Porträt

laut.de-Biographie

The Dead Trees

Wie viel Geld braucht es für ein gutes Album? Eine Rechnung: 10.600 Dollar für die Aufnahmen plus 1.750 Dollar für eine Woche im Studio. Hinzu kommen 2.500 Dollar für den Mix, 2.000 Dollar für das Mastering der Platte. Und natürlich die 150 Öcken für die Sandwiches nicht zu vergessen.

Alles in allem also rund 17.000 Dollar. Oder – wie im Falle der Dead Trees: 139 extrem nette Fans ohne Geldprobleme. Die spenden dann nicht nur die benötigten Moneten. Nein, die geben sogar noch ein paar Hundert Dollar mit obendrauf.

Viele mag das nicht wundern. Denn an prominenten Befürwortern mangelt es nicht: von Adam Green über Wade Oates (The Virgins) bis hin zu The Whigs. Sie alle riefen in einem Video auf kickstarter.com zur Spendenaktion zugunsten des Dead Trees-Albums auf. Die Band selbst beschreibt diese Solidarität mit "amazing". Jenny Eliscu vom Rolling Stone findet die Idee großartig, denn die Band sei "awesome" und Adam Green hüpft vor lauter Freude quer durchs Bild. Er kennt die Band bereits von Liveauftritten – die Vierkombo The Dead Trees war sowohl mit ihm als auch MGMT oder The Whigs unterwegs.

Seinen Anfang nimmt die Karriere der Dead Trees 2007 in Boston. Man kennt sich bereits aus Schultagen und es dauert nicht lange, bis Michael Ian Cummings (Gesang, Gitarre), Todd Dalhoff (Bass, Gesang), Matthew Borg (Gitarre, Gesang) und Noah Rubin (Schlagzeug, Gesang) ihre erste EP "Fort Music" veröffentlichen. Die Truppe zieht es nach Portland, Oregon, wo sie sich mit langweiligen Jobs über Wasser halten und nebenbei Stücke für ihr erstes Album schreiben.

Irgendwann bekommt der Strokes-Gitarrist Albert Hammond Jr. die Platte in die Hände – und nimmt die toten Bäume für sein Soloprojekt mit auf Touren durch die USA. Langsam kommt die Karriere der Truppe in Schwung, so dass 2008 das Debüt "King Of Rosa" veröffentlicht wird.

Im Jahr 2009 wird Los Angeles zur neuen Heimat der Dead Trees. Die sonnige Umgebung hat auch enormen Einfluss auf die Stimmung der neuen Songs. Man bewegt sich zwischen 60s/70s Rock und lässigem Folkpop – nicht zu vergessen die sonnenbeschwingten Melodien. "L.A. inspiriert mich", erklärt Sänger Ian Cummings. "Ich kenne hier eigentlich niemanden – und irgendwie gefällt mir das."

So ganz stimmt seine Aussage jedoch nicht: Noah Georgeson (Devendra Banhart, Joanna Newsom, Adam Green) tritt für den Zweitling "Whatwave" als Produzent in Erscheinung, und Little Joy leisten musikalische Unterstützung. Nicht zu vergessen all die Musiker aus dem Kickstarter-Video.

So kommt "Whatwave" 2011 in Deutschland auf den Markt – komplett finanziert durch Fans. Sogar 371 Dollar mehr sind auf dem Dead Trees-Spendenkonto gelandet. Zumindest die nächste Ration Sandwiches ist also gesichert.

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