Porträt

laut.de-Biographie

Wolf Parade

Wolf Parade werden gerne in einem Atemzug mit der gedeihenden Musikszene Montreals genannt. Das hat auch seine Berechtigung, immerhin schaffte die Band in dieser Stadt den Durchbruch. Ihre Wurzeln liegen jedoch in Victoria, einer Stadt in der kanadischen Provinz British-Columbia.

Der Keyboarder Spencer Krug verlässt Victoria, als er sich von seiner dort ansässigen Band Frog Eyes trennt, um für ein Studium nach Montreal zu ziehen. Durch einen befreundeten Booker erhält er im März 2003 das Angebot als Support für die damals noch unbekannten Arcade Fire zu spielen. Ohne eine Band oder Songs zu haben sagt Spencer zu und fragt seinen alten Kumpel Dan Boeckner, der nach dem Ende seiner Band Atlas Strategic auch gerade von Victoria nach Montreal gezogen ist, ob er ihm aushelfen könne. Dan kann und setzt sich in seinem Appartement mit Spencer zusammen, um in drei Wochen ein paar Songs zu schreiben und eine Band aufzubauen. Beim Songwriting wird strikt zwischen Spencer (Keyboards) und Dan (Gitarre) geteilt – jeder singt dabei auch seine eigenen Songs. Zusammen mit Arlen Thompson (der auch aus Victoria stammt und nun in Montreal studiert) an den Drums bestreiten sie den Auftritt erfolgreich und beschließen von nun an als Trio weiter an der neuen Band namens Wolf Parade zu arbeiten.

In Eigenregie veröffentlicht dieses Line-Up 2003 dann eine erste EP mit vier Stücken. Eine weitere selbstveröffentlichte EP mit sechs weiteren Songs erscheint 2004. Dieses Mal sind Wolf Parade allerdings zu Viert: mit Hadji Bakara steigt wieder ein alter Bekannter aus Victoria, der inzwischen in Montreal lebt, in die Band ein und ist mit seinem Laptop und seinen Keyboards für die verrückten Soundeffekte der Band zuständig.

Isaac Brooks, das Mastermind von Modest Mouse, wird auf die Band aufmerksam und setzt alle Hebel in Bewegung, um das amerikanische Kult-Label SubPop davon zu überzeugen Wolf Parade sofort unter Vertrag zu nehmen. Das SubPop-Büro in Seattle gehorcht dem Meister und schon kurze Zeit später sitzt Brooks hinter dem Mischpult und nimmt zwei Songs für die im Juli 2005 erscheinende selbstbetitelte EP auf. Für Wolf Parade ist es die erste Veröffentlichung auf einem richtigen Label.

Brooks produziert dann auch einen Großteil des Debüts "Apologies To Queen Mary", das Ende September 2005 auf SubPop erscheint und auch international für Furore sorgt. Dan und Spencer singen darauf jeweils sechs Songs. Obwohl auf der Platte immer abwechselnd Songs von Dan bzw. Spencer gepresst werden, nähern sich die beiden in ihrem Songwriting mehr und mehr an. Während früher noch klar zu hören war, dass Dan der geradlinige Rocker der Band ist und Spencer der Mann für die schrägen Töne, finden die beiden nun den Weg zu einer roten Linie für Wolf Parade.

Der Sound der Band setzt sich zu gleichen Teilen aus Modest Mouse wie aus Arcade Fire zusammen – viele machen auch bowiesche Einflüsse aus. Der Arcade Fire-Vergleich geht der Band zwar etwas auf die Nerven ist aber keineswegs aus dem Himmel gegriffen. Die beiden Bands sind dick befreundet, Arlen Thompson spielte dort im Herbst 2003 kurzzeitig Bass und auf deren Debüt "Funeral" beim Track "Wake Up" Schlagzeug, und der Arcade Fire Basser Tim Kingsbury half bei drei Tracks des Wolf Parades Debüts aus.

Nach den Aufnahmen der Platte steigt im Sommer 2005 Dante DeCaro als zweiter Gitarrist bei Wolf Parade ein. Wie nicht anders zu erwarten, ist auch er ein alter Kumpel aus Victoria, der auf Grund musikalischer Differenzen die erfolgreichen Kanadier Hot Hot Heat verlassen hat (bei denen er für die markanten Gitarren-Riffs zuständig war) und nun nach Montreal zog. Zu Fünft geht es dann an die Aufnahmen zum zweiten Album. Spencer arbeitet währenddessen noch an seinen Neben-Projekten Sunset Rubdown und Fifths of Seven.

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