Porträt

laut.de-Biographie

Siobhan Donaghy

Als Siobhan Donaghy im Herbst 2003 mit ihrer Debüt-Platte in Erscheinung tritt, ist sie den meisten bislang nur als die Rothaarige der drei Sugababes in Erinnerung. Die Zuckerpuppen von der Insel starten im Dezember 2000 auch in Deutschland mit der hypnotischen Single "Overload" durch. Drei Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren etablieren sich in kurzer Zeit am Pop-Firmament und werden - der Business-Logik folgend - von Land zu Land, Kontinent zu Kontinent in einer Gemengelage von Radio- und Fernseh-Interviews, Auftritten und Foto-Shootings weiter gereicht. Dass das für einen Teenager ziemlich starker Tobak ist, bemerkt nicht zuletzt Siobhan ziemlich deutlich. Nach Streitereien der drei Bandmitglieder und angenervt vom ständigen Hierhin und Dorthin, beschließt sie, während einer Japan-Reise urplötzlich, den Sugababes den Rücken zu kehren. Das ist für lange Zeit das letzte Mal, dass sie etwas von Mutya, Keisha oder der Sugababes-Entourage sieht oder hört.

Siobhan Donaghy - Revolution In Me Aktuelles Album
Siobhan Donaghy Revolution In Me
Die zierliche Rothaarige setzt auf die leisen Klänge.

Zuerst könnte der Eindruck entstehen, da hätte ein zierliches Mädchen die Chuzpe, einen auf Superstar zu machen und durchzudrehen, aber weit gefehlt. Für Siobhan (ausgesprochen: Showán) hat sich das Popstar-Dasein verselbständigt, und daher möchte sie unbedingt die Zügel wieder selbst in die Hand nehmen. Dass sie dazu durchaus in der Lage sein könnte, beweist schon alleine der Fakt, dass der Hit "Overload" auf ihrem Mist gewachsen ist. Die am 14. Juni 1985 in London geborene, irischstämmige Siobhan zieht sich erst einmal zurück, um ihr Verhältnis zum sozialen Umfeld wieder auf die Reihe zu bekommen. Dabei denkt sie in erster Linie nicht primär an die Fortsetzung ihrer Musiker-Karriere, sondern spielt mit dem Gedanken, am College etwas mit Fotografie zu studieren.

Dass es doch anders kommt, ist auch auf Johnny Lipsey zurückzuführen, einem der Produzenten des ersten Sugababes-Albums. Jener glaubt nämlich an ihr Talent und bringt sie mit Cameron McVey in Kontakt. McVey hat schon einiges auf dem Kerbholz, so hat er bei einigen ganz großen Alben der Pop-Geschichte seine Finger im Spiel. Zum Beispiel ist er an der Produktion von Massive Attacks bahnbrechendem Debüt "Blue Lines" und Portisheads Klassiker "Dummy" beteiligt. Er produziert Neneh Cherrys "Raw Like Sushi", wo er auch für die Hits "Manchild", "Buffalo Stance" und "Woman" als Autor fungiert.

Die geschäftliche Seite übernimmt das CEO Management, wo unter anderem auch Blur und Morcheeba unter Vertrag stehen.

Die ersten Songs, die sie schreibt, legen großen Wert darauf, live so authentisch wie möglich rüberzukommen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Songs nicht mehr allzu viel mit dem Sugababes-Sound zu tun haben. Verkünstelte und überladene R'n'B-Tracks gehören der Vergangenheit an. Ebenso der Hype um ihre Person. Ganz behutsam soll die Künstlerin Donaghy aufgebaut werden, und so begibt sie sich unter dem Pseudonym Shangai Nobody, einem Anagramm ihres bürgerlichen Namens, auf Tour durch kleine Clubs. Morcheeba finden an Siobhans Musik ebenfalls Gefallen und laden sie für einige Dates als Support ein, wo sie ihre eigenen Songs im Akustik-Gewand vorträgt.

Am 23. Juni 2003 erscheint in England und mit sechs Wochen Verzögerung auch in Deutschland die Debüt-Single "Overrated". Ihr Vorhaben, sich nicht auspowern zu lassen, schlägt sich in den Chart-Platzierungen nieder, die hinter dem zurück bleiben, was die neuformierten Sugababes zu Wege bringen. Aber da Siobhans Fokus ohnedies anders gelagert ist, spielt das für sie eine eher untergeordnete Rolle. Ihr Debüt-Album "Revolution In Me" erscheint am 29. September 2003 europaweit.

Auch wenn der Start ihrer Solo-Karriere relativ ok verläuft, trennen sich die Wege von Siobhan und ihrem Label Warner in beiderseitigem Einvernehmen. Danach ist sie auf dem Mattafix-Album "Signs Of A Struggle" und auf Morcheebas Scheibe "The Antidote" zu hören, eigene Releases bleiben jedoch aus. Eineinhalb Jahre ist sie ohne Deal, ehe sie im Oktober 2005 über ihre Webseite verkündet, dass sie nun bei der EMI untergekommen sei.

Bis aber endlich wieder etwas hörbares auf der Habenseite zu verbuchen ist, dauert es noch eine geraume Zeit. Erst ein Jahr nach Vertragsunterzeichnung steht im Oktober 2006 die Single "Ghosts" in den Läden. Hierbei handelt es sich um den Titeltrack des Anfang 2007 erscheinenden Albums, bei der ihr unter anderen Ex-Bananarama und Shakesepears Sister Siobhan Fahey unter die Arme griff.

Alben

Videos

Don't Give It Up
So You Say
So You Say (Alternate Version)
  • Siobhan Online

    Offizielle Seite.

    http://www.siobhandonaghy.co.uk/
  • Siobhanfanz

    Schön.

    http://siobhanfanz.christiancoulson.co.uk/

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