Porträt

laut.de-Biographie

Perfidious Words

Ein Blick auf die Diskographie lässt vermuten, Perfidious Words hätten erst Ende der 90er Jahre beschlossen, den deutschen Raum mit ihren elektronischen Kompositionen zu beschallen. Tatsächlich reicht die Bandgeschichte jedoch bis ins Jahr 1991 zurück, als Pet Shop Boys- und Erasure-Fan Drazen Kostelac mit seinem Atari ST und dem Yamaha SY55 die ersten musikalischen Gehversuche mit einem Freund unternimmt.

Perfidious Words - Feel Like Me Aktuelles Album
Perfidious Words Feel Like Me
Das bestgehütete Geheimnis des Synthie Pop-Genres.

Im stillen Kämmerlein stellen die beiden Karlsruher erste Coverversionen der eigenen (Synthie Pop-)Helden auf die Beine. Es sollte aber noch weitere drei Jahre andauern, bis der heutige PW-Sänger Lars Rohnstock zur Besetzung stößt. Nach einem erfolgreichen ersten Auftritt, der auch Coverversionen von Depeche Mode und R.E.M. featuret, arbeitet das Trio weiter zusammen, während sie nebenher Kurse an der Uni ablegen.

Nach und nach stellt sich aber heraus, dass die musikalischen Vorstellungen von Lars und Drazen deutlich hin zu akustischeren Sounds tendieren, was schließlich dazu führt, dass die beiden ab Juni 1995 als Duo weiter arbeiten. Noch immer exisitiert kein einziges Demo der Gruppe, so dass der Entschluss gefasst wird, sich einen ordentlichen Equipment-Grundstock aufzubauen, um diesen Missstand auszumerzen. Das Anfang 1996 fertig gestellte Demo schicken Rohnstock und Kostelac schließlich an sämtliche Plattenfirmen raus. Das nahe Darmstadt gelegene Indie-Label Trisol (L'Ame Immortelle) schnappt sich die Dienste der Synthie-Popper und veröffentlicht 1997 die EP "Ruined".

In der Folge finden auch die Releases "It Means A Lot To Me", "Welt" und "Zwischen Zeitrausch und Leben" (1999) den Weg in die Plattenläden. Das 1998 erschienene, limitierte Album "Hydrogen Skies" erscheint 2001 in einer Neuauflage mit B-Seiten und Remixes. Auch in der deutschen Elektro-Szene erspielen sich Perfidious Words im Gefolge von bekannten Acts wie Wolfsheim und De/Vision allmählich einen Fankreis, obwohl die beiden Musiker aufgrund von Uni-Abschluss- und Promotionsstress nicht in der Lage sind, regelmäßig auf Tour zu gehen. Dennoch spielen sie 2001 zusammen mit And One und finden gar die Zeit, ins ferne Mexiko zu reisen, um dort vor ausverkauftem Haus zu spielen.

2002 erscheint das zweite reguläre Album "Spreading Silence", das alle Stärken der Band einfängt: hauptsächlich mit melancholisch-ruhigen Ohrwürmern bestückt ("Veil Of Secrecy"), sind mit "Into My Arms" und "Visionary" auch zwei tanzbare Stücke dabei, während "Sickliest Creep" gerade aufgrund Rohnstocks tiefem Organ doch sehr an Depeche Mode erinnert.

Live tritt das Duo nur vereinzelt, im April 2003 etwa in der estnischen Hauptstadt Tallinn auf. Wer die Band nie live zu Gesicht bekam, kann dies mit der Special Edition des 2009er Albums "Feel Like Me" nachholen. Dem dritten Studioalbum liegt ein Konzert aus Lahr 2005 sowie einzelne Bonustracks bei.

Alben

  • Perfidious Words

    Offizielle Seite mit sämtlichen Infos.

    http://www.perfidiouswords.de/

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