Porträt

laut.de-Biographie

The Courteeners

Wenn eine Britrockband noch vor dem Debütalbum mit Szenegöttern verglichen wird, kann dies die Mitglieder unter einen nicht unerheblichen Erfolgsdruck setzen. Bei den Courteeners scheint das Gegenteil der Fall zu sein.

Mit fast an Arroganz grenzender Selbstverständlichkeit erzählt Frontmann Liam Fray dem Q-Magazin: "Von jeder Band aus Manchester wird erwartet, dass sie die neuen Smiths, Stone Roses oder Oasis sind - und sie alle enttäuschen diese Erwartungen. Das werden wir nicht tun."

Starke Worte. Noch 2006 treibt sich Sänger Liam Fray allein in der Open-Mic-Szene Manchesters herum, musiziert eher aus Spaß an der Freude als aus kommerziellen Gründen. Nach einem gelungenen Soloauftritt beim In The City-Music-Festival ändert sich die Situation allerdings schlagartig.

Wenn sich nun rumspricht, dass Fray in irgendeiner Bar oder einem Club auftritt, gibt es nicht wenige, die für ihn das heimische Sofa verlassen. Mit dem ersten Erfolg wächst der Wunsch, eine eigene Band zu gründen und professionell Musik zu machen.

Die erste Adresse dafür: alte Freunde. Drummer und Backgroundsänger Michael Campbell kennt Fray bereits seit seinem dritten Lebensjahr aus der Nachbarschaft. Bassist Mark Cupello und Gitarrist Daniel Conan lernt er im Alter von zehn Jahre kennen - alle vier wohnen im Stadtteil Middleton.

Nach ersten kleinen, aber recht erfolgreichen Gigs in Manchester soll der Ostersonntag 2007 ein entscheidendes Datum in der Bandgeschichte werden. Vierhundert Leute wollen die Courteeners sehen - das erregt die Aufmerksamkeit von Loog Records.

Nach einer Tour mit The Coral begibt sich der Vierer direkt in die Londoner Olympic Studios, um dort innerhalb von sechs Wochen das Debütalbum einzuspielen. "St. Jude" entsteht mit Produzent Stephen Street (The Smiths, Blur oder Babyshambles).

Die erste Single "Cavorting" erscheint im August 2007 - dem NME ist das einen Track der Woche wert. Das Album folgt im April, weckt zuweilen Erinnerungen an The Libertines und ergattert in Großbritannien Rang vier der Charts.

Der Hype steigert steigert sich noch im Jahr 2009, als für ein Konzert der Band in Manchester innerhalb von fünf Tagen 10.000 Tickets verkauft werden. Dort geben die Courteeners unter anderem Songs des kommenden Albums "Falcon" zum Besten, das 2010 releast wird. Auch Morrissey lässt sich vom Gitarrensound anstecken, bezeugt sein Fan-Dasein und lädt die Band als Support seiner Tour ein. Da Fronter Liam wiederum Fan von Morissey ist und sich schon als Teenie an den Smiths-Songs versuchte, schließt sich der Kreis und alle sind glücklich.

Bestärkt davon und überzeugt von sich selbst wie eh und je beschreiben die Courteeners "Falcon" dann mit: "Wir heben ab und breiten unsere Flügel zu neuen Höhenflügen aus. Das ist unsere Zeit." Ähnlich optimistisch, aber eher down-to-earth, fallen die Worte zum Nachfolge-Album "Anna" (2013) aus: "Unsere Musik hat sich genau wie unser Geist entwickelt und erweitert. Wir sind wieder angekommen.“ Ein Glück: The Courteeners sind nach der Flugstunde wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

Alben

The Courteeners - Anna: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2013 Anna

Kritik von Deborah Katona

Stadionrock muss nichts Schlechtes sein. (0 Kommentare)

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