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Nachdem Gangster-Rap Mitte der Neunziger endgültig massenwirksam in den dunklen New Yorker Boroughs laufen lernt, teilt sich das neue Sub-Genre an der US-Ostküste sogleich in zwei Strömungen auf.
Auf der einen Seite machten sich Jay-Z und der Wu-Tang Clan in kommerzielle Höhen auf (Probleme, ihre Authentizität damit zu vereinbaren, inklusive). Andererseits verblieben Rapper wie Nas und AZ auf weit tiefer liegender Kommerz-Ebene und erheben den Draht zur Straße zur grundsätzlichen Voraussetzung ihres Schaffens.
Während Nas durch sein Genre-weit zum Klassiker erhobenes Debüt "Illmatic" unverrückbar in der Szene-Historie verankert ist, kann es sich sein alter Kumpel AZ trotz nahezu ebenbürtiger Alben nicht neben ihm im Rap-Olymp bequem machen: die Geschichte einer langen undankbaren Karriere zwischen Anerkennung und Enttäuschung.
AZ, geboren als Anthony Cruz, fehlt das Quäntchen Glück, um auf Jahre hinaus den Status eines Nas' zu erreichen. Dabei besitzt AZs Debüt "Do Or Die" nahezu die gleiche lyrische Dichte und knallharte Ghetto-Realität zwischen den Rillen, wie die "Illmatic"-Großtat.
Beide Rapper aus Brooklyn sind sich zu Beginn ihrer Karrieren so ähnlich, dass in der Zeit, als "Life's A Bitch" die Radiostationen des Big Apple erschüttert, gar der eine oder andere die Spitter kaum auseinanderhalten kann. Der Erfolg des Nas Escobar ruft die Majors auf den Plan, die sich bald auf den unfreiwilligen Zwilling AZ stürzen: der Beginn der enttäuschenden Zusammenarbeit mit der Plattenindustrie.
In Folge wird AZ von EMI zu Universal durchgereicht, nur um den Herren in den Chefetagen stetig unbefriedigende Verkaufszahlen zu präsentieren. Die Hardcore-Fans kann er im Laufe seines Rap-Daseins stets zufrieden stellen. Und gar im Supergroup-Style als The Firm mit Nas und Foxy Brown auf Dr. Dres Aftermath-Label Klassiker-Material bescheren. Doch ohne die Verkaufserfolge wird aus dem außergewöhnlichen Rap-Talent ein trauriges Kellerkind des immer erfolgreicher werdenden Genres.
Die breite Hip Hop-Mitte verliert den Rapper nach Album Nummer drei ("9 Lives") endgültig aus den Augen. Für AZ, das ewige Talent, bleibt lediglich der Ausweg in den Untergrund. Seine Indie-Alben tragen in Folge bezeichnend gewollt Namen wie "Undeniable" und "Legendary".
Mit seinen Kollaborationen mit Pete Rock, den Trackmasters und DJ Premier bleibt AZ zwar der Geheimtipp für Hörer, deren Rap-Zeitrechnung im Jahr 1995 stehen geblieben ist. Aus dem Hip Hop-Kanon der Post-Millennium-Generation muss sich der ehemalige Nas-Intimus aber fast vollständig verabschieden.
G.O.D. (Gold, Oil & Diamonds) (2009), Legendary (2009), Undeniable (2008), The Format (2006), A.W.O.L. (2005), Aziatic (2002), 9 Lives (2001), Pieces Of A Man (1998), Do Or Die (1995)
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rezension coldfire |
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31.07.11, 05:31 coldfire |
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