Porträt

laut.de-Biographie

Willy DeVille

Willy De Ville kommt am 25. August 1950 als William Borsay in New York zur Welt. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in London kehrt er 1971 nach San Francisco zurück, um dort die Bands "Lazy Eights" und "Billy De Sade & The Marquis" zu formieren. Zu Weltruhm gelangt er allerdings erst mit der "Mink De Ville" - Truppe. Ihr Debütalbum "Cabretta" veranlasst 1977 die gesamte Musikpresse zu Huldigungsbeteuerungen. Das Rolling Stone Magazin kürt es mit seinem urbanen Rock'n'Roll - Rhythm'n'Blues zum "Best Album Of The Year". Der deutsche Musikexpress steht dem in nichts nach und kommentiert: "Willy ist der Prototyp eines Rock'n'Roll-Menschen. Seine Stimme ist rau, trocken, aufregend und dreckig, und in ihr schwingt die sinnliche Anmache, die uns Hörer zittern lässt".

Aufgewachsen ist Willy DeVille mit dem ehrlichen Liedgut der 50er und 60er Jahre. Bob Dylan und Jimi Hendrix sind die Helden der damaligen musikalischen Revolution, von deren Einfluss sich Willy nie lösen wollte. Dementsprechend zeichnet der echte Blues seine Alben aus, dessen gequälte Blüte im erdigen Ambiente am Besten gedeiht.

1986 erscheint das von Mark Knopfler (Dire Straits) produzierte Solodebüt "Miracle", auf dem auch die Grammy-nominierte Nummer "Storybook Love" enthalten ist. Persönliche Schwierigkeiten und ein unsteter Lebenswandel verhindern jedoch den endgültigen Durchbruch.

1992 folgt ein neuer Plattenvertrag und das Album "Backstreets Of Desire", mit dem er 1993 auf erfolgreiche Europatournee geht. Als "Meister der Zeremonie" überzeugt er Kritiker und Publikum gleichermaßen. Zwei Jahre später folgt die Studioproduktion "Loup Garou". In den Songs experimentiere ich mit Dingen, die ich niemals zuvor ausprobiert habe. Damit soll dokumentiert werden, dass man mich nicht ausschließlich auf Rhythm'n'Blues limitieren kann". Trotz dieses Statements darf man Willy DeVille getrost als einen der letzten echten Bluesbrother bezeichnen, der sich der unverfälschten Arterhaltung des Genres verschrieben hat.

2002 kehrt er zum 25-jährigen Bühnenjubiläum zu seinen Wurzeln zurück und begibt sich im Trio mit dem Pianisten Seth Farber und dem Bassisten David Keyes auf die Suche nach den Ursprüngen seiner Inspiration. Dass dabei ein waschechtes Blues-Album heraus kommt, wundert niemand. Ebenfalls traditionell, aber stilistisch deutlich weiter gefasst kommt im Herbst 2004 das "Crow Jane Alley" daher. Nach einem rumpelnden Opener mit Session-Atmosphäre, der so klingt, als habe DeVille justament all die Drogen ausprobiert, über die er singt, entwickelt sich die Scheibe zu einem Streifzug durch die Südstaaten-Stile Tex Mex, Cajun und Voodoo-Blues.

Es vergehen vier Jahre, bis Willy DeVille mit "Pistola" im Februar 2008 ein weiteres Album veröffentlicht. Wieder setzt der mittlerweile 57-Jährige auf die Zusammenarbeit mit dem Produzenten John Philip Shenale (The Bangles, Tori Amos, Robert Cray) und auf einen Stilmix der ihm vertrauten Genres.

Kurz nach Erscheinen der Platte will sich Willy einer Hepatitis C-Behandlung unterziehen, während der bei ihm Krebs an der Bauchspeicheldrüse festgestellt wird. DeVille verliert den Kampf gegen die Krankheit und stirbt am 7. August 2009. Der Sänger wurde nur 58 Jahre alt.

News

Alben

Willy DeVille - Pistola: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2008 Pistola

Kritik von Martin Leute

Nichts Neues, aber grundsolide und lässig. (0 Kommentare)

Willy DeVille - In Berlin: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2002 In Berlin

Kritik von Kai Kopp

Ein pures, authentisches, unverfälschtes Blues-Album. (0 Kommentare)

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