Porträt

laut.de-Biographie

Randy Brecker

Randy Brecker ist ein viel beschäftigter Musiker, und das schon seit den ausgehenden 1960er Jahren. Seine Wurzeln liegen zwar im Jazz, eine seiner großen Stärken ist jedoch die Vielseitigkeit. Auf einer unmessbaren Anzahl von Pop-, Rock-, Funk-, Fusion-, Big Band- und Jazzproduktionen ist sein Trompeten- und Flügelhornspiel zu hören.

Im Laufe seiner langen Karriere arbeitet Brecker mit vielen großen Namen des Musikbiz zusammen. Auf der Koop-Liste tummeln sich Charles Mingus, Blood, Sweat and Tears, B.B. King, Bruce Springsteen, Jacko Pastorius, Parliament, Billy Cobham, Aerosmith, James Taylor, Chaka Khan, George Benson, Frank Sinatra, Steely Dan, David Sanborn, Horace Silver, Elton John und Frank Zappa. Neben seinen vielen Jobs nimmt er sich immer wieder die Zeit, mit seinem Bruder Michael Brecker am Output der eigenen Band (Brecker Brothers) zu feilen. Außerdem schiebt er hin und wieder eine Soloplatte ein.

Am 29.11.1945 wird Randy Brecker in Philadelphia als Sohn eines Pianisten geboren. Die Schulferien in seiner Jugend verbringt er meist in Big Band Camps, wo er die erste Ausbildung im Ensemblespiel genießt. Die neuen Kenntnisse setzt er in lokalen Rhythm and Blues- und Funkbands um.

Nach der Schulzeit studiert er an der Indiana Universität klassische Trompete. 1966 geht er nach New York, wo er alsbald bei Clark Terrys Big Band einsteigt. Darüber hinaus beteiligt er sich am Aufbau der Jazzrock-Formation Blood, Sweat and Tears, die sich wegweisend der Verbindung von akademisch erlernten musikalischen Strukturen und Jazz annimmt. Auf dem Debütalbum von 1968, "Father To The Man", ist Brecker zu hören. Doch "bei BS&T war alles sehr durchstrukturiert und geplant. Ich brauchte mehr Freiheit und wollte Jazz spielen", begründet er nach einem Jahr seinen Ausstieg. Er wechselt zu Horace Silvers Quintett, wo er sich frei(er) entfalten kann. Das gilt auch für sein Engagement bei Art Blakeys Jazz Messengers.

Seine erste Soloscheibe, "Score", erscheint ebenfalls 1968. Mit dabei, sein damals 19-jähriger Bruder, Michael Brecker, mit dem er in den frühen 70ern die für den Fusion-Jazz bahnbrechende Band Dreams gründet. Als muikalische Gefährten werkeln auch Billy Cobham, Barry Rogers und John Abercrombie am gemeinsamen Traum, der in zwei hervorragenden Alben Gestalt annimmt. 1972 trennt sich das Dream(s)-Team wieder.

Zu dieser Zeit gehören die Brecker-Brüder bereits zu den gefragtesten Bläsern der amerikanischen Studioszene. Ihre eigenen musikalischen Vorstellungen leben die Brüder derweil in der Band Brecker Brothers aus, die 1975 an den Start geht. Bis 1982 bleibt die Band bestehen und erhält in dieser Zeit insgesamt sieben Grammy-Nominierungen. Der ein oder andere Song ("Some Skunk Funk") schafft es sogar in die Jazzbibel, das Realbook, aufgenommen zu werden.

Bevor Randy Brecker in den 80er Jahre seine Frau, die Jazzpianistin und Sängerin Eliane Elias, kennen lernt, spielt er mit Charles Mingus dessen letztes Album "Me Myself And Eye" ein. Die musikalische Zusammenarbeit mit seiner Frau, der er viel Zeit widmet, mündet im gemeinsamen Album "Amanda". Weitere Glanzpunkte seiner umfangreichen Aktivitäten in dieser Dekade sind die Auftritte mit Eric Clapton 1989 in der eine Woche ausverkauften Londoner Royal Albert Hall, das 88er Album "Live At Sweet Basil" mit Bob Berg, Joey Baron und Dieter Ilg, und die Zusammenarbeit mit Stanley Clarkes Jazz Explosion.

Zehn Jahre nach der Auflösung, reformieren die Brecker Brothers 1992 ihre eigene Band neu. "The Return Of The Brecker Brothers" erntet auf Anhieb drei weitere Grammy-Nominierungen, dann ist es endlich vorbei mit der ewigen Zweitplatzierung. 1994 nehmen sie "Out Of The Loop" auf, für das sie endlich zwei Grammys erhalten und nicht nur Nominierungen. Auf der sich anschließenden Tournee wagen sie sich als erste zeitgenössische Jazzband in die Volkrepublik China und spielen in Beijing und Shanghai vor ausverkauften Häusern. In unregelmäßigen Abständen erfreuen die Gebrüder seither die Fusion-Gemeinde. Eine Unplugged-Tour führt sie 2001 ein letztes Mal nach Europa, dann setzt der Tod Michaels (2007) einen bedauerlichen Schlusspunkt.

Als Hans Dampf in allen Gassen, nimmt Randy Breckers Karriere auch außerhalb der Brecker Brothers ihren Lauf. 1996 präsentiert er das Soloalbum "Into The Sun", auf dem er seiner Liebe für brasilianisch inspirierte Musik Ausdruck verleiht. Als "bester zeitgenössischer Jazz-Performer" gewinnt er 1998 damit einen weiteren Grammy. An seine Latin-Affinität knüpft er 2009 mit "Randy in Brasil" an, für das er ebenfalls einen Grammy, diesmal für das "Best Contemporary Jazz Album" einheimst. Nebenher ist er beispielsweise mit Mike Stern unterwegs und fühlt sich, "als hätte ich gerade erst angefangen."

Alben

Randy Brecker - 34th N Lex: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2003 34th N Lex

Kritik von Klaus Hardt

Improvisationen über komplizierten Jazzrock-Grooves. (0 Kommentare)

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