Porträt

laut.de-Biographie

Roberto Di Gioia

Roberto Di Gioia wartet für sein "Marsmobil"-Debüt mit namhaften Gästen wie Till Brönner, Joo Kraus, Johannes Enders, Dan Berglund und Frank Möbus auf. Als "club-pop-loungigen NuJazz" bezeichnet er sein Amalgam, das seine Inspiration aus der unschuldigen Klangästhetik der 60er und 70er bezieht und sie mit der Jetztzeit verschmilzt. "Ich mag einfach die 70er Jahre" gesteht der gebürtige Italiener ein.

Hätte er damals in der Band von Klaus Doldinger die Tasten bedient, könnte er heute darauf stolz sein, in einer der hippsten und angesagtesten Jazzbands seinerzeit gespielt zu haben. Da er aber erst Anfang der 90er zu Passport stößt, bleibt ihm diese Erfahrung vorerst verwehrt.

Trotzdem markiert diese Zeit den ersten bedeutenden Meilenstein in seiner Karriere. Immerhin stellt Klaus Doldingers Passport für die deutsche Jazzgeschichte eine ähnlich unumstößliche Institution dar wie etwa das United Jazz And Rock Ensemble oder Albert Mangelsdorff. Mit Letzterem hat Roberto Di Gioia ebenfalls gearbeitet. Mit Doldingers Orchester spielt er bis Mitte der 90er mehrere Alben ein.

Roberto Di Gioia kommt im Mailand des Jahres 1965 zur Welt. Mit vier Jahren beginnt er Klavier zu spielen. Bereits ein Jahr später begleitet er die Beatles auf seiner Heimorgel, während ihre Songs aus dem Radio dröhnen. Seit damals gehören die Pilzköpfe zu seinen allzeit gültigen Top-Favs.

Nach der Schule, die er in Deutschland absitzt, konzentriert er sich ab Mitte der 80er auf seine Karriere als Profi-Musiker. Auf seinen merkfreundlichen Namen stößt die nationale Musikszene erstmals 1990, als er bei Klaus Doldinger einsteigt. Udo Lindenberg und Helge Schneider stehen in der Folge genauso auf seiner Koop-Liste wie die amerikanischen Jazzer Art Farmer, Johnny Griffin, Joe Lovano und Clark Terry.

Mitte der 90er beginnt er eigene Projekte zu realisieren und macht zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Wolfgang Haffner die Zappelbude auf. Ende der 90er erblickt Marsmobil das Licht der Welt. 1999 erscheint eine erste Vinylveröffentlichung.

2004 publiziert Roberto Di Gioias Marsmobil auf dem renommierten deutschen Jazzlabel ACT sein Debütalbum "Strange World". Nu Jazz, Minimal-Electro und Lounge-Pop gehen darauf eine eigenwillige Liaison mit den musikalischen Idealen der Beatles-Ära ein. Für Roberto Di Gioia stellt "Strange World" die Quintessenz seines 20-jährigen musikalischen Schaffens dar.

Pünktlich zum 70sten Geburtstag von Klaus Doldinger am 12. Mai 2006 veröffentlicht di Gioia ein astreines Tribute-Album zu Ehren seines Lehrmeisters, das Fachpresse und Publikum gleichermaßen abfeiern. Zusammen mit Dieter Ilg am Bass und Wolfgang Haffner am Schlagzeug widmen sich die drei gestandenen deutschen Jazzer 13 Doldinger-Songs. Darunter sind die jahrzehntealten Jazzrock-Klassiker "Handmade" und "Abracadabra" ebenso zu finden wie die Tatort-Titelmelodie, die aus Doldingers Feder stammt, oder seine kompositorischen Höhenflüge, die 1984 Wolfgang Petersens "Das Boot" akustisch veredelten.

Neben dem Einsatz für seine eigenen Projekte ist der Pianist und Komponist weiterhin für (fast) alles offen. Neben The Notwist ("Neon Golden") und Console ("Reset The Preset") sichert sich auch Till Brönner ("Blue Eyed Soul") seine Dienste.

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