Porträt

laut.de-Biographie

Faber

Seit seinem crowdgefundeten Debüt "Alles Gute" gilt der Zürcher Singer-Songwriter Faber als vielleicht größte Hoffnung im Schweizer Popgeschäft. Die EP erscheint im Mai 2015 beim Sophie Hunger-Label Two Gentlemen und erntet bis weit nach 2016 hinein im gesamten deutschsprachigen Raum nicht nur begeisterte Rezensionen, sondern auch respektable Plätze in den MP3-Verkaufscharts.

Faber: Gruß an die "rechten Vögel"
Faber Gruß an die "rechten Vögel"
"Bitte nicht die Schweiz kaputt machen" - bei den Swiss Music Awards 2018 warb Faber für ein Nein zur rechten "No Billag"-Initiative.
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Für diese Begeisterung ist mutmaßlich Fabers Authentizität verantwortlich. Allein an der Akustikgitarre bildet der Jahrgang 1993 und Sohn des italienischen Liedermachers Pippo Pollina in Windeseile eine treuergebene Gefolgschaft: mit bildhaften Texten, die von Freiheit, Selbstzweifeln und Verlierertum erzählen.

Denn Faber, mit bürgerlichem Namen Julian Pollina, beherrscht das Balancespiel zwischen Schwermut und ironischer Distanz, wenn er etwa die Wählergemeinde rechtspopulistischer Parteien in der Schweiz, Österreich und Deutschland zeitgemäß personifiziert. "Mein Dorf ist grau / Mein Alltag und meine Alte auch / Nur die Bunte bringt hier Farbe ins Haus / Ich träume oft von früher und wie schön es war", heißt es etwa im Song "Wer Nicht Schwimmen Kann Der Taucht".

Er hat ein Händchen für griffige, einprägsame Songzeilen wie "Zürich brennt nicht mehr, Zürich kauft jetzt ein". Der zugehörige Song heißt "Züri", seine Texte trägt Faber aber in einwandfreiem Hochdeutsch vor, obwohl er natürlich auch das Schwizerdütsch beherrscht.

Faber - Sei Ein Faber Im Wind Aktuelles Album
Faber Sei Ein Faber Im Wind
Singer/Songwriter-Pop mit Balkan-Beats und Spaß am Rollenspiel.

Mit dieser rau raspelnden Unverstelltheit bei zugleich einfachem Mitteleinsatz tritt er, der nach diversen Bandformaten 2013 mit dem Sololiedermachen beginnt, im Umfeld von AnnenMayKantereit, Element Of Crime und Von Wegen Lisbeth auf den Plan. Mit selbigen teilt er sich auch das Management. Sophie Hunger hatte er bei einem Konzert von Stiller Has getroffen und einfach angesprochen.

Zunächst rekrutiert Faber seine Hörerschaft noch vorrangig bei schlecht bezahlten Hochzeits- und Restaurantauftritten und überall sonst, wo man ihn in seiner Zürcher Heimat lässt. "Wenn ich daran zurückdenke, bin ich schon froh, dass ich mittlerweile Konzerte spielen kann, wo mich das Publikum hören mag."

So bescheiden muss Faber, der gelegentlich auch unter dem Künstlernamen Jimmy Ragusa auftritt, allerdings gar nicht sein. Allein im Sommer 2016 spielt er mit Mitmusiker Tillmann Ostendarp im Zuge seiner zweiten EP "Abstinenz" auf Dutzenden Festivals. Wenn es sein muss, eben auch vor der Bühne. Mehr als Gitarre, Schlagzeug und Posaune ist dafür nicht nötig. Auch ein Vorbandauftrag für die zu jener Zeit gefeierten Wiener von Wanda springt dabei heraus.

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Faber "Ist die AfD wirklich so dumm?"
Faber über sein Album und Unterschiede zwischen deutschen und schweizer Rechtspopulisten.

An selbstironischem Augenzwinkern mangelt es Faber in keinem Fall. "Das Reizvolle ist bei uns vielleicht, dass wir zwar unter dem Label Singer-Songwriter angekündigt werden", so der Schweizer. "Aber wenn man uns dann live sieht, merkt man, dass es eigentlich viel brachialer ist. Akustik-Punk für Mädchen – so könnte man es sagen. Am liebsten würde ich wie Jacques Brel klingen. Ich klinge leider anders."

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Sa 24.02.2018 Osnabrück (Hyde Park)
Di 27.02.2018 Berlin (Huxley's Neue Welt)
Mi 28.02.2018 Hamburg (Große Freiheit)
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Fr 02.03.2018 Dortmund (FZW)

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