Porträt

laut.de-Biographie

Bauhaus

Noch heute gilt das 1978 im englischen Northampton zunächst unter dem Namen Bauhaus 1919 gegründete Quartett als die wichtigste und einflussreichste Gothic-Rockband aller Zeiten. Den Namen hatten die vier Kunst- und Architekturstudenten der gleichnamigen, vom Deutschland der 20er Jahre ausgehenden Avantgardebewegung entliehen.

Noch vor der ersten Veröffentlichung "Bela Lugosi's Dead" verkürzt man den Bandnamen auf Bauhaus. Mit dem charismatischen Sänger Peter Murphy, Bassist David Jay, Gitarrist Daniel Ash und Drummer Kevin Haskins schlagen Bauhaus dunkel minimalistische Töne an, getragen von unterkühlten Synthezisern, abgehackten Gitarrenriffs, stoischen Rhythmusmustern und der unverwechselbaren Intonation ihres Frontmannes.

Während die Baushaus-Debütsingle "Bela Lugosi's Dead", die auf dem kleinen Independent-Label Small Wonder erscheint, fast nur im Underground Wellen schlägt, finden sich Murphy und Co. nach dem Wechsel zum renommierten 4AD-Label mit den Singles "Kick In The Eye" und "The Passion Of Lovers" von ihrem Klassiker-Debüt "In The Flat Field" auch in den britischen Charts wieder.

"Mask", der im Folgejahr erscheinende Nachfolger führt die düsteren Ambitionen des Erstlings fort, bemüht sich allerdings auch gleichzeitig, den Bauhaus-Sound zugänglicher zu machen; das Publikum nimmt diese Offerte dankbar an und befördert "Mask" ebenfalls in die Charts.

Den größten Erfolg ihrer insgesamt nur fünf Jahre währenden Karriere feiern Bauhaus mit einem erstklassigen Cover von David Bowies "Ziggy Stardust", das die LP "The Sky's Gone Out" auf Platz vier der britischen Albumcharts befördert.

Als Sänger Peter Murphy aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht an den Aufnahmen zum vierten Bauhaus-Werk "Burning From The Inside" teilnimmt, profilieren sich Gitarrist Daniel Ash und Bassist David Jay, was das Bandgefüge derart aus dem Gleichgewicht bringt, dass sich Bauhaus am 5. Juli 1983 auflösen. Peter Murphy startet in den folgenden Jahren eine erfolgreiche Solokarriere, Daniel Ash führt zunächst sein Projekt Tones On Tail weiter, bevor er mit seinen alten Bauhaus-Freunden Love And Rockets ins Leben ruft.

1998 formieren sich Bauhaus wieder für einige Konzerte in Los Angeles, die eine derartig positive Resonanz hervor rufen, dass das Quartett noch einmal mit ihren inzwischen zu Klassikern avancierten Stücken um den Globus tourt. Natürlich gibt es von dieser historischen Reise anschließend mit "Gotham" auch das passende Tondokument. Seitdem wollen Gerüchte um ein neues Bauhaus-Studioalbum zwar nicht verstummen, bewahrheiten tun sich jedoch nur seltene Live-Auftritte, wie im April 2005 auf dem kalifornischen Coachella Festival.

Dort spielen Bauhaus neben Weezer und Coldplay zur Prime Time. Anfang 2006, passend zur DVD-Veröffentlichung "Shadow Of Light / Archive", tritt Murphys Truppe in Köln und Berlin auf.

Im März 2008 erscheint dann tatsächlich das erste Studioalbum seit 1983. Zur Veröffentlichung von "Go Away White" wird es allerdings keine Tournee geben, stattdessen löst sich die Band aus internen Gründen erneut auf. Drummer Kevin Haskins meint dazu geheimnisvoll: "Wir kamen wirklich gut miteinander klar, aber dann gab es einen Zwischenfall. Ein paar von uns waren einfach der Meinung, in dieser Formation nicht mehr weiter machen zu wollen."

Auf das Album sei man natürlich trotzdem sehr stolz. Man habe sich ohne Druck getroffen, einfach um zu sehen, ob man gemeinsam etwas Überzeugendes erschaffen könne. Um so trauriger das neuerliche Ende: "Es bleibt ein diffuses Gefühl der Leere, da wir mit dem neuen Material nicht auf Tour gehen werden", so Haskins. Dies erledigt Murphy scheinbar lieber im Alleingang: 2013 verkündet er eine Solo-Tournee zu Ehren des 35. Band-Geburtstags und verspricht, ausschließlich Bauhaus-Songs zu spielen.

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Bauhaus - Gotham: Album-Cover
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2002 Gotham

Kritik von Daniel Straub

Die Gothic-Rocker brillieren live in Gotham City. (0 Kommentare)

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