Porträt

laut.de-Biographie

Múm

So kurz die Bandbezeichnung lautet, so lang und Zungen brechend fallen die Namen der Mitglieder aus: Kristín Anna Valtýsdóttir, Örvan Dóreyjarson Smárason und Gunnar Örn Tynes. Einfach und zugleich kompliziert: So lässt sich auch die Musik des Isländischen Trios Múm (ausgesprochen: "Muum") zusammenfassen.

1998 treffen die Computersoundtüftler Smárason und Tynes in einem Jugendzentrum auf die Sängerin Valtysdóttir und ihre Cello spielende Schwester Gyða. Zwei Jahre später bringt ihnen ihre Mischung aus gesampleten und live eigespielten Klängen auf dem Debüt "Yesterday Was Dramatic - Today Is OK" (2000) Lob von allen Seiten.

"Múm sind, wie konventioneller Chartspop in 100 Jahren sein wird". Sie "sollten Rolemodels für eine bessere Zukunft sein. Wir alle sollten unser weltliches Leben in den Dienst von Múm stellen", schreibt ein begeisterter Rezensent. "Morning. Sunny. Bicycling", beschreiben sie selbst die eigene Musik.

Nach den Remix-Alben "múm:remixed" (2000) und "Please Smile My Nose Bleed" (2001) ziehen Kristín Anna Valtysdóttir und ihr Freund Smárason in den Prenzlauer Berg nach Berlin, kehren aber für die Aufnahmen zu "Finally We Are No One" nach Island zurück.

Das Quartett verpflichtet einige Gastmusiker und nistet sich in einem verlassenen Leuchtturm ein. Die Abmischung erfolgt in einem Schwimmbad, das die isländischen Kollegen von Sigur Rós in ein Tonstudio ungewandelt haben.

Es folgen Konzerte auf der ganzen Welt und ein Soundtrack zu Sergei Eisensteins Stummfilmklassiker "Panzerkreuzer Potemkin". Die Zwillingsschwestern erscheinen noch gemeinsam auf dem Cover von Belle And Sebastians "Fold Your Hands Child, You Walk Like A Peasant" (2003), bevor Gyða die Band zugunsten eines Cello-Studiums verlässt.

Zum Trio geschrumpft, begeben sich Múm wieder in einen verlassenen Leuchtturm, um ihr drittes Album "Summer Make Good" (2004) aufzunehmen. Dunkler im Klang als seine Vorgänger kommen darauf auch Glockenspiel, Akkordeon, Trompete, Viola, Säge, Orgel, Banjo und eine chinesische Harfe zum Einsatz.

Múm begeistern immer noch die Freunde experimentellen Pops, als sie drei Jahre später im Herbst 2007 das Album "Go Go Smear The Poison Ivy" herausbringen. Aufgenommen wurde diesmal an verschiedenen Orten auf Island und in England.

Das Trio ist mittlerweile ein offenes Kollektiv für Musiker jeglicher Couleur geworden, und genau so klingt die Scheibe auch. Große Experimentierfreude trifft auf isländische Verschrobenheit. Ein wahres Hörerlebnis.

Alben

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