Porträt

laut.de-Biographie

Angel Theory

Es tut sich was in der dunklen Szene Down Under. Normalerweise sind die Australier eher dafür bekannt, Sonne, Strand und Meer zu huldigen. Seit 2002 macht mit Angel Theory aber ein astreines Nachtschattengewächs von sich reden. Melbourne ist der Ort, wo sich Charles Fenech mit seinen Computern dem Tageslicht entzieht und elektronische Tanzmusik für schwarze Seelen anfertigt, der in unseren Breiten oftmals das Label "Weiberelektro" anhängt.

Gleich mit seiner Debüt-EP "Transmission", die im Dezember 2003 auf dem australischen Label GUP erscheint, kann sich Fenech international Gehör verschaffen. Die schwedischen Düster-Elektroniker von Covenant bekommen kurz zuvor Wind vom australischen Newcomer und remixen "Transmission" für die gleichnamige EP. Ein fulminanter Start, der gleich danach seine Fortsetzung erlebt. Das deutsche Elektro-Label Endless Records, Heimat von Gothic-EBM-Bands wie Rotersand oder The Fair Sex, verhilft Angel Theory zu einem Standbein in Europa.

Großgeworden ist Charles Fenech mit den lieblichen Synthie-Tunes von Depeche Mode und den harten Gitarrenchords aus dem Hause Fear Factory. Zwei Vorlieben, die sich auch auf seinen Angel Theory-Releases wiederfinden lassen. Mit 16 kauft er sich sein erstes Keyboard und verbringt die Zeit fortan viel lieber damit, an Sounds zu schrauben, als mit seinen Kollegen auf Parties abzuhängen. Auf die Dauer ist das Einsiedlerleben aber doch nichts für Fenech. Nebenbei spielt er in einigen kurzlebigen Bandprojekten.

2002 beschließt er das Steuerrad selbst in die Hand zu nehmen und gründet Angel Theory. Kompromisse gehören fortan der Vergangenheit an, wie Fenech in einem Interview schmunzelnd bekennt. Für seine Liveauftritte vertraut der erklärte Einzelkämpfer aber dennoch auf die Unterstützung von Julian Smith und Jarod Smullen. Zudem verleiht Steve Williams den Sounds von Angel Theory eine visuelle Seite. Auch als Remixer erfreut sich Fenech wachsender Beliebtheit und jagt Psyches "X-Rated" nochmal durchs Mischpult genauso wie Metallicas "Seek And Destroy" für die Tribute-Compilation "Blackest Album".

Der EP folgt im Sommer 2004 das Album "Fatal Condition", auf dem sich der Mann schon ein wenig gereifter zeigt. Tanzbarer EBM steht auf dem Programm, der sich irgendwo zwischen VNV Nation und Suicide Commando befindet. Für ein paar Gigs kommen Angel Theory sogar nach Deutschland, ansonsten stehen hauptsächlich Konzerte in Australien auf dem Plan. Allerdings wagen sie '05 auch mit Assemblage 23 ein paar Abstecher nach Nordamerika. Während die "Black And Blue"-EP erscheint, sind sie noch unterwegs und tauchen auch auf dem Wave Gotik-Treffen in Leipzig auf.

Hatte Fenech schon auf dem ersten Longplayer seine Vorliebe für Soundtracks angedeutet, so will er diese auf dem nächsten Werk noch deutlicher ausarbeiten. So präsentiert "Re-Possession" Mitte März 2006 nicht nur wieder ein paar erstklassige Tanzflächenfüller, sondern auch sehr sphärische Breitwandsounds, die sich druchaus als Filmmusik eignen würden.

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