Porträt

laut.de-Biographie

Booba

"Meine Musik geht auf jeden Fall mehr in die amerikanische Richtung. Rap kommt nun mal aus Amerika. Ich will nicht typischen französischen oder europäischen Rap machen", beschreibt Booba seine Musik in einem Backspin Interview 2011. Genau dieser Stil macht ihn zu einem der wenigen französischen MCs, deren Musik auch über die Landesgrenzen hinaus Erfolg hat.

1976 als Sohn eines Senegalesen und einer Französin geboren, wächst Elie Yaffa, wie Booba mit bürgerlichem Namen heißt, in einer Banlieue außerhalb von Paris auf. Schon als Jugendlicher kommt er, nicht nur während eines Schüleraustausches in den USA, mit Rap in Kontakt und gründet zusammen mit Ali im Jahr 1996 das Duo Lunatic.

"Mauvais Œil", das einzige offizielle Album der beiden, entpuppt sich als Achtungserfolg, markiert aber nur den Anfang einer großen Karriere für Booba. Diese treibt er ab 2002 alleine voran. Von seinem Freund und Kollegen Ali trennt er sich nicht nur musikalisch: "Wir haben keinen Kontakt mehr. Es gibt keinen Beef. Es ist einfach so, dass ich meinen Weg gegangen bin und er seinen."

Während sein früherer Partner Ali nur Szenekennern ein Begriff bleibt, führt Boobas Weg weiter nach oben. Sein erstes Solo-Album "Temps Mort" schafft es in Frankreich bis auf Platz zwei der Charts und erhält zudem die Goldene Schallplatte. Ein Erfolg, den seine dritte Platte "Ouest Side" 2006 bei Weitem toppt. Auch dank des Megahits "Gun In Hand" mit dem zu dieser Zeit nicht nur in der USA gefragten und populären R'n'B-Sänger Akon geht "Ouest Side" Platin und steigt auf Platz eins ein.

"Gun In Hand" schlägt aber nicht nur in Frankreich ein. Für Booba bedeutet die Nummer einen wichtigen Schritt in Richtung kommerziellen Erfolg in den USA. Dort spielt er allein aufgrund der Sprachbarriere zwar noch längst nicht im Konzert der Großen mit, gewinnt aber immer häufiger prominente US-Features für seine Alben. Zu seinem bereits fünften Langspieler "Lunatic" tragen erneut Akon, T-Pain und Diddy Gastparts bei, nur zwei Jahre später laden Booba und dessen Haus- und Hofproduzenten Therapy für das ebenfalls erfolgreiche "Futur" sogar Rick Ross und 2 Chainz zur Zusammenarbeit.

In seinen Texten, die sich im Gegensatz zum frühen französischen Rap der 80er-Jahre stark am Gangsta-Stil aus den USA orientieren, greift Booba neben oft bemühten Themen wie Gewalt und Geld meist das Leben in den oft armen Pariser Vorstadtgebieten und die Diskriminierung von Schwarzen in seinem Heimatland auf - nicht, ohne dafür immer wieder öffentlich kritisiert zu werden.

Aber auch abseits der Musik steht Booba in Frankreich regelmäßig im Mittelpunkt des Medieninteresses. So zum Beispiel Anfang 2006, als das Gerücht einer Entführung von Boobas Mutter und Bruder die Runde macht. Kurz nachdem der Rapper mit dem Fall an die Öffentlichkeit geht, befreit die französische Polizei die Geiseln und nimmt mehrere Verdächtige fest. Das vereinbarte Lösegeld von 500.000 Euro wird nie gezahlt. Auch Jahre später vermutet mancher deswegen noch einen möglichen Promo-Move Boobas.

Seinem Album "Ouest Side" jedenfalls schadet der kritisch beäugte Vorfall ebenso wenig wie Boobas Label Tallac, mit der er sein kleines Imperium eröffnet. Diesem gehört neben einer Schmuckkollektion auch die Edelbekleidungsmarke Ünkut an. Seine Modelabels bleiben für den Halb-Senegalesen aber nur Nebenverdienste: Sein Hauptaugenmerk legt er stets auf die Musik.

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