Porträt

laut.de-Biographie

Buju Banton

Zweifellos handelt es sich bei Buju Banton um einen der großen Namen im Reggae- und insbesondere im Dancehall-Geschäft. Die Verkaufszahlen seiner ersten beiden Alben toppen Anfang der 90er sogar die des allgegenwärtigen Bob Marley.

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Ebenso unstrittig bleibt aber auch, dass Teile von Bantons Texten, wie leider die etlicher seiner Kollegen, in eine gar ekelhafte homophobe Kerbe schlagen. Auch nach Jahren, durchlebten Wandlungen und lobenswertem Engagement, insbesondere für HIV-positive Kinder, wartet man vergebens auf eine Entschuldigung für die zahlreichen schwulenfeindlichen Entgleisungen.

Buju Banton erblickt am 15. Juli 1973 als Mark Anthony Myrie in Jamaikas Hauptstadt Kingston das Licht der Welt. Er wächst als jüngstes von 15 Kindern einer Higglerin, einer Frau also, die sich als Straßenverkäuferin durchschlägt, mit 13 Schwestern und einem Bruder auf.

Seine Kindheit verlebt er in Denham Town, Kingston 14, einem ärmlichen Viertel im Westen der Stadt, wo das Leben wahrlich keinem Zuckerschlecken gleicht. Eine Karriere als Reggae- oder Dancehallartist bietet so ziemlich die einzige Möglichkeit, der Armut zu entfliehen. Dort bekommt der kleine Mark den Spitznamen Buju verpasst. Buju steht in der Sprache der Maroons für die rundlich dicke Brotfrucht, eine Anspielung auf Bujus feiste Erscheinung als Kind.

Als er später mit dem DJing beginnt, fügt er dem Buju den Beinamen Banton hinzu. Mit 'Banton' bezeichnet man im Patois jemanden, der es besonders gut mit der Erzählkunst drauf hat. Gleichzeitig bildet der Name eine Hommage an Bujus damaligen Lieblings-Vokalisten, sein Vorbild Burru Banton.

Buju beginnt als Zwölfjähriger unter dem Namen Lambada Man bei lokalen Soundsystems zu deejayen, bis er schließlich von seinem Kollegen Tonto Irie dem Produzenten Robert French vorgestellt wird. Auf dessen Label gibt er sein Tonträger-Debüt "The Ruler".

Buju Banton - Rasta Got Soul
Buju Banton Rasta Got Soul
Unverschämt lebensfroh: Roots & Culture in Reinkultur.
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Weitere Single-Releases auf diversen Kingstoner Labels (Red Dragon, Bunny Lee) folgen. Einen wichtigen Schritt in seiner frühen Karriere stellt 1991 das Zusammentreffen mit Dave Kelly, der zu dieser Zeit Studioengineer in Donovan Germaines Penthouse Studio ist, dar. Auf dem gleichnamigen Label erscheint im selben Jahr Bujus erster dicker Hit "Love Me Browning", später "Batty Rider", "Bogle Dance" und unzählige andere.

Mit "Love Me Browning", einem Tune, in dem Buju seine Vorliebe für weiße Frauen thematisiert, tritt er die erste Kontroverse um seine Lyrics los. Diese sollen noch häufiger Anlass zu Protesten liefern.

Mit seinen ersten beiden Alben, die sich Anfang der 90er wie rasend verkaufen, öffnet sich Buju Banton Tür und Tor und etabliert sich in der jamaikanischen Musikszene unmittelbar als fixe Größe. Textlich bewegt er sich meist im dancehalltypischen Kosmos aus heißen Schnallen, coolen Typen (vor allem er selbst), Informern, Cops und daumendicken Spliffs, die nonstop am Dampfen sind: Slackness und Ganja eben.

Der dritte Longplayer "Voice Of Jamaica" erscheint 1993 bei Mercury Records. Bei der Veröffentlichung von "'Til Shiloh" zwei Jahre später betreibt Buju Banton bereits sein eigenes Label, Gargamel Records.

Im Zuge des Releases des Tunes "Willy Don't Be Silly" ruft Buju die Stiftung 'Operation Willy' ins Leben, die sich um HIV-positive Kinder kümmert. In einem kontinuierlichen Prozess entwickelt sich Buju vom Dancehall-DJ zu einem Künstler mit extrem breitem Spektrum.

Der Tod eines engen Freundes bei einer Schießerei löst 1995 eine tiefgehende Wandlung aus. Aus Buju Banton wird ein bekennender Rastafari. Roots und Consciousness nehmen in seinem Schaffen einen immer größeren Stellenwert ein, obwohl er nach wie vor auch die harten Dancehallriddims reitet.

Inhaltlich beginnen sich seine Songs immer mehr um Spiritualität, Religion und die mentale und wirtschaftliche Emanzipation seiner Brüder und Schwestern vom herrschenden System (Babylon und seine Helfershelfer) zu drehen. Dass er Ladys und Marihuana nach wie vor hochleben lässt, versteht sich von selbst.

2004 blickt Buju Banton auf eine umfangreiche Diskografie zurück und ist aus dem Reggae- und Dancehall-Geschehen nicht mehr wegzudenken. Sein Tune "Boom Bye Bye" blieb allerdings nicht der einzige, der Lesben- und Schwulenverbände zu Recht auf die Palme treibt. Massive Proteste führen in Deutschland dazu, dass mehr als die Hälfte der für dieses Jahr geplanten Shows abgesagt werden.

2006 meldet sich der Sänger mit der unverwechselbaren Reibeisenstimme zurück und legt mit "Too Bad" gleichzeitig sein Produktions-Debüt vor. Stimmliche wie musikalische Bandbreite sind enorm: Neben knallharte Dancehall-Tunes stellt Buju Banton relaxte Nummern und astreine Lovesongs. The Voice of Jamaica? Die Kehle dieses Mannes beherbergt einen ganzen Chor.

Anfang 2008 folgt der nächste Knaller: Bei VP Records beschließt man anlässlich des zehnjährigen Jubiläums seines 1997 erschienenen Klassiker-Albums "Inna Heights" eine Wiederauflage. In schicker Jubiläums-Edition inklusive bisher unveröffentlichten Bonus-Tracks und einer DVD-Beilage mit einem Konzertmitschnitt vom Reggae Sumfest 1996 erteilt das Werk eine Geschichtsstunde in Sachen Dancehall und grüßt aus den Anfangstagen des Genres.

News

Alben

Buju Banton - Too Bad: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2006 Too Bad

Kritik von Dani Fromm

Exzellentes Dancehall-Album mit reichlich Feuer in den Vocals. (0 Kommentare)

Videos

Paid Not Played
"Cowboys and Curfew" ft. New Kidz
"Optimistic Soul"
"Nothing"
  • Gargamel Music

    Bujus eigene Label-Page bietet Infos, Bilder, Videos und Musik.

    http://www.gargamelmusic.com
  • Buju Banton bei MySpace

    Hörproben, Termine und Kontaktmöglichkeiten.

    http://www.myspace.com/bujubanton
  • VP Records

    Umfassende Label-Homepage mit Infos zu den vertretenen Künstlern.

    http://www.vprecords.com

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