Porträt

laut.de-Biographie

Skew Siskin

Gitarrist Jim Voxx, der sich auch schon als Produzent von Jingo De Lunch einen Namen machte, ist schon seit längerem auf der Suche nach einem ausdrucksstarken Sänger, der es schafft, Songs im Stile alter AC/DC oder Motörhead entsprechend Leben einzuhauchen. Zu seiner eigenen Überraschung findet er diesen Sänger 1990 in Person von Nina C. Alice.

Die Sängerin kann selbst schon auf eine gewisse Geschichte zurück blicken. So saß sie nicht nur in einer Punkband hinter den Drums, spielte unter der Regie ihrer Mutter im erfolgreichen Theaterstück "Hurengespräche" (Heinrich Zille) und in diversen Underground-Filmen mit. Ihr eigentlicher Plan ist es, irgendwann beim Musical zu landen.

Allerdings überzeugen sie die Songs von Jim so sehr, dass sie mit ihm zusammen den Grundstein zu Skew Siskin legt. Dabei handelt es sich übrigens um die englische Bezeichnung für 'schräger Vogel'. Zusammen mit Basser Jogi Rautenberg und Drummer Nik Terry nehmen sie in Eigenregie ihr gleichnamiges Debüt auf. Dieses gelangt über mehrere Umwege auch auf dem Schreibtisch eines Bostoner Musikanwalts, der es der US-Firma Giant in die Hände spielt.

Die zeigen sich begeistert und nehmen die Berliner unter Vertrag. Skew Siskin siedeln vorübergehend nach New York um, nehmen die Scheibe nochmal neu auf und bringen sie '92 auf den Markt. Nicht nur in den Staaten kommt das Album zurecht gut an, doch leider entschließt sich der Chef von Giant Records im folgenden Jahre dazu, die Reunion der Eagles zu managen und macht sein Label dicht.

So stehen Skew Siskin zwar wieder ohne Deal da, nicht jedoch ohne neue Ideen. In Deutschland drehen sie ein paar Runden als Gäste von Accept oder Sargant Fury und treten Ende 1993 im Vorprogramm von Motörhead auf. Deren Chef Lemmy ist von Skew Siskin hellauf begeistert und geht ihnen sogar beim Songwriting zur nächsten Scheibe zur Hand.

Mit Crash Klick haben sie einen neuen Drummer in der Band, dennoch dauert es bis 1996, ehe sie bei Gun Records eine neue Heimat finden. Einer der Gründe für die lange Verzögerung ist die Tatsache, dass sie immer noch als Künstler bei Warner Bros. unter Vertrag stehen. "Electric Chair" bestätigt den guten Eindruck des Debüts und kommt in der limitierten Erstauflage sogar als Doppelalbum mit der Bonus-Scheibe "Voices From The War". Darauf gibt es neun zusätzliche Songs zu hören und sogar ein Duett mit Lemmy.

1998 nehmen Motörhead sie mit auf Europatour. Als Skew Siskin nach ihrem Set während des ersten Gigs in Stuttgart von der Bühne gehen und der zweite Opener spielt, dreht das Publikum vollkommen durch und verlangt die Berliner zurück. Keine Frage, dass am nächsten Tag Skew Siskin als letzte Band vor Motörhead auftreten. Kaum sind sie von dieser Tour zurück, kommt auch schon die Einladung von Alice Cooper zur gemeinsamen Deutschlandtour, die sie natürlich nicht ausschlagen.

Die dritte Scheibe "What The Hell" erscheint 1999 und kaum ist das Teil auf dem Markt, macht sich der Drummer aus dem Staub. Einmal mehr gibt es Unterstützung von Lemmy und Nina steuert ein paar Gesangslinien für die Kollegen von Pothead bei. Mit einem Session-Drummer geht es direkt im Anschluss auf Tour mit Saxon. Nina quartiert sich daraufhin im Motörhead-Tourbus ein und fährt auf deren Tour mit, um jeden Abend bei der Zugabe den Song "Born To Raise Hell" mit Lemmy zu singen, den der eigentlich für Skew Siskin geschrieben hatte.

Auch das aktuelle Cultural Minorty Label geht den Bach runter und ein anständiger Drummer findet sich auch nicht. Das frustriert Nina und Jim dermaßen, dass sie die Band zunächst auflösen. Allerdings haben sie die Rechnung dabei ohne den Lemmy gemacht, der seinen Manager 2002 eines Nachts bei Nina durchklingeln lässt, um ihr mitzuteilen, sich gefälligst wieder ne Band zusammen zu stellen, um in sechs Tagen mit Anthrax und Motörhead durch England zu ziehen. Einem Herrn Kilmister widerspricht man nicht und mit Drummer Stefan Schwartzmann (Ex-Accept/U.D.O./Running Wild) und Basser Spray geht es tatsächlich kurze Zeit später wieder los.

Stefan spielt unter dem Pseudonym Damien das neue Album noch mit ein, macht sich dann aber in Richtung Helloween davon. "Album Of The Year" trägt zwar einen großspurigen Titel, rockt aber wieder wie Sau. Die Scheibe erscheint Ende 2003 und bis September 2004 sind Skew Siskin für insgesamt drei Touren in Europa unterwegs. Da sich im Oktober leider eine familiäre Tragödie im Leben von Jim ereignet, verlässt er Berlin zunächst, um seiner Familie beizustehen. Die Band liegt derweil auf Eis und als Nina und Jim im Frühjahr 2005 wieder loslegen, haben sie schon wieder eine neue Rhythmusgruppe dabei.

Die besteht aus dem ehemaligen Jingo De Lunch-Basser Henning Menke und Drummer Randy Black (Primal Fear/Ex-Annihilator). Nachdem sie in der Besetzung eine großartige Show im Pariser Olympia spielen, bricht Nina allerdings zusammen und wird von den Ärzten zu einer zehnmonatigen Pause verdonnert. So starten sie erst Ende 2006 mit den Arbeiten an einer neuen Scheibe, die auf den Namen "Peace Breaker" hören soll. Nachdem sie im Mai schon in Frankreich auf Tour waren, erscheint die Scheibe dort auch im Frühsommer, während man in Deutschland noch bis Mitte September darauf warten muss.

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