Porträt

laut.de-Biographie

Wölli & Die Band Des Jahres

Im fortgeschrittenen Alter will es Wolfgang Rohde alias Wölli noch mal wissen: "Ich vergleiche das gerne mit Fußballern – niemand sitzt gerne auf der Bank und jeder möchte Tore schießen. Ich habe jahrelang nur am Schreibtisch gesessen und Mails geschrieben. Ich habe das zwar gerne gemacht, aber mein Musikerblut war in Wallung gekommen, und ich wollte einfach wieder Musik machen", so der Ex-Drummer der Toten Hosen: Wölli & Die Band Des Jahres.

Wolfgang Rohde kommt in Kiel zur Welt. Mit zwei Geschwistern wächst er wohlbehütet in einer Beamten-Familie auf. Die Jugend verläuft unspektakulär, ehe er sich im Jahr 1968 nach bestandener Elektriker-Ausbildung erstmals als Querdenker outet.

Um sich dem Grundwehrdienst zu entziehen, sattelt Wölli nach Berlin um und schließt sich der Szene um Rio Reiser an. Er lernt Schlagzeug spielen und macht erste musikalische Gehversuche. Zunächst zieht es ihn eher in den Hintergrund der Branche, und er beschäftigt sich primär mit Mix- und Produktions-Vorgängen. Mitte der Siebziger geht Wölli auf die britische Insel, wo er in London für diverse Tonstudios Reggae-Platten mixt.

Wieder in Berlin beheimatet, trommelt er im Studio für Abwärts und die Einstürzenden Neubauten und schließt sich nebenbei noch der Punk-Combo Suurbiers an, ehe er 1986 von den Toten Hosen nach Düsseldorf gelotst wird. Bis 1999 sitzt er auf dem Drum-Schemel der Düsseldorfer Parade-Punks, bevor er seinen Posten gesundheitsbedingt an Vom Richie abtritt.

Im Sommer 2000 trifft Wölli ein herber Schicksalsschlag, als er in einen Autounfall verwickelt wird, der ihn fast das Leben kostet. Er liegt zwei Tage im Koma und verbringt die nächsten anderthalb Jahre in diversen Reha-Kliniken, wo er sich Gedanken über seine Zukunft macht: "Ich war drei Monate ans Bett gefesselt und wusste nicht, wie ich liegen sollte. Da geht einem ziemlich viel durch den Kopf. Ich wollte, wenn ich wieder laufen kann, etwas von dem Glück und auch von der Erfahrung, die ich in 30 Jahren Musik gesammelt habe, weitergeben", erinnert er sich rückblickend.

Schlagzeug spielen geht nicht mehr - so gründet er im Jahr 2004 ein Label (Goldene Zeiten), um jungen Bands eine Plattform zu bieten. Nach sechs Jahren hinterm Schreibtisch juckt es den Veteran aber wieder in den Fingern, und er gründet mit Freunden das Projekt Wölli & Die Band Des Jahres.

Allerdings steht er nun am Mikrofon: "Ich habe mal aus Spaß bei einer Band mitgesungen, und die meinten, dass ich ja richtig singen kann. Außerdem hatte ich aus meiner Zeit mit den Hosen sehr viel erlebt, und wer viel erlebt hat, der hat auch viel zu erzählen."

Im September 2011 erscheint das Debut "Das Ist Noch Nicht Alles". Angst vor der neuen Rolle als Frontmann hat Wölli keine: "Obwohl ich als Sänger Anfänger bin, bin ich zuversichtlich. Ich habe durch meine Zeit bei den Hosen sehr viele Erfahrungen gesammelt, sodass ich davon überzeugt bin, dass wir alle viel Spaß haben werden."

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