Porträt

laut.de-Biographie

Speech Debelle

Hip Hop-Künstler aus England haben es schwer, werden sie doch nach Erscheinen ihrer Debüts grundsätzlich und umstandslos mit den ganz Großen der UK-Szene verglichen. Im Falle Speech Debelles fallen diese Abwägungen äußerst positiv aus. Sie habe die Authentizität und das Können eines Mike Skinners und die Intelligenz eines Roots Manuvas - jedoch auch ein gewichtiges eigenes Charakteristikum: Sie mache "Anti-Hip Hop"-Hip Hop mit Kultpotenzial, wie die BBC über ihr Debüt "Speech Therapy" schreibt.

Geboren wird die Tochter jamaikanischer Migranten 1984 im Süden Londons. Ganze Acht Halbgeschwister zählen ebenfalls zur Familie, weswegen die finanziell angeschlagenen Eltern ihre Tochter bereits im Alter von 19 Jahren zum Auszug bewegen.

Fortan schlägt sie sich mit kleineren Jobs durch, unter anderem in der Carnaby Street, einer großen Einkaufsstraße im Stadtteil Soho. Ein Hostel leiht ihr ein Dach über dem Kopf. "Ich war ziemlich isoliert, als ich im Hostel lebte. Texte zu schreiben war eine Art Befreiung, ein kreativer Ausdruck, den ich für meine geistige Gesundheit brauchte."

Mit dem Schreiben selbst beginnt sie bereits mit 13 in der Primary School. Zum Hip Hop kommt sie wenig später. Eine Art Tracy Chapman des Raps wollte sie werden, einfache, eingängliche Texte, die beim Hörer große Gefühle hervorrufen, waren ihr Ansinnen. Mit steigendem Alter möchte sie jedoch lieber Speeche Debelle sein statt ein Abklatsch irgendeines Künstlers.

Offenbar gefällt dies den Verantwortlichen bei Big Dada ebenfalls besser. 2004 verpflichten sie die damals noch völlig unbekannte 20-Jährige. Besonders Wayne Lotek findet gefallen an der unschuldig wirkenden und klingenden, aber doch tiefgründigen Speech Debelle. Für die Aufnahmen des Debüts lädt der Wahl-Australier Debelle nach Melbourne ein, wo er diverse lokale Musiker in seinem Studio zusammentrommelt. Was nach beinahe fünf Jahren Arbeit dabei herauskommt, stellt Speech Debelle in einem Text selbst klar: "This is my speech therapy. This ain't rap."

Die Debelle-Therapie macht Wellen. Nicht zuletzt bei der Jury des renommierten Mercury Prizes, die die Londonerin für ihr Schaffen ehren.

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