Porträt

laut.de-Biographie

Thursday

Ob Thursday sich an einem Donnerstag gegründet haben, ist nicht überliefert. Die von der Band angegeben Gründe für ihren Namen divergieren zwischen einem Zusammenhang zur Musik und der Bedeutung des Donnerstags als Einleitung des Wochenendes und noch viel größerem Blödsinn, den sie sich wohl ausdenken, wenn alles mal wieder ein bisschen zu viel war.

Seit ihrem zweiten Album "Full Collapse" (2001) dürften sich die Gelegenheiten zur Entäußerung gehäuft haben. Das Album verkauft in Amerika sechsstellig, etabliert die Band an der Speerspitze des Emocore und füllt in den Staaten locker die 2000er Hallen. MTV mag das auch.

Bis zum Durchbruchsalbum haben Thursday mit Musiksendern, Radiostationen oder dem Apple-Super-Store (in dem sie einen exklusiven Live-Gig mit Thrice spielen) recht wenig zu tun. Die Fünf Jungs aus New Brunswick im Bundesstaat New Jersey gründen Thursday im Jahr 1997, um ihrer jugendlichen Wut ein Ventil zu geben.

Thursday sind von Anfang an mehr Familie als Band. Sänger Geoff Rickly, die Gitarristen Steve Pedulla und Tom Keely, Basser Tim Payne und Schlagzeuger Tucker Rule wohnen zu Beginn noch alle zusammen in einem Haus in New Jersey, dessen Keller regelmäßig für Hardcore-Konzerte missbraucht wird. Das geschieht natürlich nicht ganz uneigennützig: Durch ihre selbstorganisierten Gigs kommen Thursday schon zu Anfang ihrer Karriere in den Genuss, mit solch illustren Band wie At The Drive-In oder Hot Water Music auf der Bühne zu stehen.

Der Sound der Jungspunde ist so auch fest im Umfeld dieser Bands und alter Helden wie Quicksand oder den Bad Brains angesiedelt. Verzweifelte Schreie und komplizierte Gitarren donnern über herein und hinterlassen einen ungeheuer impulsiven Eindruck. Thursday sind nicht leicht zu durchschauen und setzen genaues Zuhören voraus.

Das tut offensichtlich das New Yorker Hardcore-Label Eyeball und veröffentlich Ende des vergangenen Jahrhunderts das Debüt "Waiting". Die Öffentlichkeit bekommt davon aber wenig mit, unterdessen tourt man weiter durch die Wohnzimmer der Ostküste. Erst als 2001 das legendäre Victory Label (Boy Sets Fire, Snapcase oder die deutschen Waterdown) Thursdays zweites Album "Full Collapse" veröffentlicht, nimmt die Sache ihren Lauf. Die Band zeigt sich nun weit erwachsener und durchdachter, der Einfluß von The Cure scheint (vor allem durch Geoffs Gesang) klarer durch. Thursday sind jetzt nicht mehr die schnell drauflosstürmenden Jungs aus dem Keller. Für viele bringt "Full Collapse" das Emo-Genre sogar auf ein komplett neues Level.

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