Porträt

laut.de-Biographie

Revolting Cocks

Der Legende nach bekamen die Revolting Cocks ihren Namen, als sich die Gründungsmitglieder Richard 23 (Front 242), Luc Van Acker und Al Jourgensen (Ministry) 1983 in einer Chicagoer Bar auf ein paar Bier niederließen.

Der Abend endete in einer Schlägerei, in deren Verlauf zunächst ein paar Stühle durchs Fenster flogen. Die drei Krawallbrüder folgten anschließend durch die Tür. Der wenig erfreute Barbesitzer verabschiedete das Trio mit dem freundlichen Worten: "You guys are a bunch of revolting cocks!"

Damit ist der Name für das gemeinsame Projekt gefunden. Die erste Single "No Devotion" folgt 1985 über Wax Trax Records. Genau wie auf dem kurz darauf erscheinenden Debüt "Big Sexy Land" gibt es eine Mischung aus äußerst tanzbaren Beats mit einem Schuss Industrial, EBM und Hard Rock.

Mit der Richtung will sich Richard 23 nicht so recht anfreunden und kehrt RevCo den Rücken. Al, der hier nur als Instrumentalist und Produzent in Erscheinung tritt und Luc, der den Gesang, Gitarren und Keys spielt, suchen sich daraufhin ein ganzes Rudel neuer Mitstreiter.

Mehr oder weniger zum festen Line-Up gehören seitdem Sänger und Programmierer Chris Connelly (Fini Tribe, Murder Inc.), Basser Paul Barker (Ex-Ministry, Pink Anvil) und Drummer Bill Rieflin. Dazu gesellen sich im Laufe der Zeit über 20 Gastmusiker und sporadisch auftretende Sänger wie Trent Reznor oder Nivek Ogre.

Als zweites Album 1988 mit "You Goddamned Son Of A Bitch - Live" direkt ein Livealbum zu veröffentlichen, ist eher ungewohnt, aber bei RevCo muss man mit allem rechnen. Auch mit einem deutlich härteren Album in Form von "Beers, Steers, And Queers", das ähnlich roh zur Sache geht, wie besagte Live-Platte.

Allerdings hat niemand etwas von einem Ministry-Klon. "Linger Ficken' Good" fällt 1993 schon wieder deutlich sanfter aus. Das Album eignet sich eher für die Tanzflächen, selbst eine Coverversion von Rod Stewarts "Do Ya Think I'm Sexy" wird nicht zerstört, sondern funktioniert auch im RevCo-Gewand.

Allerdings löst sich die Band im Anschluss sang- und klanglos auf und alle konzentrieren sich auf ihre anderen Baustellen. Erst 2004 reaktiviert Al die Band erneut und bastelt mit Sänger Phildo Owens an neuen Songs, die unter dem Titel "Purple Head" erscheinen sollen. Das Ganze verzögert sich aber deutlich und erscheint 2006 schließlich als "Cocked & Loaded". Als Gäste sind dieses Mal Billy Gibbons, Jello Biafra und Gibby Hanes (Butthole Surfers) dabei.

Al stellt sich eine Band zusammen, um mit RevCo für Ministry auf der 'MasterBaTour' zu eröffnen, der Sänger Josh Bradford, Keyboarder Clayton Worbeck und Gitarrist Sin Quirin (Society 1) fortan als feste Mitglieder angehören. Nach der Remix-Scheibe "Cocktail Mixxx" folgt 2009 das nächste Studioalbum "Sex-O Olympic-O", dem ebenfalls das Remix-Album "Sex-O MiXXX-O" folgt.

Nach wie vor halten sich RevCo an schlüpfrige Titel und Text und gehen auch in ihren Live-Shows entsprechend zur Sache. Nach diesem, für die Band bewährten Prinzip gehen sie auch 2010 auf "Got Cock?" vor.

Alben

Revolting Cocks - Got Cock?: Album-Cover
  • Leserwertung: 1 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2010 Got Cock?

Kritik von Michael Edele

Vom simplen Fickificki bis zur Priesterschelte ist alles dabei. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare