Porträt

laut.de-Biographie

Zeromancer

Von wegen Norwegen! Wer immer noch denkt, dass Skandinavien hauptsächlich durch Skifahrer, Hammerwerfer oder monatelange Sonnenabstinenz gekennzeichnet ist, sollte sich schleunigst mal in der dortigen Musikszene umschauen.

Death- und Doom-Metal blühen in diesen Breiten ja schon seit längerem und auch unser aller Ville stammt aus jener Gegend. Bands wie Seigmen, Vampire State Building, Prick und Kidney Thieves sind aber wohl den wenigsten bekannt, aber genau aus ehemaligen Mitgliedern dieser Formationen setzen sich Zeromancer zusammen, die mit ihrem Debüt "Clone Your Lover" in der Gruft-, Wave- und Gothic-Ecke für Aufhören sorgen konnten.

Die Band besteht aus Alex Møklebust (Gesang), Kim Ljung (Bass, Gesang), Noralf Ronthi (Schlagzeug), Erik Ljunggren (Programming) und Chris Schleyer (Gitarre). Schaut man sich die Liste der Bandfavoriten an, kann man sich ungefähr vorstellen, wie der Sound von Zeromancer klingt. Kraftwerk, Nine Inch Nails und Depeche Mode sind ihre erklärten Lieblinge, und das hört man ihnen an. Industrial-Anklänge, ein fettes Gitarren-Brett, ein wenig Noise aber immer gepaart mit poppigen Hooklines die den Ohrwurmcharakter der Zeromancer Songs zum Tragen bringen.

Als 1999 die Band aus der Taufe gehoben wird, haben selbst Kim und Erik, die etwas vollkommen Neues machen wollen, keine Ahnung, wie das neue Baby denn klingen sollte. Nur eines ist klar: gaaaaanz anders soll es sein als das, was sie bisher gemacht haben. Zu der Zeit sind die beiden gerade in den Staaten unterwegs und verbringen die erste Zeit damit, neue Songs zu komponieren. Alex und Noralf stoßen kurze Zeit später hinzu, fehlt nur noch ein fähiger Gitarrist, den man letztendlich in Chris Schleyer findet.

Mit dieser Besetzung, die offenbar gut miteinander harmoniert, machen sich Zeromancer auf die Suche nach geeigneten Produzenten. Ursprünglich wollen sie mit Sylvia Massy arbeiten, die jedoch abspringt, nicht ohne den Jungs vorher den Namen James Saez ins Ohr zu flüstern. Jener welcher verdient sich schon Meriten als Knöpfchendreher für Duran Duran, Social Distortion (sowie Mike Ness) und spielt in Perry Farrells Porno For Pyros den Sechs-Saiter. Indem sie kurzerhand James im Studio an die zweite Gitarre stellen, schlagen sie sogar zwei Fliegen mit einer Klappe.

Nachdem die ersten Songs eingespielt sind, greift der Major EastWest spontan zu, und kurz darauf ist ein beeindruckendes Debüt im Kasten. Es dauert nicht lange, bis Zeromancer zum gefragten Live-Act avancierten. Festivalauftritte (M'era Luna) und kleine Clubtouren sichern ihnen einen Status. Das folgende Album "Eurotrash" bringt jedoch nicht den erwarteten kommerziellen Durchbruch. Zeromancer verharren genau dort, wo sie mit dem Debüt aufgehört haben.

Anscheinend hat der Flop die Band zum Umdenken bewegt. Wesentlich poppiger und eingängiger präsentieren sie sich auf Album Nummer drei "Zzyzx". Ob das man gut geht?

Alben

Zeromancer - Zzyzx: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2003 Zzyzx

Kritik von Jens Brüggemann

Elektro-Rock der zunächst unter die Haut, dann auf den Wecker geht. (0 Kommentare)

Zeromancer - Eurotrash: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2001 Eurotrash

Kritik von Philipp Schiedel

Der Albumtitel trifft voll ins Schwarze. (0 Kommentare)

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