Porträt

laut.de-Biographie

Smooth

Franzosen wissen einfach, was gut ist: Nicht nur in Sachen Rotwein, Käse und in der Sprache der Liebe kennt man sich von der Seine bis zur Garonne bestens aus, so will es das Klischee. Auch musikalisch blickt Frankreich auf eine beachtliche Szene. Von Edith Piaf über Serge Gainsbourg bis zur Elektrowelle, die David Guetta ebenso reitet wie die Synthiepopper Phoenix oder der technoide Hipster Mr. Oizo - das Land hat viel zu bieten. So auch poppigen Funk mit Jazz-Einschlägen und elektronischen Beats, wie Smooth ihn machen.

Die Geburtstunde schlägt in Nantes, als das Trio um Sänger David Darricarrère 2002 seine erste EP aufnimmt. Als Support für den vielseitigen Jazzer Erik Truffaz touren sie durch Frankreich und erspielen sich mit ihrer erfrischenden Mischung aus dezenter Elektronik und funkigem Soul einen Platz in den Herzen und Ohren zahlreicher Landsmänner. Auch Wagram horcht auf und nimmt die Jungs prompt unter Vertrag. Unter dem Dach des französischen Indielabels gehen Smooth 2005 auf volle Albumlänge und veröffentlichen ihre LP "An Electro Soul Experience".

Der Titel ist Programm: Die Platte pendelt irgendwo zwischen Electronica, Soul, Funk und Trip Hop hin und her. Auch der Bandname erweist sich alles andere als reine willkürlich gewählt. Der Sound ist smooth, trotzdem hat er nichts mit dem Easy Listening-Gedudel gemein, das die Cocktail-Afterwork-Kulisse der aus dem Boden schießenden Loungebars beschallt. Manchmal geben sich Smooth laid-back wie ihr französischer Kollege Wax Tailor, dann zeigen sie sich fröhlich und heiter wie Morcheeba in ihren weniger melancholischen Momenten.

Lange kann das Trio die Köpfe nicht aus dem Studio lassen. Schon 2006 werfen sie ihren Zweitling "The Endless Rise Of The Sun" auf den Markt. Das gute Stück hat Hip Hop-Beats im Blut und groovt auf weiten Strecken im relaxten Downtempo. 2010 dann der Nachschlag: "The Parade" vereint die Spielarten der verschiedenen Genres, die Smooth auf den beiden Vorgängern bereits andeuten, erneut in einer ausgewogenen Mischung.

Mit vielseitiger Instrumentierung, Soul in der Stimme und Freude an Sample-Spielereien zeigen sich die Franzosen ideenreich. Ein Glück, dass reine Genre-Fetischisten im Aussterben begriffen sind. Sie würden ihre Schwierigkeiten haben, Smooth einen Stempel aufzudrücken. Gut so.

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