Porträt

laut.de-Biographie

Der Rote Bereich

Die nach eigenen Worten 'seltsame' Musik des Roten Bereichs fällt zuerst durch ihre unkonventionelle Instrumentierung auf. Den Bass, das eigentliche Rückgrat jeder Jazzcombo, sucht man vergebens. Diesen bewusst eingegangenen Notstand kompensiert die Bassklarinette nur teilweise, was intelligente und originelle Kompositionen und Arrangements von Nöten macht. Diese Aufgabe löst das Trio mit enormer kreativer Kraft und schier endlosem Ideenreichtum ebenso wie mit musikalischem und persönlichen Humor.

Der Rote Bereich wurde 1992 in Nürnberg von Frank Möbus (Gitarre) und Rudi Mahall (Bassklarinette) ins Leben gerufen. Inzwischen lebt das eingespielte Duo in der Bundeshauptstadt Berlin und hat nach einigen Besetzungswirren in Oliver Bernd Steidle (Schlagzeug) einen idealen Weggefährten gefunden. Musikalisch hat sich das Trio dem Modern Jazz verschrieben, wobei sie größten Wert auf 'Made In Germany' legen. "Die Zeiten sind vorbei, als der Rest der Welt für Innovationen und Inspirationen in Sachen Jazz nach Amerika schauen musste" ist in den Liner Notes zum vierten Album "Love Me Tender" formuliert.

Die Presselandschaft feiert den Roten Bereich als 'wichtigste Vertreter des deutschen Avantgarde-Jazz'. Das altehrwürdige Jazzpodium adelt ihn gar zum Kult: "In ganz Deutschland gibt es kaum eine vergleichbar vielschichtige, erstaunlich simple, erfrischend selbstironische und zu jeder Sekunde interessante Musik." Mit ihrer ausgesprochen individuellen Handschrift geht der Rote Bereich auf jeden Fall als bunt funkelnde Ausnahmeerscheinung am europäischen Jazzhimmel durch.

Trotz eines reflektierten Herkunftsbewusstseins hat Frank Möbus seine Lektionen im gelobten Land der improvisierten Musik mit einem Studium an der renommierten Berklee School of Music (Boston) 1989 cum laude abgeschlossen. Auf seiner Referenzliste hat er, neben vielen anderen, so wohlklingende Namen wie Kenny Wheeler, Ray Anderson, Maria Joao, Till Brönner und Roberto di Gioia. Seit 1995 ist er auch als Co-Leiter von Carlos Bicas 'Azul' tätig, einer Band, die sich im Dunstkreis der New Yorker Knitting Factory (u.a. Sexmob) einen hervorragenden Ruf erspielt hat. In zahlreichen Side-Projekten beweist er seinen Leumund als kluger Gitarrengeist, der vor Ideenreichtum überschäumt. Seine Kunst gibt er an verschiedenen Musikhochschulen (u.a. Berlin und Weimar) weiter. Auch als Filmmusikkomponist ist der Jazzderwisch schon in Erscheinung getreten.

Aber Rudi Mahall ist auch nicht ohne. Er studierte klassische Klarinette und setzte sich zu dieser Zeit gerne und intensiv mit zeitgenössischer Musik und freier Improvisation auseinander. Neben vielen anderen musizierte er mit der klavierspielenden Partnerin von Maria Joao, der Japanerin Aki Takase.

Der Rote Bereich weiß sowohl live als auch auf Konserve zu überzeugen. Seit Anbeginn ihrer Karriere stellen sie ihr Können auf international renommierten Jazzfestivals unter Beweis. Den mitreißenden Charakter ihrer Live-Performances dokumentieren sie 2004 auf dem Album "Live In Montreux". Da die Aufnahmen bereits 2001 mitgeschnitten wurden, kann man darauf noch den 'alten' Drummer John Schröder genießen, der über lange Jahre die Drums in den Roten Bereich peakte.

Im März 2006 erhalten Der Rote Bereich den Neuen Deutschen Jazzpreis.

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