Porträt

laut.de-Biographie

Richie Kotzen

Deutsch kann der Kerl bestimmt nicht, sonst wäre ihm schon längst aufgefallen, dass bei Eingabe seines Nachnamens in einer beliebigen Internet-Suchmaschine allerlei unappetitliche Seiten erscheinen. Aber für seinen Namen kann schließlich keiner was, genauso wenig wie für sein etwas verspätetes Geburtsdatum.

1973 in Reading, Pennsylvania auf die Welt gekommen, beginnt er im Alter von fünf Jahren, Klavier zu spielen. Mit sieben sattelt er auf die Gitarre um. Die Ursache ist nach eigenen Angaben ein Kiss-Poster.

Der Mann scheint ein Wunderkind zu sein. Mit sechzehn erscheint sein selbstbetiteltes Debüt, davor reist aber schon kreuz und quer durch die USA, unter anderem im Vorprogramm von Greg Allman. Mit seinem Gitarrenspiel überzeugt er, jedoch neigt sich die Erfolgsperiode virtuoser Gitarristen wie Yngwie Malmsteen, Steve Vai oder Joe Satriani ihrem Ende zu. Der neue Trend heißt bald Grunge, für versierte Draufgänger wie ihn beginnen magere Jahre.

Nach zwei weiteren Alben unter eigenem Namen ersetzt Kotzen bei Poison den ausgeschiedenen C.C. DeVille. Die Hardrock-Band aus Pennsylvania ist zu diesem Zeitpunkt noch einer der erfolgreichsten Acts der Szene. Der Abgang des Hauptkomponisten kommt bei den Fans jedoch nicht gut an. Zudem ist Kotzens Stil zu aufwändig, um die früheren Erfolge treu umzusetzen. Wenig überraschend gerät das Album "Native Tongue" zum Flopp. Kotzen findet sich vor der Tür wieder.

Er macht solo weiter und sich vor allem in Japan mit "What Is" (1998) und "Wave Of Emotion" (2000) einen Namen. Dabei erweitert Kotzen seinen Stil vom ursprünglichen Hardrock auch auf Funk und Fusion-inspirierten Jazz aus. So lädt ihn der legendäre Jazz-Bassist Stanley Clarke 1999 zu seinem Seitenprojekt Vertu ein.

Auf das gleichnamige Debütalbum folgt eine Welttour, an dessen Ende wieder eine Hardrock-Band steht. Nach dem Ausstieg Paul Gilberts stehen Mr. Big ohne Gitarristen da - der in Japan beliebte Kotzen bietet einen guten Ersatz. Auch für die Band um den Bassisten Billy Sheehan liegen die erfolgreichsten Zeiten allerdings in der Vergangenheit, und so ist nach den Alben "Get It Over" (1999) und "Actual Size" (2001) sowie einer letzten Asientour endgültig Schluss.

Unbeeindruckt setzt Kotzen seine Solokarriere fort. Auf "Change" (2003) folgt ein Jahr später "Get Up". 2006 beweist "Into The Black", dass er in einem eigenen Universum angekommen ist: Alle Stücke sind von A bis Z selbst geschrieben, eingespielt und produziert.

Alben

Richie Kotzen - Change: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2003 Change

Kritik von Giuliano Benassi

Der Virtuose vergisst gelegentlich, dass er auch Zuhörer hat. (0 Kommentare)

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