großmutter aufgezogen wird, die größten Wert auf Religion und Disziplin legt, spielt der Vater doch eine wesentliche Rolle: Als Jah Thomas hatte der sich in den 70er Jahren bereits einen Namen als Sänger gemacht.

Der Sohn tritt in seine Fußstapfen: "Ich habe immer gesungen, schon, als ich noch ein kleiner Junge war." Orville jubiliert im Kirchenchor. Mit zwölf Jahren darf er auch im Chor seiner Highschool mitsingen. Auch als Teenager bleibt er dem St. Peter Claver Church Choir treu. Auftritte bei Schulveranstaltungen lassen ihn Blut lecken: "Früher dachte ich, ich würde einmal Buchhalter werden, oder Geschäftsführer eines großen Unternehmens. Doch die Musik hat mich so stark beeinflusst, dass es für mich Befriedigung bedeutete, sie zu benutzen, um meine Erfahrungen mitzuteilen. Am Ende wurde meine Musik zu meinem stärksten Einfluss, meine Leidenschaft und meine Freude."

Mit 16 Jahren schreibt Orville mit Hilfe seines Vaters den ersten Song, den die beiden auch gemeinsam aufnehmen. Der Grundstein zu einer musikalischen Karriere ist gelegt. Beeindruckt vom Erfolg von Acts wie Boyz II Men oder Jodeci beschließt Orville, seine eigene Gruppe zu gründen. Die ersten Versuche scheitern allerdings. Nach seinem Abschluss an der Norman Manley Comprehensive High School arbeitet er zunächst in verschiedenen Jobs als Fabrik- oder Lagerarbeiter. Bob Marley, Maxi Priest, Lenny Kravitz, Michael Jackson, Sade und D'Angelo hinterlassen trotzdem ihre Spuren.

Erst der Kontakt zu den Mitgliedern einer Gruppe, die später als APR, A Raw Perspective, bekannt werden soll, bringt wieder Schwung in seine eigentlichen Karrierepläne. Orville schwingt sich zum Leadsänger der Dancehall-Boygroup auf. Gemeinsam interpretieren die fünf Jungs Nummern wie "Lion Sleeps Tonight" und feiern erste Erfolge: "Heaven On Earth" zusammen mit Beenie Man erscheint auf dessen Album "Many Moods Of Moses", "Why Me Lord" auf Shaggys "Hot Shot".

Die Sache lässt sich also nicht übel an. Dennoch entschließt sich Orville, der sich mittlerweile den Künstlernamen Da'Ville zugelegt hat, 2001 zu einer Solo-Karriere und unterschreibt einen Vertrag bei Penthouse Records. Erste Hits mit "Love Will Show Me The Way", "Cruzin'", "My Ego" oder der im Original von Aaron Neville stammenden Nummer "All My Life" bestätigen die Richtigkeit dieses Schrittes. "All My Life", das er später gemeinsam mit Marcia Griffiths noch einmal aufnimmt, trägt Da'Ville 2001 eine Nominierung bei den Reggae Soca Awards ein.

Etliche Single-Erfolge später scheint Da'Ville allgegenwärtig. Er tritt 2003 vor Tausenden von Fans beim Sting auf. Im Jahr darauf teilt er sich die Bühne des Reggae Summer Fests unter anderem mit Sean Paul, Lady Saw und Beenie Man. Touren in der Karibik, den USA und Japan sorgen für eine auch jenseits von Jamaika wachsende Fangemeinde: Da'Villes Mixtur aus Lovers Rock und Dancehall kommt an.

Er mausert sich zum Songwriter, Komponisten und Produzenten. Die meisten seiner Tunes schreibt und produziert Da'Ville selbst. Seine und die Wege von Penthouse Records trennen sich nach einigen Jahren. Da'Ville aber bleibt auf Kurs. Er arbeitet mit verschiedenen Produzenten zusammen, tritt live, in Musikvideos und etlichen Werbespots auf und baut seinen Ruf als "Big Bad Singer" weithin aus.

Die Nummer "In Heaven" leistet seiner wachsenden Popularität weiteren Vorschub. Ein Debüt-Album gleichen Titels erscheint im August 2005 auf dem neu gegründeten Label Fashozy Records. In Japan - hier scheint man ein besonderes Faible für Schmuse-Reggae zu haben - klettert die Platte in die Top 10. Selbstredend stehen nun weitere Tourneen an.

2006 entpuppt sich als das bisher erfolgreichste Jahr in Da'Villes Karriere. Mit "Can't Get Over You" knüpft er nahtlos an den Erfolg seines Erstlings an. Die Singles "Can't Get Over You" (zu finden auf dem VP Records-Sampler "Reggae Gold 2006") und "On My Mind" halten sich jeweils mehrere Wochen in den Spitzenregionen der Charts. Im Oktober 2006 tritt Da'Ville in New York auf und lässt sich feiern. Im Dezember wird er wird er als "Singer of the Year" ausgezeichnet.

Beste Voraussetzungen also, um für Frühjahr 2007 ein weiteres Album anzukündigen: Bereits erfolgreiche und neue Balladen sollen auf "On My Mind" zusammengestellt werden. Auch "All My Life", die Kollabo mit Marcia Griffiths, findet sich hier wieder. Statt wie versprochen im März erscheint "On My Mind" erst Anfang Mai. Fans von zuckersüßem Lovers Rock werden für die Verzögerung allerdings reichlich entschädigt.

Der Künstler selbst lässt keinen Zweifel an seiner Motivation: "Musik ist mein Leben, und ich bin süchtig danach. Ich schätze, man kann sagen: Ich bin süchtig nach dem Leben, der Liebe und der Musik."

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