Porträt

laut.de-Biographie

Hava

"Ich wollte schon immer Musik machen, aber es war für mich eher ein Traum. Ich dachte mir: Das wird sowieso nichts. Das ist ein Spiel, in das du nicht so leicht reinkommst und wo du auch nicht so schnell akzeptiert wirst." Ein Irrtum, wie sich rasch herausstellen sollte. Anfang 2019 wandert Dilara Hava Tunçs Demoband in der hiesigen Musikindustrie von Hand zu Hand, um schließlich bei ihrem zukünftigen Management zu landen. Es folgt ihr erster Song und damit gleich der erste Hit. "Es ging echt megaschnell", gesteht sie sich rückblickend im Interview mit Alles Gold ein.

Hava wird im Sommer 1998 in Hamm geboren. Als die Rapperin mit türkischen und bosnischen Wurzeln ihr erstes Vertragsangebot erhält, dominieren zunächst einmal die Selbstzweifel: "Ich habe gar nicht an mich geglaubt. Ich dachte, ich werde mich wahrscheinlich blamieren. Aber es hat irgendwie funktioniert." Am Weltfrauentag 2019 stellt sie die erste Hörprobe ihres Debütsongs online. "Heartbreaker" erscheint kurz darauf und findet von Nimo bis Eunique breite Zustimmung. Ihre Live-Feuertaufe folgt im Rahmen eines Auftritts beim Hörfunksender Jam FM.

Mit "Korb" wendet sie sich im Sommer noch stärker dem Gesang zu. Ihre zweite Single erscheint erneut über den Sony-Music-Ableger RCA Deutschland. Die zunehmenden sexistischen Sprüche in den Kommentarspalten einschlägiger Netzwerke kontert sie schonungslos und solidarisiert sich gleich noch mit ihren Genre-Genossinnen Shirin David, Loredana, Nura und Juju. Hava durchlebt ihre eigene Aufstiegsgeschichte, die sie in "Panamera" mit den bekannten Rap-Versatzstücken zusammenfasst: "'Aus dir wird nichts', sagten alle meine Lehrer. Doch heute bin ich auf dem Pausenhof das Thema."

Nach ihrer vierten Single "Idemo" meldet sich Nimo wegen einer Kooperation bei ihr. Hava zeigt sich angesichts des Angebots entzückt: "Ich war überwältigt. Ich hab' mich wirklich geehrt gefühlt, dass er das mit mir machen wollte." Für sein Album "Nimoriginal" nehmen sie den Song "Kein Schlaf" auf, der beide zu Nummer-eins-Künstlern befördert. Innerhalb eines halben Jahres sammelt der Song 30 Millionen YouTube- und 45 Millionen Spotify-Aufrufe sowie eine Goldene Schallplatte in Deutschland und Platin in der Schweiz. "Nagelneu" und "Krank" begnügen sich mit weniger hohen Chartweihen.

Noch stärker als bei ihren männlichen Kollegen steigt mit zunehmender Prominenz auch das öffentliche Interesse an ihrem Privatleben. Nach grassierenden Gerüchten über Beziehungen mit Nimo oder Fero47, frohlockt der Boulevard, als sie sich im Video "Ma Bae" als Frau an Dardans Seite präsentiert. "Ich weiß, dass die Leute mich erkennen, dass ich aufpassen muss und dass ich leider nicht überall hin kann", schildert sie gegenüber Alles Gold die Schattenseiten der Aufmerksamkeit, die sie selbst noch nicht ganz nachvollziehen kann: "Ich empfinde mich selbst als zu normal."

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