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Babymetal

Drei quietschende Mädels, die in ihren Kleidchen aussehen, als kämen sie geradewegs vom Kindergarten-Karaokefest, und Heavy Metal passen auf den ersten Blick so gut zusammen wie Helene Fischer und Wölfi. Trotzdem kommen ein paar findige Japaner auf die Idee, diese beiden Gegenpole zusammenzuführen. Damit entfachen sie einen Hype, der nur kurze Zeit benötigt, um über die Landesgrenzen hinwegzuschwappen.

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Das Jahr 2016 hielt für den Metal allerhand bereit: Oli Sykes vs. Coldplay, einen Grammy für Ghost, Anal Trump und ein neues Metallica-Album.
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Ihren Ursprung finden Babymetal in der Idol-Gruppe Sakura Gakuin. Diese setzt sich traditionell aus Mittelschülerinnen zusammen. Nach dem Schulabschluss muss die jeweilige Beteiligte in der "Band" Platz für eine jüngere Nachfolgerin machen. Als Babymetals Älteste Suzuka Nakamoto (Su-metal, Jahrgang 1997) 2013 soweit ist, entscheidet sich das Management jedoch, die Formation in gleicher Besetzung fortzuführen - unabhängig von Sakura Gakuin.

Zu Beginn ihrer Karriere veröffentlichen Babymetal ausschließlich Singles - mit durchschlagendem Erfolg. Die erste, "Babymetal x Kiba Of Akiba" klettert auf Platz drei der japanischen Indie-Charts. 2012 spielt das Trio als jüngster Act der Geschichte auf dem "Summer Sonic"-Festival.

Ein Jahr später ebenso. Damals im Publikum: Metallica. Für selbige Band drehen Babymetal wenig später ein Promovideo zum Kinofilm "Through The Never".

Andere Genregrößen, darunter Triviums Matt Heafy, lassen sich voller Enthusiasmus mit den Schulmädchen ablichten. Wenige Monate nach dem Erscheinen ihres Full-Length-Debüts begleiten sie Lady Gaga auf Tour durch die Vereinigten Staaten. Auf dem Sonisphere spielen sie neben Carcass und Iron Maiden, in Montreal gemeinsam mit Metallica und Slayer, in Japan tauchen sie im selben Line-Up wie Megadeth und Avenged Sevenfold auf.

Babymetal - Live At Wembley
Babymetal Live At Wembley
Das Wunder der aufgehenden Sonne im verregneten London.
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Stilistische Parallelen lassen sich unglaublicherweise zu allen genannten Bands ziehen. Babymetals Kawaii Metal speist sich in etwa zu gleichen Teilen aus Death Metal, Thrash Metal, Metalcore, klassischem Heavy Metal, Symphonic Metal, Melodic Metal und Nu Metal. Dazu gesellen sich Trance, eine gehörige Prise J-Pop und gelegentlich sogar Hip Hop.

Obwohl das alles reichlich skurril klingt: So schlimm, wie es sich anhört, fällt das Ergebnis nicht einmal aus. Kann man sich halbwegs mit den piepsigen Stimmen der Hauptakteure anfreunden, lassen sich tatsächlich einige Riffs entdecken, die sich nicht hinter den Miniröckchen ihrer Urheber zu verstecken brauchen.

So richtig blüht das Konzept Babymetal allerdings erst live auf. In bester Casting-Show-Manier choreographieren sich Su-metal, Yuimetal (Yui Mizuno) und Moametal (Moa Kikuchi) durch Sechzehntelsalven und growlen sich (zum Playback) einen Wolf. Die Instrumentalfraktion stellt dabei die sogenannte Full Metal Band (wahlweise auch Gods Of Metal oder Kami Band genannt) oder eine Fake-Band namens Babybone, die bevorzugt in Skelett-Ganzkörperanzügen auftritt.

Babymetal kreierten sogar eine individuelle Abwandlung der berühmten Pommesgabel. Statt mit Devil Horns posieren sie mit dem Zeichen des Fuchses (Kitsune), um ihre göttliche Inspiration zu symbolisieren. "Wir sind dem Fuchsgott noch nie begegnet, aber dank seines Segens waren wir fähig, Babymetal zu werden", erklärt das Dreigespann.

Kitsune scheint ihnen wohlgesonnen. Beide Platten - "Babymetal" und "Metal Resistance" überzeugen mit abwechslungsreichen Songs und einer spielerisch starken Band, der Kami-Band, die das Trio stets begleitet. Wenn Hype und Qualität einander umarmen, lässt der Erfolg nicht lang auf sich warten. Sowohl in Europa als auch in den USA charten Babymetal und feiern Lieve-Erfolge. Ab 2016 gehören sie zu den erfolgreichsten japanischen Exportarkitkeln aller Zeiten.

Ende desselben Jahres veröffentlichen sie das ebenfalls hervorragende Live-Album "Live At Wembley". Der Gig geht nur wenige Tage nach Veröffentlichung der zweiten Platte über die Londoner Bühne. Mit viel Humor, ausgelassener Performance und besonders einer spektakulären 13 min-Version ihres Hits "Road Of Resistance" etablieren sie sich endgültig als feste Größe im Rockzirkus.

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Rock im Revier 2015 Voller Einsatz on stage: Metal à la Japan.

Voller Einsatz on stage: Metal à la Japan., Rock im Revier 2015 | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Voller Einsatz on stage: Metal à la Japan., Rock im Revier 2015 | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Voller Einsatz on stage: Metal à la Japan., Rock im Revier 2015 | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Voller Einsatz on stage: Metal à la Japan., Rock im Revier 2015 | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger)

Surftipps

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    Alle Infos zu Babymetal.

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