Porträt

laut.de-Biographie

Seabear

Mal wieder Island, mal wieder Reykjavik, mal wieder Herzensmusik. Aber diesmal ist von dem Kollektiv Seabear die Rede, das sich um den sympathischen Singer/Songwriter Sindri Már Sigfússon gruppiert.

Mitglieder von Múm, Livemusiker von Sigur Rós und Studio- und Livemusiker von Benni Hemm Hemm leisten ihren Beitrag zum Debüt "The Ghost That Carried Us Away", dass der 24jährige Sindri im August 2007 als Seabear auf Morr Music veröffentlicht. Das niedliche Cover-Artwork entwirft er gemeinsam mit seiner Freundin, die auch als Vokalistin auf dem Album mitwirkt.

Das Gitarrenspiel erlernt Sindri in seiner Kindheit, erste eigene Songs komponiert und nimmt er mit 19 Jahren auf.

"Ich lebte in London, um die Kunstschule zu absolvieren, als ich krank wurde. Ich lag drei Wochen lang im Krankenhaus, war aber glücklicherweise durch meinen Job versichert. Also bekam ich 73 Euro wöchentlich, welche ich in eine akustische Gitarre und Aufnahmegeräte investierte".

Dass aus dem Ein Mann-Projekt Seabear schließlich ein großes Bandgefüge wird, hat eher pragmatische Gründe, erzählt Sindri:

"Das ergab sich, als ich gefragt wurde, ob ich in Berlin ein Konzert für The Books eröffnen wolle. Ich bin davor noch nie aufgetreten, also fragte ich zwei Freunde, ob sie Interesse daran hätten. So hat es angefangen. Und dann ist die Band gewachsen. Nun sind es sieben Musiker, die auch auf dem Album mitgewirkt haben."

Sindris sensibles, getragenes Songwriting erhält so einen verspielten, kammermusikalischen Rahmen, in dem neben Gitarren, Piano, Schlagzeug auch ein Glockenspiel, Streicher, ein Kontrabass oder die Mundharmonika Platz finden. Trotz der üppigen Instrumentierung klingt die Musik nie überbordend, die Arrangements sind jederzeit überschaubar und unaufgeregt.

Er bezeichnet den Sound des Albums insofern als LoFi, da es sich bei "The Ghost That Carried Us Away" nicht um einen pompösen Studio-Sound handelt, da er die Musiker alle in seinem kleinen Heimstudio um ein Mikro versammelt hat, um die Lieder einzuspielen.

Musikalisch inspirierend sind für Sindri Már Sigfússon Künstler wie Midlake, Tom Waits, Joanna Newsom oder CocoRosie. Besonders angetan zeigt er sich von isländischen Acts wie Ólöf Arnalds, Skúli Sverrisson und der Musik von Slowblow und Hjaltalín.

Das Berliner Label Morr Music hat Seabear für drei Alben an sich gebunden.

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