Porträt

laut.de-Biographie

Spermbirds

Nur wenigen deutschen Punkbands kann man ohne Schamesröte im Gesicht Kultstatus attestieren. Die Spermbirds aus Kaiserslautern sind eine solche Combo. Obwohl ihnen nie Mainstreamerfolg vergönnt war, ist ihr Name all denjenigen ein Begriff, die mit drei Akkorden voll zufrieden sind.

Lee Hollis (Gesang), Frank Rahm und Roger Ingenthron (beide Gitarre), Markus Weilemann (Bass), und Matthias 'Beppo' Götte (Schlagzeug) erliegen der Langeweile der Stadt in der Pfalz und gründen 1983 als Antidot die Spermbirds. Als Fluchtlinien des eigenen musikalischen Horizonts dienen Punkbands wie die Buzzcocks oder Angelic Upstarts, aber auch Postpunkbands wie Wire.

Aber auch amerikanische Hardcoreformationen wie Minor Threat oder Black Flag beeinflussen die Spermavögel. Als erster Output gilt die Single "My God Rides A Skateboard", das 1984 erscheint. Zwei Jahre später reichts dann für ein ganzes Album, das Longplay-Debüt "Something To Prove" kommt via We Bite Records auf den Markt.

Als Vorteil für die Popularität erweist sich, dass die Band mit Boner Records von Anfang an auch eine Vertriebsmöglichkeit in den USA hat. Auch England kommt in den Genuss der Spermbirds, hier besorgt Manic Ear das Ladenbestücken. Schon ein Jahr später bringt das Quintett "Nothing Is Easy" heraus.

Das stellen selbige dann wohl auch fest, denn die Band trennt sich zum ersten Mal. "Aus Gründen die keiner der Bandmitglieder mehr weiß," wie es auf der Bandhomepage heißt. Doch schon 1989 finden die Fünf wieder zusammen. Für X Mist Records nehmen sie die dritte Langrille "Common Thread" auf.

Mit der Platte läuft es prima für die Jungs, sie landen erste Achtungserfolge in der Szene. Live haben sie sich längst einen hervorragenden Ruf erspielt, so dass die Tour zum Album einem Triumphzug durch Europa gleichkommt.

Wie es sich für eine Punkband gehört, veröffentlichen die Spermbirds Platten in kurzer Abfolge: "Eating Glass" erscheint 1990 genauso wie die Liveplatte "Thanks". Doch der Höhenflug findet ein jähes Ende. Der amerikanische Sänger Hollis erklärt 1992, dass er sich lieber seiner Zweitband 2 Bad widmen möchte. Die Spermbirds sind erneut am Ende.

Doch so ganz ohne können sie dann doch nicht, und so ersetzt die Band Hollis 1994 kurzerhand mit dessen Landsmann Ken Haus. Mit ihm nehmen sie "Shit For Sale" (1994) und "Family Values" (1995) auf, die beide bei GUN Records herauskommen. Doch so richtig warm wird die Band mit Sänger Haus nicht, und so beschließen sie, sich endgültig von den Fans zu verabschieden.

Im September 1997 steigt im Kammgarn zu Kaiserslautern das Abschiedskonzert mit beiden Sängern. Ihrer dokumentarischen Pflicht werden die Spermbirds mit dem Live-Doppelalbum "Get Off The Stage" gerecht. Im gleichen Jahr erscheint mit "Coffee, Hair And Real Life" eine Best-Of der Hollis-Jahre.

Und so könnten die Spermbirds prima im Grabe ruhen, doch 1999 juckts den Mitgliedern noch einmal in den Fingern. Mittlerweile zum Teil Familienväter, schaffen Hollis & Co. es 2004 tatsächlich doch noch einmal, mit "Set An Example" ein Album zu veröffentlichen. Es erscheint beim bandeigenen Common Thread Label.

Mittlerweile lassen es die Herren ruhige angehen, zumal sie über die Republik verteilt wohnen. Markus lebt in Berlin und betreibt nebenher die Band Coolerking. Beppo (in Köln sesshaft) und Frank (in Frankfurt) spielen beide nebenher bei der Walter Elf-Nachfolgeband Kick Joneses. Roger ist in Köln als Cometboy unterwegs und Lee Hollis singt seit 1991 nebenher bei Steakknife.

Alben

  • Offizielle Site.

    Mit kommentierter Diskographie.

    http://www.spermbirds.com/
  • Myspace-Site.

    Klassiker hören? Kein Problem!

    http://www.myspace.com/spermbirds

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