Porträt

laut.de-Biographie

Retro Stefson

Reykjavik, Island. Heimat frostig-sphärischer Klänge, faszinierend und fremd. Sigur Rós lassen grüßen. Die Stadt von Björk ist bekannt dafür, mit ungewöhnlicher Musik zu überraschen. Daran hat man sich mittlerweile fast schon gewöhnt.

Auch Retro Stefson überraschen. Weil sie überhaupt nicht nach Island klingen. Weil sie Heavy Metal mit Disco und Afrobeat verbinden. Das Ganze in Pop verpacken, mit Electro anreichern und in tropischen Rhythmen schwingen lassen. Sprich: Bei Retro Stefson spielen Genregrenzen keine Rollen. "Weltmusik" mögen das einige nennen. In einer Zeit, in der der gesamte Musikkatalog der Menschheit jederzeit und überall im Internet verfügbar ist, erscheint ein solcher Begriff jedoch als reine Farce. Retro Stefson sind vielmehr ein logisches Produkt des digitalen Selbstbedienungsladens namens Internet.

Die sieben Musiker von Retro Stefson kennen sich seit dem Kindergarten. 2006 schließen sich Unnsteinn Manuel Stefánsson (Gesang, Gitarre) und sein Bruder Logi Pedro (Bass) mit fünf Mitschülern zusammen und gründen Retro Stefson. Im selben Jahr spielen sie ihr erstes Konzert am Iceland Airwaves Festival. Zu dieser Zeit sind die Bandmitglieder gerade mal 14 bis 16 Jahre alt. In den darauffolgenden Jahren tourt die Band durch ganz Island, spielt pro Woche zwei bis drei Konzerte und erarbeitet sich dadurch einen Ruf als exzellenter Liveact.

Dass Retro Stefson kosmopolitisch klingen, verdankt die Band nicht zuletzt der Sozialisation der Gebrüder Stefánsson: Als Söhne einer Angolanerin und eines Isländers wurden sie in Portugal geboren. Dementsprechend singen sie auf Englisch, Portugiesisch, Französisch und Isländisch.

2008 veröffentlicht die Band in Island ihr Debütalbum Montaña und erntet von der isländischen Musikpresse durchwegs positive Kritiken. Die Single "Senseni" wird zum Party-Hit in ganz Island, Retro Stefson kennt auf der Insel bald jeder. 2010 folgt mit "Kimbabwe" die Nachfolgeplatte, womit die Band die Aufmerksamkeit großer Labels auf sich zieht: Im Frühjahr 2011 nimmt Vertigo/Universal die Band unter Vertrag und veröffentlicht "Kimbabwe" neu.

Kaum volljährig, tourt die Band mit The Go! Team durch deutsche Clubs und bringt das Publikum zum Tanzen. Denn darum geht es dieser Band vor allen Dingen: Die Leute sollen abspacken.

Damit dabei Langeweile auf jeden Fall ein Fremdwort bleibt, durchbrechen Retro Stefson flott die Genregrenzen, überraschen kühne Breaks und wilde Stilzitate. Unvoreingenommen, jugendlich, gutgelaunt - Retro Stefsons Musik erfrischt.

Interviews

Alben

Retro Stefson - Kimbabwe: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2011 Kimbabwe

Kritik von Adrian Meyer

Disco-Finger in die Luft - und headbangen! (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare