Porträt

laut.de-Biographie

This Mortal Coil

This Mortal Coil darf man getrost als Supergroup des Darkwave-Genres bezeichnen. Eine Band im engeren Sinne ist TMC dennoch nie gewesen. Das Ganze hat vielmehr den Charakter eines musikalischen Projektes mit stets offener Tür zum Kommen und Gehen.

Chef und Inszenator der Truppe ist Ivo Watts-Russell. Der Brite steht im Musikbusiness vor allem für die Gründung des legendären Labels 4AD im Jahr 1979. Dieses hat sich stets zur Aufgabe gemacht, einzigartige Bands und Songwriter zu fördern, die jenseits des Mainstreams ihren ganz eigenen Stil haben.

Zu den Künstlern dieser Pionier-Indie-Plattenfirma zählen unter anderem Bauhaus, Beirut, Dead Can Dance, Scott Walker oder die Pixies.

Das pure Dasein als Labelchef erweist sich für den Musiker Watts-Russel jedoch sehr schnell als unbefriedigend. Was also liegt näher, als den bunt illustren Freundeskreis ins Boot zu holen? Gesagt, getan! Innerhalb von nur acht Jahren musikalischer Aktivität entstehen drei meisterliche Langspielplatten.

Normalerweise heißt es durchaus zu Recht: Viele Köche verderben den Brei. Doch TMC verträgt so unterschiedliche Komponisten und Interpreten wie Breeders, Lisa Gerrard plus Brendan Perry (Dead Can Dance), die Cocteau Twins oder The Wolfgang Press.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Dream Pop oder Gothic Dream Pop nennt sich seither die dargebotene Musik: eine Mélange aus Klassik/Psychedelic-Folk, Post-Punk und dem ätherischen Heavenly Voices Stoff der D.C.D.

Alle drei Alben "It'll End in Tears", "Filigree & Shadow" und "Blood" gelten später - auch außerhalb der Szene - als makellose Meisterwerke. Bis hin zur Créme der Soundtrackszene (beispielsweise bei Hans Zimmer oder in David Lynchs Filmen) genießen This Mortal Coil tiefen Respekt.

Trotz aller Anerkennung und Wertschätzung legt Watts-Russel das Bandprojekt 1991 auf Eis. Bis auf eine kurz darauf erschienene Compilation existiert seitdem kein echtes Lebenszeichen von TMC. Eine offizielle Auflösung gibt es gleichwohl auch nicht. Never say never! Die Hoffnung auf eine Neuauflage stirbt doch immer zuletzt.

Alben

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