Porträt

laut.de-Biographie

Robert Glasper

Der texanische Pianist führt zur Vollendung, was andernorts allzuoft nur angedeutet wird. Robert Glasper kultiviert eine einzigartige Symbiose aus Jazz und Hip Hop. Egal ob im akustischen Trio, oder in seiner Formation The Robert Glasper Experiment, die mit Synthies, Fender Rhodes und E-Drums auf elektronischen Pfaden wandelt, alles steht im Zeichen der fruchtbaren Verbindung.

"Wir haben die Tendenz, uns darüber aufzuregen, dass niemand Jazz hören will. Ich muss also etwas in die Musik bringen, worauf sich meine Generation beziehen kann. Das ist eine gute Möglichkeit, sie dazu zu bringen, sich diese Musik anzuhören. Hip Hop-Fans und Gospel-Fans kommen zu meinen Shows und das ist großartig. Mein Publikum ist dadurch viel jünger", erklärt der 1979 in Houston, Texas geborene Musiker.

Für Glaspers musikalische Weitsicht sorgt von Kindesbeinen an die Mutter. Sie engagiert sich sonntags als Gospelsängerin in der Kirche und zieht an sonstigen Tagen mit diversen Bands durch die Houstoner Clubs. Um ihrem Sohnemann einen langweiligen Babysitter zu ersparen, nimmt sie ihn einfach mit. "Sie Sang, hörte und liebte alles Erdenkliche", erinnert sich der Filius beeindruckt, "daher kommt mein Appetit".

Dem verschafft er auf der örtlichen High School for the Performing and Visual Arts die erste tiefere Befriedigung. Zudem stellt er seine Fähigkeiten am Klavier regelmäßig in der Kirche unter Beweis. Die Beherrschung seines Instruments möchte der Jungmusiker nach Abschluss der Schullaufbahn weiter ausbauen. Er zieht nach New York, um dort an der New School for Jazz and Contemporary Music zu studieren.

Bereits zu Studienzeiten spielt Glasper mit versierten Musikern wie dem Bassisten Christian McBride, dem Saxophonisten Kenny Garrett oder dem Gitarristen Russell Malone. Später trifft er auf Größen wie Roy Hargrove, Carmen Lundy und Terence Blanchard.

Mit "Mood" veröffentlicht der Tastenexperte 2003 sein Debütalbum. Glaspers Mixtur stößt beim renommierten Jazzlabel Blue Note auf offene Ohren. Dort erscheinen regelmäßig weitere Longplayer des Pianisten, die er auf ausgedehnten USA- und Europatourneen präsentiert.

Darunter 2009 die Scheibe "Double Booked". Sie vermittelt einen breiten Eindruck von Glaspers musikalischem Spektrum. Neben fünf Tracks im akustischen Trio, mit Vicente Archer am Bass und Chris Dave an den Drums, enthält die Scheibe sechs Stücke des Robert Glasper Experiments, bei dem der Hauptakteur abermals Schlagzeuger Chris Dave, Bassist Derrick Hodge sowie Keyboader und Saxophonist Casey Benjamin um sich schart. Als Gäste treten die Hip Hop-Größen Bilal und Mos Def in Erscheinung.

Zudem kollaborierte der Pianist bislang mit prominenten Künstlern wie Common, Talib Kweli, Slum Village, Jay-Z, Erykah Badu, Jeremy Pelt, Marcus Strickland und Jaheel Shaw.

Alben

Robert Glasper Experiment - Black Radio: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2012 Black Radio

Kritik von Sven Kabelitz

Gelungene Weirdness und einschläfernder Teestubenjazz. (0 Kommentare)

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