Porträt

laut.de-Biographie

DJ Nicon

"Die Leute sollen tanzen, ob zu aktuellen Hits oder zu Klassikern, alle sollen Spaß haben." Zugegeben, dabei handelt es sich nicht um das originellste Motto aller Zeiten, wohl aber um das oberste Gebot für einen guten Club-DJ. Bei DJ Nicon, Plattendreher von Kool Savas und seit Anbeginn der Zeiten bei Optik Records zu Hause, handelt es sich um einen solchen, und ihm ist klar: "Hip Hop muss sich von den überholten Images weg bewegen."

DJ Nicon - Optische Elemente 2.5 Aktuelles Album
DJ Nicon Optische Elemente 2.5
Kool Savas ist und bleibt der Oberarzt.

Nico Stujan, geboren am 10. Dezember 1978 in Berlin-Schöneberg, beginnt seine musikalische Karriere mit einer Blockflöte. Bereits im Alter von sechs Jahren befindet er dieses Instrument allerdings für zu wenig durchschlagend und wechselt zu Klarinette und Saxophon und landet in der Big Band seiner Schule. In Nicons eigener Gruppe "Straight Poetry" ist unter anderem Ilan mit am Start, einer der ersten DJs in seinem Umfeld. 1990 verfällt Nicon dem Hip Hop; er beginnt, sich in entsprechenden Clubs herum zu treiben.

Ein Erweckungserlebnis ereilt Nicon Mitte der 90er: Bei einer England-Reise in Begleitung seines Vaters verschlägt es ihn in einen Plattenladen. Unter den ersten eigenen Vinyls befindet sich Ice Ts "The Power" - offenbar nicht die schlechteste Einstiegsdroge. Wenig später entdeckt Nicon in der Diskothek seines Onkels, einem Laden, in dem Ü-30-Parties abgehaltenwerden, die in einer Ecke vor sich hin modernden Plattenspieler und schwatzt dem Vorbesitzer einen davon ab.

In Kombination mit einem CD-Player und einem Mischpult reicht die klapprige Ausstattung zur Herstellung erster Mixtapes. Mit dem zweiten Plattenspieler, den er dem Onkel wenig später auch aus dem Kreuz leiert, funktioniert es allerdings noch besser: Here we go.

Nicon startet seine DJ-Karriere 1996 unter anderem im Boogaloo, wo er vor und nach den Haupt-DJs zum Zug kommt. Er versucht sich ein wenig am Turntablismus, tritt zweimal beim ITF an, empfindet diese Disziplin allerdings bald als zu zeitaufwändig. "Selbst wenn es gut läuft, die Leute im Club respektieren das sowieso nicht." Nicon verlegt seinen Schwerpunkt statt dessen aufs Auflegen und die weitere Produktion von Mixtapes.

Er lernt Fuat und DJ Zett kennen, letzterer zu diesem Zeitpunkt Tour-DJ eines gewissen King Kool Savas. 1999 kommt es zum Bruch zwischen Zett und Savas. DJ Nicon tritt an seine Stelle und ist fortan an Kool Savas' Seite unterwegs. Gemeinsam absolvieren sie mehrere Touren (darunter die "Optik Takeover"-Tour) sowie die großen Festivals vom Splash! über die Hip Hop Open bis hin zu Rock am Ring und Rock im Park. Von Anfang an ist Nicon am Aufbau von Optik Records beteiligt. Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad tourt er auch alleine durch die Clubs. 2003 rockt er im Hamburger Dollhouse Eminems offizielle Aftershow-Party. Den gleichen Dienst erweist er Busta Rhymes, 50 Cent und Kanye West in Berlin und Leipzig.

Seit 2001 residiert Nicon im Leipziger Bounce87, wo er gemeinsam mit DJ Fiks die monatlich stattfindende "Crunk Night" abhält. Ein gemeinsames Mixtape hierzu ("Crunk Shit") erscheint 2005. Seine Begeisterung für Dirty South geht so weit, dass er (wie er rap.de im Interview verrät) über einen "Best Of Screwed German"-Mix nachsinnt. Ein Unterfangen, das bis zu diesem Zeitpunkt noch kein anderer in Angriff genommen hat.

DJ Nicons Mixtape-Fabrikation erreicht mit den beiden "Convivum"-Ausgaben ein höheres Level. Es folgen im Jahr 2003 die ersten Teile der "Optischen Elemente", eine weitere Folge soll die Trilogie komplettieren. Ursprünglich als Produzenten-Album angedacht (mittlerweile produziert er selbst, der ein oder andere Beat findet im Hause Optik Beachtung und Verwendung), entschließt sich Nicon doch dazu, zahlreiche andere Produzenten für seinen dritten Schlag um Mithilfe zu bitten.

Die Arbeit an "Optische Elemente 3" zieht sich allerdings extrem hin (gleichzeitig entsteht eine dazu gehörige "Making Of"-DVD) - zu lange für DJ Nicon. Er wirft 2005 quasi als Zwischenspiel "Optische Elemente 2.5" auf den Markt. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern enthält "2.5" ausschließlich Deutsches. Mit zwei Ausnahmen sind sämtliche Beats "Made in Germany", mehr als die Hälfte davon produziert Nicon persönlich.

Neben den Label-Genossen Savas, Ercandize, Amar, den Optik-Youngsters Sinan und Dimi und Caput kommt Unterstützung von Battle Rapp, Gris, Boba Fettt, Smexer und Meyah Don. Zusätzlich gehen der Ruhrpott-Vertreter Snaga sowie der Stuttgarter Franky Kubrick an den Start.

Alben

  • Optik Records

    Label-Homepage mit Infos, Tourdaten, Bildern, Videos und MP3s.

    http://www.optikrecords.de

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