Porträt

laut.de-Biographie

Caecilie Norby

Dass seit einigen Jahren die Vocal-Jazz-Geschichte in Europas Norden geschrieben wird, ist neben Viktoria Tolstoy, Rebekka Bakken, Silje Nergaard ... auch Caecilie Norby zu verdanken. Nicht umsonst schwärmt Tim Jonathan Kleinecke über ihr Album "Queen Of Bad Excuses": "Teufel auch, kann die singen! Und Songs schreiben!"

Das war 2000 und auch drei Alben später hat sich daran nichts geändert. Zur deutschen Veröffentlichung von "Slow Fruit" (2007) blickt die inzwischen 43-Jährige auf eine über 20-jährige Karriere als Musikerin, auf eine Mitte der 90er bei Blue Note begonnene Solokarriere und auf beeindruckende Verkaufszahlen, nach denen sich so mancher Popstar die Finger leckt, zurück. Von den hochrangigen Kollaborationen (Michael und Randy Brecker, Chick Corea, Terri Lyne Carrington, Roberto Di Gioia, Nils Petter Molvaer, Dianne Reeves, Curtis Stigers, John Scofield, Mike Stern u.v.a.) mal ganz abgesehen.

Doch der Reihe nach. Aufgewachsen unter den Fittichen einer Opernsängerin und eines Komponisten, ist Caecilie Norby von Kindesbeinen an mit Musik umgeben. Bereits mit ihrer ersten Band, der Pop-Rock-Gruppe "One Two", landet sie Mitte der Achtziger einige Radiohits und verkauft über 250.000 Einheiten der beiden Alben "One Two" (1986) und "White Lies" (1989).

Von ihrem Jazz-Solo-Debüt "Caecilie Norby" (1995 das erste Blue Note-Album einer dänischen Künstlerin überhaupt) gingen über 50.000 weg und bereits auf dem Nachfolger "My Corner Of The Sky" (70.000 KäuferInnen) waren die Brecker Brothers mit von der Partie. Ihr drittes Album, "Queen Of Bad Excuses" (2000), erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit und wird außer in Europa auch in Australien, Japan und Südafrika veröffentlicht. In ähnlichen Kategorien bewegt sich "First Conversation" (2002) und das Live-Album "London/Paris" (2003).

Die von skandinavischen Medien hymnisch als "Queen of Jazz" Gefeierte gibt sich seit jeher nicht mit dem Interpretieren von Vorhandenem zufrieden und ihre Adult Contemporary-Kompositionen klingen, als seien sie bereits fest im Repertoire des Great American Songbook etabliert. Ihre ausdruckstarke und facettenreiche Stimme tut das übrige, um der Dänin zehn Grammy-Nominierungen einzubringen.

Mit "Slow Fruit" gelingt es ihr 2007 hervorragend, sich mit zwölf stilvollen Eigenkompositionen im Vocal-Jazz-Gespräch zu halten. "Things just take the time they take", erläutert Caecilie Norby den Titelsong und fügt schmunzelnd hinzu: "Slow Fruit darf gerne übersetzt werden mit Lazy Banana. Es ist die Geschichte eines Couch Potato, der lange, sehr lange braucht, um sein Leben auf die Reihe zu bekommen". Von dem Album, das in Dänemark und Norwegen bereits 2005 erschien, gingen bis zur deutschen Veröffentlichung stolze 12.000 Einheiten über die dortigen Ladentheken.

Dazu tragen auch Randy Brecker und der Saxophonist und Sänger Curtis Stigers bei. Ebenso mit von der Partie: Der etablierte Jazzbassist und Gatte von Frau Norby, Lars Danielsson, das Danish Radio Concert Orchestra und Ulf Wakenius (Gitarre), der sich der Jazzwelt spätestens seit seinem "Notes From The Heart"-Album (2005) wärmstens empfiehlt. Mit ihnen, ihrer Stimme und ihren gefühlvollen Singer/Songwriter-Jazz-Kompositionen bereichert Caecilie Norby das Genre, das auf der anderen Seite des Atlantiks Norah Jones und Diana Krall definieren, auf ihre ganz persönliche Weise: Adult Contemporary auf hohem Niveau, der viele Ansprüche an abwechslungsreichen, stil- und seelenvollen Singer/Songwriter-Jazz erfüllt.

Alben

  • Caecilie Norby

    Die offizielle Netzheimat.

    http://www.caecilienorby.com/

Noch keine Kommentare