Porträt

laut.de-Biographie

Bill Fay

Drei Studioalben in 42 Jahren - so die magere Diskographie des scheuen Singer/Songwriters aus London. Dass es überhaupt zu einer dritten kam, liegt an jenem schwer zu erklärenden Faktor, der sich Kultstatus nennt.

Letztendlich ereilte Bill Fay dasselbe Schicksal wie Vashti Bunyan oder Rodriguez – als sie ihre Werke Ende der 60er / Anfang der 70er veröffentlichten, gingen sie unter wie Blei, weshalb sie sich zurück zogen und die Musik aufgaben. Die Wiederveröffentlichung ihrer längst vergessenen Werke und Namedropping seitens bekannter Kollegen führten schließlich dazu, dass sie sich doch wieder an die Öffentlichkeit wagten.

Im Norden Londons geboren und aufgewachsen, lernt Fay als Jugendlicher Klavier spielen. Anfang der 60er Jahre nimmt er in Wales ein Studium der Elektronik auf und schreibt seine ersten eigenen Stücke.

Wieder zurück in London, erscheint 1967 seine erste Single "Some Good Advice" bei Deram, einer Tochter des Labels Decca. Interesse ruft sie wenig hervor, genauso wie das Debütalbum "Bill Fay" (1970). Beeinflusst von Leonard Cohen, Bob Dylan und Nick Drake, fällt seine Musik ein ganzes Stück bleierner, gar deprimierend aus. Käufer und Kritiker sind nicht sonderlich angetan.

Nachdem auch Fays zweites Album, das etwas rockigere "Time Of The Last Persecution" (1971) keinen bleibenden Eindruck hinterlässt, kündigt Deram den Vertrag. Von Fay verlieren sich die Spuren. Wie sich später heraus stellt, lebt er weiterhin im Norden Londons, brütet über seinen existentialistischen Texten und hält sich mit verschiedenen Jobs über Wasser.

Ende der 70er Jahre nimmt er mit einer Band mehrere Stücke auf, die er zu einem Demo mit dem Titel "Tomorrow, Tomorrow & Tomorrow" zusammen stellt. Mehrere Jahre lang sucht er ohne Erfolg ein Label, das daran interessiert ist.

1998 veröffentlicht ein kleines britisches Label seine ersten zwei Alben wieder. Nick Cave erwähnt ihn als Einfluss wie auch Jeff Tweedy von Wilco. 2004 erscheint ein Sammlung mit Demomaterial aus den ersten Schaffensjahren ("From the Bottom Of An Old Grandfather Clock"), ein Jahr später schließlich auch "Tomorrow, Tomorrow & Tomorrow".

Das ist zwar nicht der Durchbruch, aber zumindest die Möglichkeit, wieder Musik in größerem Rahmen zu machen. 2007 steigt Fay bei einem Auftritt von Wilco in London auf die Bühne. Anschließend nimmt er alte Stücke noch einmal auf und fügt ein paar neue hinzu. Das Ergebnis, "Still Some Light", erscheint 2010.

Schließlich lässt er sich überreden, noch einmal ein richtiges Album in Angriff zu nehmen. Der US-Produzent und große Fan Joshua Henry stellt eine Studioband zusammen, zu der auch zwei Musiker gehören, die 1970 auf "Time Of The Last Persecution" mit von der Partie waren.

Das tief existentielle, religiöse "Life Is People" erscheint im August 2012 und hat zumindest bei den Kritikern Erfolg. Auf dem Stück "This World" ist auch Jeff Tweedy mit von der Partie.

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